Meister Adebar überwintert gern in Spanien
Storchen-Boom im Landkreis Stade: Zahl der Jungstörche fast verdoppelt
- Fürsorgliche Eltern: An den heißen Tagen im Sommer haben die Altstörche ihre Jungen mit Wasser versorgt
- Foto: Katja Freese
- hochgeladen von Jörg Dammann
Im Landkreis Stade klappern immer mehr Störche. 113 Storchenpaare wurden in diesem Jahr gezählt, 101 davon zogen erfolgreich Nachwuchs groß. Insgesamt wurden 269 Jungstörche flügge – fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Für Storchenbetreuer Gert Dahms ist es damit erneut ein Rekordjahr.
Gemeinsam mit fünf ehrenamtlichen Helfern hat Dahms die Bestände im Kreisgebiet erfasst. 2025 wurden noch 107 Storchenpaare gezählt. Damals brüteten 79 Paare erfolgreich, 140 Jungstörche wurden flügge. In diesem Jahr gab es also nicht nur mehr Storchenpaare, sondern auch deutlich mehr Nachwuchs. Besonders eindrucksvoll ist der langfristige Vergleich: Im Jahr 2001 wurden im Landkreis Stade gerade einmal 14 Nestpaare gezählt. Heute sind es fast 100 mehr. Der Landkreis wertet diese Entwicklung als großen Erfolg des Natur- und Artenschutzes.
Kürzer reisen, früher zurückkehren
Einen Grund für die wachsende Zahl der Weißstörche sieht Gert Dahms im veränderten Zugverhalten. Viele Tiere fliegen im Winter inzwischen nicht mehr bis nach Afrika, sondern bleiben in Spanien, wo sie ausreichend Nahrung finden - leider häufig auf Müllkippen. Für die Störche, die in den Gefilden am Mittelmeer ihr Winterquartier aufschlagen, verkürzt sich die Reise gen Süden damit erheblich. Statt rund 10.000 Kilometern legen manche Störche nur noch etwa 2.000 Kilometer zurück. Nach Beobachtung von Dahms kommen sie dadurch ausgeruhter in ihre Brutgebiete zurück. Manche Tiere treffen bereits im Februar oder März wieder im Landkreis Stade ein.
Zudem beobachtet der Storchenbetreuer, dass manche Jungstörche früher geschlechtsreif werden. Statt erst mit vier Jahren können einzelne Tiere bereits im Alter von zwei Jahren brüten. Auch das trägt dazu bei, dass die Zahl der Brutpaare wächst.
- Diese "Storchen-Gang" hat sich einen Schlafplatz auf einem Strommast ausgesucht
- Foto: Janette Hagedoorn-Schüch
- hochgeladen von Jörg Dammann
Reichlich Nahrung, reichlich Nachwuchs
Wie viele Jungstörche aufgezogen werden, hängt stark vom Nahrungsangebot ab. In den ersten Wochen füttern die Altvögel ihren Nachwuchs vor allem mit Regenwürmern. Später kommen Insekten, Frösche und besonders Mäuse hinzu. Die Bedingungen waren in diesem Jahr offenbar günstig.
Wer gleich mehrere Dutzend Störche auf Feldern, Dächern oder Strommasten entdeckt, hat möglicherweise Durchreisende vor sich. Im Landkreis Stade werden zunehmend größere Storchentrupps mit bis zu 50 Tieren beobachtet. Die Zugvögel legen auf ihrem Weg nach Süden regelmäßig Pausen ein, um Nahrung zu suchen und neue Kräfte zu sammeln. Am Abend suchen sie sich erhöhte Schlafplätze auf Strommasten, Hausdächern oder Bäumen. Bei der Kontrolle solcher Rastplätze entdeckte Gert Dahms auch beringte Tiere. Einige von ihnen stammten aus Schweden und Schleswig-Holstein.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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