Virtuoses Gipfeltreffen
Rüdiger Baldauf im Interview zu seiner „Trumpet Night“ mit Max Mutzke im Stadeum
- Rüdiger Baldauf (li.) und Max Mutzke
- Foto: bi-fotos.de
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Am Donnerstag, 3. September, 19.45 Uhr, bringt Startrompeter Rüdiger Baldauf seine „Trumpet Night“ ins Stadeum nach Stade. Gemeinsam mit Soul- und Popstar Max Mutzke sowie einer hochkarätig besetzten Band präsentiert der frühere „Heavytones“-Musiker neu arrangierte Eigenkompositionen und Klassiker zwischen Jazz, Funk, Soul und Pop. Baldauf, der bereits mit Stars wie Shakira, Seal und James Brown auf der Bühne stand, macht dabei die Trompete zum Mittelpunkt eines vielseitigen Konzertabends. Tickets kosten zwischen 31 und 62 Euro, buchbar unter Tel. 04141-4091-40, www.stadeum.de sowie an der Tourist-Info am Fischmarkt.
Das WOCHENBLATT hat Rüdiger Baldauf zu den Hintergründen dieses besonderen Konzerts befragt.
WOCHENBLATT:
Seit wann kennen Sie Max Mutzke persönlich? Was schätzen Sie an Ihm und was reizt Sie musikalisch besonders an der Zusammenarbeit mit ihm?
Rüdiger Baldauf:
Max Mutzke habe ich 2004 in der TV-Total-Show von Stefan Raab kennengelernt, bei der ich knapp 14 Jahre in der Hausband Heavytones gespielt habe. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt, die auch zu gemeinsamen Konzerten und Touren geführt hat.
Max und ich ticken sehr ähnlich. Die Ideen zur Show haben wir gemeinsam entwickelt. Dieses Konzept funktionert super, solange ich das letzte Wort habe (lacht).
WOCHENBLATT:
Viele Zuhörer kennen die Songs von Max Mutzke sehr genau. Wie viel vom Original bleibt erhalten, wenn Sie einen Titel für die „Trumpet Night“ neu arrangieren?
Rüdiger Baldauf:
Die Titel haben immer einen eigenen Flair und sind nie Covers – weder von seinen Songs , noch von meinen. Wir spielen auch Songs von den Beatles, aber immer in unseren Versionen.
Die Zuschauer werden Titel wiedererkennen , aber auch Neues entdecken. Denn für Max und mich ist es wichtig, dass es mein Konzert bleibt und er als Stargast wahrgenommen wird.
WOCHENBLATT:
Wie entscheiden Sie, ob aus einem bekannten Popsong eher eine Soul-, Funk- oder Jazz-Version wird? Gibt der Song die Richtung vor – oder die Besetzung Ihrer Band?
Rüdiger Baldauf:
Ich spiele bezüglich der Rhythmusgruppe mit wirklichen Koryphäen zusammen. An jeder Position steht aus meiner Sicht der Beste! Weil es eine Fusion Soul Band ist, überwiegt der soulige Teil. Denn das können wir am besten und es zeigt deutlich mehr die Stärken dieser außergewöhnlichen Band.
WOCHENBLATT:
Bei der „Trumpet Night“ stehen zahlreiche Musiker gemeinsam auf der Bühne. Was kann eine große Live-Band vermitteln, das bei Playbacks oder gestreamter Musik verloren geht?
Rüdiger Baldauf:
Emotionen, Live-Erlebnisse und hautnahe Geschichten sind das Entscheidende in der Musik. Für uns Musiker ist ein Liveauftritt vor Publikum einfach das Schönste – es ist viel emotionaler als CD-Präsentation bei Spotify oder Apple Music. Die Industrie hat mit den Streamingmöglichkeiten schrecklich viel zerstört. Es wird immer schwieriger, Geld mit Musik zu verdienen. Aber: ich bereue nichts, solange ich diese Live Band leiten darf!
Wir haben ein außergewöhnliches Bandgefüge, denn alle Musiker sind Freunde. Ein Auftritt von uns ist einfach wesentlich mehr als einfach nur ein Konzert. Es ist ein „Klassenausflug“ für begabte, kindsköpfige Musiker. Ich liebe es! Und ich glaube, das auch das Publikum das wahrnimmt……
WOCHENBLATT:
Sie haben mit vielen internationalen Stars gespielt. Gibt es trotzdem etwas, das Sie vor einem Konzert wie dem in Stade noch überraschen oder besonders begeistern kann?
Rüdiger Baldauf:
Wie schon gesagt ist jedes Konzert für mich ein Highlight. Der größte Unterschied ist, dass ich mit Max meine eigene Vision von Konzert spielen darf. Bei einem Konzert beispielsweise mit Barbra Streisand oder Michael Buble‘ spiele ich zwar für große Namen. Aber dabei bin und bleibe ich nur Dienstleister in einem anderen Konzept.
Wir versuchen jeden Abend an unserer maximalen Leitungsgrenze zu spielen und diese sogar zu überschreiten. Ihr könnt Euch drauf freuen!
WOCHENBLATT:
Herr Baldauf, vielen Dank für das Interview.
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