"Kapellenkaffee" öffnet an den Septembersonntagen
Kaffee, Kuchen und nette Gespräche mitten auf dem Stader Horstfriedhof
- Das ehrenamtliche Team des "Kapellenkaffees" serviert Kaffee und Kuchen
- Foto: Förderverein
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein Friedhof ist nach allgemeinem Verständnis ein Ort der Stille. Gedämpfte Stimmen sind erlaubt, alles, was über ein Flüstern hinausgeht, wirkt schnell unpassend. Auf dem Horstfriedhof in Stade ist das zumindest sonntags ein wenig anders. Dann herrscht rund um die 100 Jahre alte Friedhofskapelle keine Grabesstille, sondern es wird bei Kaffee und Kuchen erzählt, gelacht und geklönt.
Viel ehrenamtliches Engagement
Möglich macht das der Förderverein Horstfriedhof Stade mit seinem „Kapellenkaffee“. Die Einrichtung hat sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Die Erste Vorsitzende des Fördervereins, Hilke Ehlers, spricht von einem "vollen Erfolg". Mit einfachen Mitteln und viel ehrenamtlichem Engagement ist mitten auf dem Friedhof eine Begegnungsstätte entstanden. Ehrenamtliche backen Kuchen, decken Tische in und vor der Kapelle und bewirten die Gäste.
An sechs Sonntagen öffnete das "Kapellenkaffee" bereits von 14 bis 16 Uhr – und traf damit offenbar einen Nerv. Denn der Horstfriedhof ist weit mehr als eine Begräbnisstätte. Die parkähnliche Anlage lädt zu Spaziergängen ein, viele Menschen verbringen dort regelmäßig Zeit. Gleichzeitig fehlt es nach Angaben des Fördervereins gerade sonntags im Umfeld an Orten, an denen Menschen zwanglos miteinander ins Gespräch kommen können.
- Gemütliche Beisammensein vor der Kapelle
- Foto: Förderverein
- hochgeladen von Jörg Dammann
Schöner Ort zum Verweilen
„All das wollten wir zusammenbringen mit dem Wunsch nach einem schönen Ort zum Verweilen, Kaffeetrinken und Klönschnack“, erklärt Hilke Ehlers. Dass dafür ausgerechnet die Friedhofskapelle zur Verfügung steht, ist für sie besonders passend. „Gerade als Kirche ist es uns wichtig, Begegnungen zu ermöglichen – auch dort, wo Gemeinschaft vielleicht auf den ersten Blick nicht offensichtlich erscheint. Der Horstfriedhof ist nicht nur ein Ort des Abschieds, sondern auch des Lebens und des Miteinanders.“
Genau darin liegt der besondere Charme des Kapellenkaffees: Der Friedhof verliert nichts von seiner Würde und Ruhe – bekommt aber für einige Stunden einen zusätzlichen Charakter als Ort der Begegnung. Trauer, Erinnerung und Gemeinschaft schließen sich dabei nicht aus.
Im September öffnet das "Kapellenkaffee" noch einmal an allen vier Sonntagen, um die Gäste von 14 bis 16 Uhr zu bewirten. Eine Ausnahme bildet der 20. September, der „Tag des Friedhofs“. Dann ist das Café in der Kapelle von 10 bis 15 Uhr in der Kapelle. Außerdem sind eine Andacht, Führungen über den Friedhof sowie Lesungen geplant.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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