Retterin der Rauhwollschafe in der Oste-Niederung

Hobby-Schäferin Jana Bendig mit ihren seltenen Pommerschen Rauhwoll-Schafen und dem Esel "Harald"
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Bedrohte Pommern-Rasse grast auf dem Resthof von Jana Bendig (49) in Burweg

tp. Burweg. Sie sind robust und eignen sich gut zur Landschaftspflege auf Deichen - trotzdem verschwanden sie fast ganz von der Bildfläche: Rauhwollige Pommersche Landschafe. Eine kleine Herde der seltenen, grau gelockten Vierbeiner lebt auf dem Hof von Hobby-Schäferin Jana Bendig (49) in Burweg bei Himmelpforten. 

Mit dem Kauf des Resthofes vor acht Jahren verwirklichte sich die aus dem Spreewald stammende Jana Bendig mit ihrem Ehemann, von dem sie inzwischen getrennt lebt, den Traum vom Landleben. Zugleich wurde sie zur Arten-Retterin: Das Rauhwollige Pommersche Landschaf war vom Aussterben bedroht. Als es 1962 nur noch 46 Mutterschafe und sieben Böcke gab, setzte die UNO diese alte Landschafrasse auf die Rote Liste.

Dank engagierter Hobby-Züchter wie Jana Bendig, die im Verein Interessengemeinschaft Rauhwollige Pommersche Landschafe bundesweit vernetzt ist, stieg der Bestand auf aktuell rund 2.500 Tiere an. 28 von ihnen leben auf dem idyllischen "Rauhwoller-Hof" von Jana Bendig, wo es auch freilaufende Gänse, Hühner, Enten, Hunde, Katzen, Ziegen und Co. gibt. Das robuste Pommern-Schaf passt gut in die schroffe Umgebung der Oste-Niederung, wo es auf Moorweiden und dem Deich ganzjährig draußen grast. Schäferhunde kommen nicht zum Einsatz. Ersatzweise wacht das muntere Esel-Duo "Harald und Jakob" über die Herde.

Jana Bendigs Pommern-Schafe bleiben weitgehend sich selbst überlassen. Nur so kann die Kraftwerkerin, die in der Hamburger Müllverbrennungsanlage im Schichtbetrieb arbeitet, die Nebenerwerbslandwirtschaft mit Schäferei zeitlich bewerkstelligen. Die Halterin braucht sich nur ums Tränken der Schafe, Zufüttern von Heu im Winter und die Pflege der Klauen zu kümmern. 

Für alles Übrige kooperiert Bendig mit Profis wie einem Schafscherer, einer Seifenmacherei, einer Spinnerei und einer Fleischerei. In einem kleinen Hofladen bietet sie die Erzeugnis wie Schafsmilchseife, Felle und Wolle an. Schafsprodukte liegen im Trend, sodass sich Jana Bendig über einen steigenden Absatz freut, der die Schäferei allerdings finanziell nicht trägt: "Es bleibt ein teures Hobby", sagt die Tierfreundin. Doch der Erhalt einer alten Haustierrasse ist es ihr wert.

Jana Bendig ist am Sonntag, 16. September, ab 11 Uhr mit einigen Schafen als Ausstellerin beim Bauernmarkt am Brunkhorst'schen Haus in Oldendorf dabei. Sie bietet u.a. Wollgarn, naturbelassene Rohwolle mit Lanolin, Felle und Schafsmilch-Seife an.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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