WC-Anlagen müssen saniert werden
Stader Verwaltung: Öffentliche Toiletten in einem "inakzeptablen Zustand"

So stellt man sich eine gepflegte und saubere öffentliche Toilette vor. Der Zustand der meisten Stader WC-Anlagen ist davon weit entfernt | Foto: Adobe Stock/Greg Brave
  • So stellt man sich eine gepflegte und saubere öffentliche Toilette vor. Der Zustand der meisten Stader WC-Anlagen ist davon weit entfernt
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Rund drei Millionen Tagesgäste zählt Stade pro Jahr. Wer in der historischen Altstadt unterwegs ist, hält früher oder später Ausschau nach einer sauberen WC-Anlage, die auch geöffnet ist und funktioniert. Kürzlich befasste sich die Politik mit dem Zustand der sechs öffentlichen Toilettenstandorte: Erleninsel (derzeit wegen Vandalismus gesperrt), Hafen/Hansastraße, Stadtwerke – Wasser West, Am Sande, im Bahnhofsparkhaus sowie im Rathaus. Deren Reinigung erfolgt zweimal täglich, alle Anlagen sind gratis und frei zugänglich – allerdings mit unterschiedlichen Öffnungszeiten und bislang ohne Kontrolle durch einen Sicherheitsdienst. 2025 schlugen rund 55.000 Euro für die Reinigung und weitere 32.000 Euro für Instandhaltungsmaßnahmen zu Buche.

Anlagen sind sanierungsbedürftig
In der nüchternen Bestandsaufnahme wurde bei der Sitzung des Bauausschusses schnell klar: Glanzstücke sind die Anlagen derzeit nicht -  abgesehen vom Rathaus-WC. Alle anderen Standorte gelten als sanierungsbedürftig. Drei befinden sich in Gebäuden, zwei sind Containerlösungen. Veraltete oder stark beschädigte Innenaussattungen, schwierige Reinigungssituationen aufgrund starker Verschmutzung und unzureichender Schutz vor Vandalismus führen dazu, dass die Verwaltung von einem "inakzeptablen Zustand" spricht. Besonders drastisch ist das Beispiel Erleninsel: Dort wurden im November Waschbecken und Toilettenschlüssel zerstört sowie Leitungen aus der Wand getreten. 

Toiletten-Vandalismus auf der Stader Erleninsel: Waschbecken zertrümmert

Nur das Rathaus-WC – das einzige gendergerechte öffentliche Unisex-WC in Stade – kommt gut weg. Dort gibt es nach Angaben der Verwaltung keine Probleme mit Vandalismus. Generell sei der Zustand der Herren-WCs im Schnitt deutlich schlechter als der der Damen-WCs – eine Randnotiz, die im Ausschuss durchaus für hochgezogene Augenbrauen sorgte.

Künftig kürzere Öffnungszeiten
Die Stadt hat sich nun zum Ziel gesetzt, Sauberkeit, Hygiene und Aufenthaltsqualität bei den Toilettenanlagen zu verbassern. Neben der mindestens zweimal täglichen Reinigung sind regelmäßige Kontrollen durch Wachdienste im Gespräch. Auch eine Verlängerung der Schließzeiten wird geprüft – einheitlich etwa von 18 bis 7 Uhr im Winter und von 20 bis 7 Uhr im Sommer. Während der Schließzeiten könnte das Konzept der „Netten Toilette“ greifen, bei dem Stader Gastronomiebetriebe ihre WCs kostenfrei zur Verfügung stellen – erkennbar an einem entsprechenden Logo.

Gendergerechter Gang auf die Toilette: Stade hat sein erstes Unisex-WC - Mit Kommentar

Bezahlen für den Toilettengang
Ein weiterer Baustein: Bezahlsysteme. Für rund 10.000 Euro pro Standort könnte eine "Bezahlschranke" für Münz- und Kartenzahlung installiert werden. Im Ausschuss schwang dabei die Hoffnung mit, dass niemand freiwillig einen Euro einwirft, um anschließend zu randalieren. Ergänzend sollen Leitungen und Rohre künftig hinter Verkleidungen verschwinden, um Schäden vorzubeugen. Auch Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit stehen im Fokus – inklusive der Idee, ungenutzte Räume als Wickelräume umzubauen.

375.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen 
Konkrete Zahlen liegen ebenfalls auf dem Tisch: Für die Erleninsel sind rund 55.000 Euro veranschlagt, die Sanierung soll 2026 erfolgen – die Reparaturen starten im Frühjahr, eine Wiedereröffnung ist für Ende April oder Anfang Mai geplant. Für den Container an der Hansastraße werden rund 60.000 Euro kalkuliert. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Für die Erneuerung der Anlagen am Wasser West und am Platz Am Sande sind jeweils 80.000 Euro veranschlagt, für die Toilette im Bahnhofs-Parkhaus  rund 100.000 Euro. Diese drei Maßnahmen sind für 2027 angesetzt. Unterm Strich kosten die Sanierungsmaßnahmen 375.000 Euro.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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