Aktion der Seemannsmission
Tag der Seeleute im Stader Seehafen: Die stillen Helden auf den Schiffen
- Zum Tag der Seeleute bekommen die Schiffsbesatzungen orange T-Shirts überreicht
- Foto: Seemannsmission
- hochgeladen von Jörg Dammann
Im Stader Seehafen werden Tag für Tag wichtige Rohstoffe und Massengüter angelandet oder verschifft. Umgeschlagen werden am Hafen im Industriegebiet Bützfleth unter anderem Bauxit für die Aluminiumproduktion, Baustoffe wie Sand, Kies und Ton sowie chemische Grundstoffe. Bei jedem Schiff, das anlegt, sind Menschen an Bord, die zum Teil monatelang auf See sind. Diese Seeleute haben ihre Familien lange nicht gesehen und sorgen oftmals unter schwierigsten Bedingungen dafür, dass die Räder des Welthandels reibungslos ineinander greifen. Den Frauen und Männern an Bord ist am heutigen Donnerstag, 25. Juni, der internationale Tag der Seeleute (Day of the Seafarer) gewidmet. Das diesjährige Motto lautet: „Carrying world trade. Carrying the risks“ – „Sie tragen den Welthandel. Sie tragen die Risiken.“
Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) werden rund 90 Prozent aller Waren und Rohstoffe weltweit auf dem Seeweg transportiert. Seeleute arbeiten häufig über viele Monate hinweg ohne freien Tag an Bord – nicht selten auf Routen durch Krisen- und Konfliktgebiete.
Stück Heimat im Hafen von Bützfleth
Wenn die Schiffe im Stader Seehafen festmachen, wartet auf viele Besatzungsmitglieder ein wichtiger Anlaufpunkt: die Deutsche Seemannsmission Stade-Bützfleth. Hier finden Seeleute aus den unterschiedlichsten Nationen nicht nur WLAN, Kaffee oder die Möglichkeit, mit ihren Familien Kontakt aufzunehmen. Vor allem finden sie Menschen, die ihnen zuhören.
„Gerade wegen der besonderen Herausforderungen, denen sich die Seeleute stellen müssen, freuen wir uns, diesen Tag und die Woche mit ihnen zu feiern, sie bei uns willkommen zu heißen und ihnen unseren Dank ausdrücken zu können“, sagt Diakonin Schefe, Leiterin der Deutschen Seemannsmission in Bützfleth.
Landgang nicht mehr selbstverständlich
Nach Beobachtungen der Seemannsmission wird der Landgang für viele Besatzungen immer seltener. „Wir hören immer mehr, dass der letzte Landgang mehrere Monate her ist. Dabei ist dieser so wichtig für die mentale Gesundheit“, berichtet Schefe. Deshalb stehen neben kleinen Geschenken und gemeinsamen Aktionen vor allem persönliche Gespräche im Mittelpunkt der Arbeit.
Zum heutigen Tag der Seeleute verteilt das Team der Seemannsmission gemeinsam mit dem Freiwilligen Richard Tell eigens gestaltete T-Shirts an Bord und lädt die Besatzungen anschließend zum Grillen in den Seemannsclub ein. Die Hoffnung: Den Seeleuten ein paar unbeschwerte Stunden an Land zu schenken, bevor es wieder hinaus auf die Weltmeere geht.
Dank wird zu selten ausgesprochen
Für die meisten Menschen sind volle Supermarktregale, Baumaterialien oder Industrieprodukte selbstverständlich. Dass hinter vielen dieser Waren Seeleute stehen, die wochen- oder monatelang auf See unterwegs sind, gerät dagegen oft aus dem Blick. Der internationale Tag der Seeleute erinnert deshalb daran, den Menschen hinter den Frachtschiffen einmal bewusst Danke zu sagen – auch hier im Stader Seehafen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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