Sepsis: Gefahr für Leib und Leben
- Infektionen oder Verletzungen können eine gefährliche Sepsis zur Folge haben
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Ein Ratscher am Rosendorn, eine kleine Schnittwunde oder ein Tierbiss: Solche Verletzungen sind meist harmlos. Dringen jedoch Krankheitserreger ein und kann der Körper eine entstehende Infektion nicht mehr örtlich begrenzen, kann sich eine Sepsis entwickeln. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September macht auf diesen lebensbedrohlichen Notfall aufmerksam. Denn was viele unterschätzen: Sepsis zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.
Umgangssprachlich wird Sepsis häufig „Blutvergiftung“ genannt. Dahinter steckt jedoch nicht einfach eine Vergiftung des Blutes. Ausgangspunkt ist immer eine Infektion. Die Abwehrreaktion des Körpers gerät außer Kontrolle und richtet sich schließlich gegen den eigenen Organismus. Lebenswichtige Organe können geschädigt werden, im schlimmsten Fall kommt es zu Kreislauf- und Multiorganversagen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsportals sterben 20 bis 30 Prozent der Menschen, die in Deutschland an einer Sepsis erkranken.
Nicht nur Wunden sind eine Gefahr
Besonders häufig beginnt das Geschehen mit Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten, Infektionen im Bauchraum oder Haut- und Weichteilinfektionen. Auch nach Operationen können Infektionen auftreten. Selbst kleine Verletzungen können zur Eintrittspforte werden: etwa Schnitt- und Schürfwunden bei der Gartenarbeit oder ein aufgekratzter Insektenstich. Auch Bisse und Kratzer von Haustieren können sich infizieren. Deshalb sollten Wunden gereinigt und beobachtet werden. Zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen oder Eiter können auf eine Infektion hindeuten. ([Sepsis-Stiftung][2])
Warnzeichen ernst nehmen:
Jede Stunde kann entscheidend sein
Das Tückische: Das eine eindeutige Sepsis-Symptom gibt es nicht. Alarmzeichen sind ein plötzlich ungewöhnlich starkes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit oder Benommenheit, schnelle Atmung oder Atemnot, Herzrasen, Fieber und Schüttelfrost sowie starke Schmerzen. Auch feucht-kalte oder fleckig-marmorierte Haut und ein niedriger Blutdruck können auftreten. Verschlechtert sich der Zustand bei einer Infektion innerhalb kurzer Zeit drastisch, sollte an eine Sepsis gedacht werden. Bei entsprechenden Warnzeichen gilt: 112 wählen und auf den Verdacht einer Sepsis hinweisen.
Auch im Mund kann eine Sepsis ihren Anfang nehmen. Entzündungen an Zahn, Zahnwurzel oder Zahnfleisch bleiben zwar meist örtlich begrenzt und sind gut behandelbar. Unbehandelt können sich Bakterien jedoch ausbreiten und im schlimmsten Fall eine Sepsis auslösen. Starke Zahnbeschwerden sollten deshalb nicht ausgesessen werden. Treten zu einer Zahninfektion plötzlich Fieber, Schüttelfrost, Atemnot, Kreislaufprobleme, ungewöhnlich starke Schwäche, Verwirrtheit oder ein massives Krankheitsgefühl hinzu, ist schnelles Handeln gefragt.
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