Koeser und Dessel setzen sich durch
Neue Bürgermeister für Stade und Buxtehude
- Ralf Dessel (li.) wird Buxtehudes neuer Bürgermeister, Kai Koeser übernimmt in Stade
- Foto: Dessel/kk
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jd./pau. Zwei Hansestädte, zwei neue Bürgermeister – und zwei ziemlich klare Entscheidungen: Kai Koeser (SPD) übernimmt künftig die Rathausspitze in Stade, Ralf Dessel (parteilos) wird neuer Bürgermeister von Buxtehude. Während das Ergebnis in Stade einen politischen Wechsel bedeutet, setzen die Buxtehuderinnen und Buxtehuder mit Dessel auf einen Mann, der die Verwaltung und ihre Themen seit Jahren aus nächster Nähe begleitet. Auffällig ist allerdings auch eine Gemeinsamkeit: In beiden Städten blieb die große Mehrheit der Wahlberechtigten der Stichwahl fern.
Kai Koeser übernimmt in Stade
„Ich freue mich über das recht deutliche Wahlergebnis“, erklärte Wahlsieger Kai Koeser (SPD) in einer ersten Reaktion. Mit 55,9 Prozent setzte er sich gegen Arne Kramer (CDU) durch, der 44,1 Prozent der Stimmen erhielt.
Koeser wertet seine Wahl als Vertrauensbeweis der Stader Bürgerinnen und Bürger – und zugleich als Auftrag, die Hansestadt fit für die Zukunft zu machen. Gleichzeitig möchte er für Stade das von ihm im Wahlkampf formulierte „Versprechen der Kleinstadt“ bewahren.
Gemeint ist damit, dass Stade zwar weiter wachsen und sich wirtschaftlich, sozial und kulturell entwickeln soll, dabei aber seinen vertrauten Charakter nicht verlieren dürfe. Gute Beziehungen untereinander, eine hohe Lebensqualität und der Zusammenhalt der Menschen gehören für Koeser dazu.
Als Bürgermeister wolle er den Menschen die Hand reichen – über Parteigrenzen hinweg. „Ich freue mich auf meine Aufgabe“, erklärte Koeser.
- Vor dem Rathaus in Stade feiert Kai Koeser (mi.) mit seinen Parteikolleginnen und -kollegen
- Foto: kk
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Das Ergebnis erinnert dabei auffällig an die Bürgermeisterwahl von 2019 – allerdings unter umgekehrten politischen Vorzeichen. Damals hatte CDU-Kandidat Sönke Hartlef die amtierende Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) abgelöst. Nun wechselt das Amt wieder zur SPD.
Ralf Dessel wird Buxtehuder Bürgermeister
In Buxtehude entschieden sich die Wähler dagegen für Kontinuität. Nach zwölf Jahren mit Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) als Rathausspitze übernimmt zum 1. November Ralf Dessel das Bürgermeisteramt. In der Stichwahl erhielt der parteilose Kandidat 57,3 Prozent der Stimmen. Katharina Mewes (BBG/FWG) kam auf 42,7 Prozent.
Dessel ist im Buxtehuder Rathaus längst kein Unbekannter. Er arbeitet seit Langem in der Buxtehuder Verwaltung und ist seit 2023 Erster Stadtrat. Im Bürgermeisterwahlkampf hatte er sich bewusst als Verwaltungsprofi präsentiert. Unterstützt wurde seine Kandidatur von CDU, SPD und FDP.
Auf Dessel warten allerdings große Aufgaben. Schulen müssen saniert werden, zahlreiche große Bauprojekte beschäftigen die Stadt und auch die personelle Situation innerhalb der Verwaltung bleibt eine Herausforderung. Hinzu kommt: Mit seinem Wechsel ins Bürgermeisteramt muss auch Dessels bisherige Position im Stadthaus neu besetzt werden.
- Ralf Dessel (parteilos) feiert den Wahlsieg in Buxtehude gemeinsam mit Landrat Kai Seefried (CDU)
- Foto: Dessel
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„Ich bin froh und dankbar über den heutigen Wahlausgang. Danke an alle Wählerinnen und Wähler“, erklärte Dessel nach seinem Sieg. Sein Dank gelte auch CDU, SPD und FDP sowie insbesondere seiner eigenen Wählergruppe für die Unterstützung in den vergangenen Monaten. „Ohne Euch alle wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“
Katharina Mewes musste sich am Wahlabend geschlagen geben. Sie zeigte sich nach der Stichwahl trotz ihrer Niederlage zufrieden: „Ich freue mich über das starke Ergebnis, auch wenn es nicht gereicht hat.“ Mit Blick auf ihren künftigen politischen Konkurrenten im Rathaus sagte sie: „Ich hoffe, dass Herr Dessel wenigstens einen Hauch frischen Wind ins Stadthaus bringt“ – etwas, auf das sie als Dessels Gegenkandidatin im Wahlkampf großen Wert legte. Sie wünsche dem neuen Bürgermeister viel Kraft, die Stadt strategisch und politisch zu führen.
Viele Wahlberechtigte blieben zu Hause
So unterschiedlich die politischen Signale aus Stade und Buxtehude sind – bei der Wahlbeteiligung ähneln sich die beiden Hansestädte auffällig.
In Stade beteiligten sich nur rund 37,3 Prozent der Wahlberechtigten an der Stichwahl. Beim ersten Wahlgang am 13. September waren es noch 59,7 Prozent gewesen.
Damit sank die Beteiligung sogar noch einmal gegenüber der Stader Bürgermeister-Stichwahl von 2019. Damals hatten 38,89 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Im ersten Wahlgang 2019, der zeitgleich mit der Europawahl stattfand, waren es noch 56,69 Prozent gewesen.
Auch in Buxtehude zeigte sich ein ähnliches Bild. Während sich im ersten Wahlgang noch mehr als 61 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten, ging zur Stichwahl nur etwas mehr als ein Drittel (37,7 Prozent) zur Wahl.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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