CDU kritisiert Ministerpräsident Lies
Proxima Fusion: Warum das Milliardenprojekt nicht nach Stade kam
- Bei Kernfusion ist noch viel Forschungsaufwand erforderlich
- Foto: KI-generiert
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Warum ging eines der wohl spektakulärsten Zukunftsprojekte, für das Stade als Standort im Gespräch war, am Ende nach Bayern? Nach den Presseberichten über die gescheiterte Ansiedlung des Kernfusionsprojekts von Proxima Fusion legte die CDU-Opposition im niedersächsischen Landtag nach. Im Zentrum der Kritik steht jetzt Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD).
Stade war im Fokus der Standortsuche
Die Stader CDU-Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke bekam bereits im Frühjahr im Rahmen einer Kleinen Anfrage seitens der rot-grünen Landesregierung offiziell bestätigt: Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion hatte Niedersachsen in seine Standortsuche einbezogen. Es gab Gespräche mit der Staatskanzlei und dem Wissenschaftsministerium, wobei ausdrücklich eine Ansiedlung in Stade im Fokus stand. Auf Reineckes Frage nach den Gründen für die Entscheidung zugunsten Bayerns erklärte die Landesregierung allerdings später: Proxima Fusion habe sie darüber nicht informiert.
Land wollte keine 400 Millionen Euro investieren
Genau diese Antwort bekommt nun politische Brisanz. Nach Angaben der CDU-Fraktion erklärte Lies bei einer Befragung im Landtag, Niedersachsen sei nicht bereit gewesen, 400 Millionen Euro für die Ansiedlung in Stade bereitzustellen. "Während Bayern entschlossen handelt, konnte sich der Ministerpräsident offenbar weder gegenüber seinem grünen Koalitionspartner noch gegenüber seinem grünen Finanzminister durchsetzen", so das Fazit der Parlamentarischen Geschäftsführerin der CDU-Fraktion, Carina Hermann. Sie sieht darin einen Widerspruch zur früheren Antwort der Landesregierung auf Reineckes Anfrage und fordert Aufklärung darüber, wann dem Ministerpräsidenten die finanziellen Bedingungen bekannt waren.
Für Stade wäre das Thema von besonderer Bedeutung gewesen. Wie das WOCHENBLATT bereits berichtete, sollte das Projekt ein Investitionsvolumen von rund zwei Milliarden Euro erreichen. Inzwischen treibt Proxima Fusion seinen Fusionsdemonstrator „Alpha“ in Bayern voran. Das Unternehmen hat dafür im Sommer 411 Millionen Euro privates Kapital eingesammelt.
Damit erhält die von Reinecke angestoßene parlamentarische Nachfrage im Nachhinein zusätzliches Gewicht. Für die Stader CDU-Abgeordnete und ihre Fraktion bleibt vor allem die Frage ungeklärt, weshalb die Landesregierung zunächst behauptet hat, die Entscheidungsgründe nicht zu kennen, während die fehlende Bereitschaft zu einer 400-Millionen-Euro-Förderung inzwischen als entscheidender Punkt genannt wird.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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