Bisher größter Hilfskonvoi
Stader Einsatzfahrzeuge sind sicher in der Ukraine angekommen
- Am Freitagmorgen geht es direkt nach dem Frühstück weiter: Antreten zum Gruppenfoto mit den ukrainischen Fahrern, die den Konvoi übernehmen. Nach einer kurzen Einweisung in die Technik geht es zur Grenze
- Foto: Daniel Beneke
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Während viele Menschen das Himmelfahrtswochenende für Ausflüge oder Feiern nutzten, machten sich rund 40 Ehrenamtliche aus dem Landkreis Stade auf eine ganz besondere Reise: Ihr Ziel war die polnisch-ukrainische Grenze, ihre Mission die Übergabe von Fahrzeugen und Hilfsgütern für Feuerwehren und Rettungsdienste in der Ukraine. Es war bereits der siebte große Hilfskonvoi aus dem Landkreis – und zugleich der bislang umfangreichste. Neun Feuerwehr- und Einsatzfahrzeuge sowie Hilfsgüter im Wert von einer Viertelmillion Euro wurden überführt.
- Landrat Kai Seefried schickt die Crew in den Einsatz. Er dankt den Freiwilligen für ihr humanitäres Engagement — und findet klare Worte zum Ernst der Lage: „Wir setzen darauf, dass die Ukraine siegen wird. Das ist die einzige Chance, Frieden und Freiheit in Europa zu sichern.“
- Foto: Daniel Beneke
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Neun Fahrzeuge sowie Hilfsgüter im Gesamtwert von rund 250.000 Euro wurden auf den 1.200 Kilometer langen Weg gebracht. Viele der Beteiligten engagieren sich seit Beginn des Krieges regelmäßig für die Ukraine-Hilfe. „Das ist einfach eine richtig tolle Mannschaft“, sagt Einsatzleiter Wilfried Sprekels über die Helfer aus Feuerwehren und Hilfsorganisationen.
Verabschiedung durch den Landrat
Bereits beim offiziellen Start des Konvois wurde deutlich, welche Bedeutung die Unterstützung aus dem Landkreis Stade für die Menschen in der Ukraine hat. Landrat Kai Seefried verabschiedete die Ehrenamtlichen persönlich. An seiner Seite stand der ukrainische Vizekonsul Borys Drogomyretskyi vom Generalkonsulat in Hamburg, der die kontinuierliche Hilfe aus der Region als alles andere als selbstverständlich bezeichnete.
- Der Konvoi — mit Blaulicht unterwegs — kommt gut voran. Das hervorragend ausgebaute polnische Autobahnnetz ermöglicht eine sichere Anreise an die polnisch-ukrainische Grenze
- Foto: Christoph Sonder
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Die Fahrt an die Grenze verlief trotz der langen Strecke ohne größere Probleme. Doch spätestens in Polen wurde den Teilnehmern erneut bewusst, wie nah der Krieg ist. Auf der Autobahn bei Krakau beobachteten die Helfer Militärtransporte, am Flughafen waren Militärflugzeuge zu sehen. Nach rund 22 Stunden Fahrt erreichte der Konvoi schließlich das polnische Radymno nahe des Grenzübergangs Korczowa.
Ukrainer übernahmen an der Grenze
Im Grenzort trafen die Helfer auf ukrainische Fahrer, die die Fahrzeuge übernehmen und weiter nach Lwiw bringen sollten. Viele von ihnen haben Angehörige oder Freunde im Krieg verloren. Besonders bewegend waren die Stunden für den ukrainischen Geschäftsmann Grischa Kaflowsky und seinen Sohn Sascha, die den Konvoi begleiteten und die Verteilung der Hilfsgüter in Lwiw koordinieren. Während des Aufenthalts erreichte sie die Nachricht eines schweren Raketen- und Drohnenangriffs auf Kiew. 24 Menschen starben, mindestens 48 werden verletzt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Grischas Haus gab es große Schäden. Seine Frau Halyna war dort — und zunächst telefonisch nicht erreichbar. Vater und Sohn waren in großer Sorge — bis Halyna sich endlich gemeldet hat: Sie blieb unversehrt.
- Bei einem Stopp am frühen Donnerstagmorgen lässt der Einsatzleiter die Crew antreten — für ein Ständchen. Sascha Kaflowsky hat Geburtstag. Der Ukrainer diente drei Jahre in einem Freiwilligen-Bataillon, durchlebte die Hölle von Bachmut. Jetzt unterstützt er seinen Vater bei den Hilfsaktionen.
- Foto: Daniel Beneke
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Schneller Grenzübertritt
Die Übergabe der Fahrzeuge an der Grenze verlief schließlich schneller als erwartet- offenbar dank der direkten Kontakte des Landrates zu EU-Parlamentarier David McAllister. „Die Grenzbeamten waren ausgesprochen verständnisvoll und haben die Fahrzeuge direkt abgefertigt“, berichtet Landkreis-Sprecher Daniel Beneke, der die Hilfsaktion begleitet hat. Bereits kurze Zeit später erreichten die ersten Fahrzeuge ukrainisches Gebiet, am Nachmittag kamen alle neun Wagen sicher in Lwiw an.
Auf der Heimreise erreichte die Helfer eine erfreuliche Nachricht aus der Ukraine: „Danke nochmals und bis zum nächsten Mal.“ Für die Zeit nach dem Krieg lud die Familie Kaflowsky die Ehrenamtlichen bereits nach Kiew ein. Für Einsatzleiter Wilfried Sprekels ist klar: „Und bis es soweit ist, werden wir mit unserer Hilfe nicht nachlassen.“
Spendenkonten
Die Hilfsaktion wird fortgesetzt. Spenden können unter dem Stichwort „Ukraine-Hilfe Landkreis Stade“ auf folgende Konten eingezahlt werden:
DRK-Kreisverband Stade Flüchtlingshilfe gGmbH, IBAN: DE 91 2419 1015 1009 3346 00
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Bremen-Verden, IBAN: DE 16 3702 0500 0004 3107 18
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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