Landrat Kai Seefried setzt auf Kontinuität
Mit 70 noch im Job: Der Erste Kreisrat Thorsten Heinze will acht Jahre dranhängen
- Thorsten Heinze bekleidet seit 2019 das Amt des Ersten Kreisrates. Der 61-Jährige wird im Oktober für eine zweite Amtszeit bis 2035 gewählt
- Foto: Daniel Beneke/Landkreis Stade
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Während in Berlin noch darüber gestritten wird, wie lange die Deutschen künftig arbeiten sollen, und die Politiker im Bund darüber diskutieren, ob die Rente mit 70 als Modell für künftige Jahrzehnte eingeführt wird, schafft man beim Landkreis Stade schon mal Tatsachen. Denn für den Ersten Kreisrat Thorsten Heinze ist die umstrittene Rente mit 63 überhaupt kein Thema - und mit 67 ebenfalls nicht. Er möchte erst mit 70 aufhören. Schließlich muss man kein Spitzenpolitiker sein, um jenseits des regulären Rentenalters weiterzuarbeiten. Die Kreispolitik in Form des wichtigen Personal- und Finanzausschusses hat bereits grünes Licht gegeben. Die endgültige Entscheidung auf der Kreistagssitzung am 9. Oktober dürfte damit nur noch reine Formsache sein.
Verzicht auf Stellenausschreibung
Der 61-jährige Heinze, als Erster Kreisrat die Nummer zwei in der Stader Kreisverwaltung direkt hinter Landrat Kai Seefried, hat seine erste Amtszeit 2019 angetreten. Sie endet am 30. September 2027. Wird er für eine zweite Amtszeit gewählt, bleibt er bis 70 im Amt. Der Wiederwahl dürfte nichts im Wege stehen, nachdem Seefried der Kreispolitik empfohlen hatte, auf eine öffentliche Ausschreibung für den Posten des Ersten Kreisrates zu verzichten und Heinze für eine zweite Amtszeit zu bestätigen. Seefried möchte die Entscheidung bewusst noch vom bisherigen Kreistag treffen lassen. „Die jetzigen Abgeordneten kennen Thorsten Heinze gut“, sagt der Landrat. Genau dieses Gremium sollte daher die Wahl vornehmen.
Dickes Lob des Landrates
Heinze kam von der Harburger Kreisverwaltung nach Stade. Seitdem ist der Jurist nicht nur allgemeiner Verwaltungsvertreter des Landrats. Seefried lobt seinen Vize in höchsten Tönen, die Zusammenarbeit mit Heinze habe sich stets "äußerst vertrauensvoll" gestaltet. Der Erste Kreisrat sei "hoch motiviert, sehr verantwortungsbewusst, einsatzfreudig und belastbar". Hervorgehoben werden sein Fachwissen, seine schnelle Auffassungsgabe und sein strategischer Blick. Besonders am Herzen lägen ihm die Digitalisierung sowie mehr Effektivität und Effizienz in der Verwaltung.
Kein Grund zur Bewerbersuche
Aus der Politik kommt reichlich Rückenwind. „Wir werden Heinzes Wiederwahl voll unterstützen. Die Kreispolitik hat hier einen sehr guten Partner an ihrer Seite“, sagt Stefan Heins von der CDU. Auch SPD-Fraktionschef Björn Protze sieht keinen Grund, jetzt noch eine große Bewerbersuche zu veranstalten. "Wenn der Amtsinhaber seine Sache gut macht, dann könnte man zwar trotzdem die Stelle des Ersten Kreisrates öffentlich ausschreiben. Aber warum sollte man?", meint Protze. Warum mehr als 1.000 Euro für eine Ausschreibung ausgeben, wenn man mit dem Amtsinhaber zufrieden ist?
Protze stellt jedenfalls fest: „Herr Heinze kniet sich in seine Aufgabe richtig rein.“ Bei dieser Formulierung musste der WOCHENBLATT-Reporter kurz schmunzeln. Denn bereits kurz nach Heinzes Amtsantritt im Herbst 2019 hatte er geschrieben, Heinze knie sich „voll in seinen Job rein“ und sitze sogar dann noch im Büro, wenn der letzte Mitarbeiter längst hinter sich das Kreishaus abgeschlossen habe.
Der Letzte macht das Licht aus
Vielleicht hat Protze einfach mal online im WOCHENBLATT geblättert. Oder gegoogelt. Und ist dabei womöglich auf den damaligen Artikel gestoßen. Schön zu wissen, wenn Artikel auch nach sieben Jahren noch gelesen werden. Ob Heinze heute allerdings tatsächlich noch derjenige ist, der abends im Kreishaus das Licht ausmacht, sei dahingestellt. Seit 2021 sitzt schließlich Kai Seefried im Chefbüro. Und der ist ebenfalls dafür bekannt, als Workaholic bis weit in die Abendstunden hinein zu arbeiten. Gut möglich also, dass es im Kreishaus längst einen stillen Wettbewerb gibt: Wer bleibt länger?
Für den Landkreis ist diese Frage am Ende zweitrangig. Wichtiger ist: Ein Jahr vor Ablauf von Heinzes erster Amtszeit steht fest, dass es mit ihm weitergehen wird. Und bei der Kommunalwahl wurde Seefried bekanntlich für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Damit ist die Kontinuität an der Spitze des Stader Kreishauses über viele Jahre hinweg gesichert.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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