Zwei Wochen Einsatz für Moor und Heide
Jugendworkcamp: Naturschutzgebiete in der Nähe von Stade betreuen
- Das Jugendworkcamp 2025 bereitete den Teilnehmern viel Spaß
- Foto: ÖNSOR
- hochgeladen von Jörg Dammann
Raus aus dem Alltag, rein ins Moor: Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Landkreis Stade können im September gemeinsam mit Teilnehmern aus anderen Ländern bei einem internationalen Jugendcamp anpacken. Statt trockener Theorie stehen Naturschutzaktionen in der Region auf dem Programm. Vom 5. bis 19. September veranstaltet die Ökologische NABU-Station Oste-Region, kurz ÖNSOR, gemeinsam mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD) ein zweiwöchiges Workcamp. Mitmachen können junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren. Es sind noch Plätze frei.
Das Camp findet bereits zum vierten Mal statt. Die Gruppe ist in insgesamt sechs Schutzgebieten aktiv: „Bullensee und Hemelsmoor“, „Hohes Moor“, „Huvenhoopsmoor“, „Großes und Weißes Moor“, "Stellingsmoor" und "Beverner Wald". Die Ziele liegen direkt nicht weit entfernt – im Landkreis Stade und im angrenzenden Landkreis Rotenburg (Wümme).
Auf Moor- und Heideflächen müssen abgesägte Gehölze zusammengetragen und aus sensiblen Bereichen entfernt werden. So bekommen seltene Pflanzen wie Bult-Torfmoose und Moosbeeren wieder mehr Licht und Platz. Gleichzeitig entstehen bessere Lebensbedingungen für Tiere wie die geschützte Schlingnatter. Im Beverner Wald stehen Fledermäuse im Mittelpunkt. Dort kontrolliert die Gruppe Fledermauskästen und repariert sie bei Bedarf. Begleitet werden alle Einsätze von Fachleuten der ÖNSOR und ihren Kooperationspartnern. Neben der praktischen Arbeit erfahren die Teilnehmer, wie Moore funktionieren, warum sie geschützt werden und welche Maßnahmen bedrohten Tier- und Pflanzenarten tatsächlich helfen.
Das „Hohe Moor“ befindet sich ganz in der Nähe
Für junge Leute aus dem Landkreis Stade ist ein Einsatzort besonders spannend: Das Naturschutzgebiet „Hohes Moor“ liegt teilweise direkt vor der Haustür. Es erstreckt sich über die Gemeinden Estorf, Oldendorf und Heinbockel sowie über einen Bereich der Stadt Bremervörde im Landkreis Rotenburg. Geschützt wird dort eine besondere Hochmoorlandschaft, die früher entwässert und durch Torfstiche verändert wurde. Heute wird versucht, das Moor wieder nasser werden und regenerieren zu lassen. Zwischen Moorbirken und Kiefern wachsen seltene Hochmoorpflanzen wie Moosbeere, Rosmarinheide und Mittlerer Sonnentau. Eine weitere Besonderheit sind der Elmer See und der Oldendorfer See – zwei nährstoffarme natürliche Moorseen. In alten Torfstichen haben sich außerdem torfmoosreiche Übergangs- und Schwingrasenmoore entwickelt.
Das Jugendcamp verbindet körperliche Arbeit in der freien Natur mit Begegnungen über Sprachbarrieren hinweg. Gemeinsam arbeiten, kochen, Freizeit verbringen und dabei etwas Sinnvolles für die eigene Region tun: Genau diese Mischung macht das Workcamp aus.
Die Anmeldung läuft über den ÖNSOR-Projektpartner IJGD (Campcode: ijgd 16005). Dort erhalten Interessierte auch weitere Infos:
www.ijgd.de/workcamps/workcampsuche/
Für Fragen zu den Naturschutzeinsätzen vor Ort ist Sarina Pils von der Ökologischen NABU-Station Oste-Region erreichbar, Tel. 0152 - 310 55 143, E-Mail: s.pils@oesoste-region.de.
Weitere Infos im Internet: www.nabu-station-oste-region.com.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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