Burger King: Aus für Stader Burger-Bräter

Burger King kündigt fristlos die Franchise-Verträge mit der Yi-Ko Holding / Anwalt leitet rechtliche Schritte ein
  • Burger King kündigt fristlos die Franchise-Verträge mit der Yi-Ko Holding / Anwalt leitet rechtliche Schritte ein
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Burger King kündigt fristlos die Franchise-Verträge mit der Yi-Ko Holding / Anwalt leitet rechtliche Schritte ein

UPDATE: Nach Medienberichten sollen mittlerweile alle "Burger King" - Filialen, die von der Yi-Ko Holding betrieben werden, geschlossen sein. Damit reagiert das Stader Unternehmen offenbar auf die einstweilige Verfügung, die "Burger King" bereits am Freitag beim Landgericht München gegen die Yi-Ko Holding erwirkt hatte. Demnach ist es Yi-Ko untersagt, in den von ihr betriebenen Filialen weiter den Namen "Burger King" zu führen. Die Restaurants dürfen zwar weiter geöffnet sein, doch alle rechltich geschützten Marken-Logos müssen entfernt werden. Auch lizensierte Produkte wie etwa der Whopper dürfen nicht mehr angeboten werden.
Auch der derzeitige Geschäftsführer der Yi-Ko Holding, der Kölner Franchise-Experte und Anwalt Dr. Dieter Stummel, hat sich in einem Interview inzwischen vom Yi-Ko - Mitinhaber Ergün Yildiz distanziert. Dieser tourte in den vergangenen Tagen noch durch einige seiner Filialen und zeigte sich vor laufen Kameras besorgt um die Zukunft seiner Angestellten. Dabei hatte er einige bestellte Demonstranten im Schlepptau.

jd. Stade. Das Tischtuch zwischen Burger King und dessen größtem Franchisenehmer in Deutschland, dem Stader Fastfood-Unternehmer Ergün Yildiz, ist wohl endgültig zerschnitten: "Burger King gibt die Kündigung aller 89 Franchiseverträge mit der Yi-Ko Holding mit sofortiger Wirkung bekannt", heißt es in einer Mitteilung der Münchner Konzernzentrale. Die Yi-Ko Holding habe sich nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für deren rund 3.000 Mitarbeiter gehalten, so die Begründung. Man betrachte die "wiederholten Verstöße gegen arbeitsrechtliche Standards" als "Rufschädigung", ließ Burger King verlautbaren. Yildiz will sich gegen die Verbannung aus dem Buletten-Imperium wehren. Die Anwaltskanzlei "Graf von Westphalen", die die Interessen der Yi-Ko Holding vertritt, erklärte gegenüber dem WOCHENBLATT, dass eine einstweilige Verfügung beantragt werden soll.

Die Yi-Ko Holding, die ihren Sitz in Stade hat, steht seit der im Frühjahr 2013 erfolgten Übernahme von zunächst 91 Filialen, die zuvor direkt von Burger King betrieben wurden, im Kreuzfeuer der Kritik: Meist ging es um Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte und um nicht gezahlte Urlaubsgelder oder Überstundenzuschläge. Mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten lag Yildiz im Dauerclinch. Das Fass zum Überlaufen brachte im Mai ein RTL-Bericht über miese hygienische Zustände in einigen Filialen. Auf Drängen der Zentrale musste Yildiz seinen Hut nehmen. Als Interims-Geschäftsführer wurde der Jurist und Franchise-Experte Dr. Dieter Stummel - er gilt als enger Vertrauter von Yildiz - installiert.

Dass Yildiz trotz anderslautender Vereinbarungen "fortwährend Einfluss auf das Tagesgeschäft nahm", führt Burger King als einen weiteren Grund für die fristlose Vertragsauflösung an. Man habe eigene Untersuchungen vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Yi-Ko Holding sich nicht an arbeitsrechtliche Standards halte, so das Unternehmen. Dabei habe sich die Situation in den vergangenen Wochen verschlechtert. "Die Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar", erklärte Burger King-Chef Andreas Bork.

Doch schon jetzt ist klar, dass es nicht der letzte Schritt sein wird: Sämtliche betroffenen Burger King-Filialen sind weiter geöffnet. Damit die Vorräte nicht zur Neige gehen, wollen Yildiz und Stummel eine einstweilige Verfügung gegen das von Burger King verhängte Lieferstopp erwirken. "Wenn keine frische Ware mehr kommt, müssen etliche Standorte in ein paar Tagen schließen", erklärt der Wirtschaftsanwalt Walter Scheuerl von der Kanzlei "Graf von Westphalen". Es sei unverantwortlich, wie Burger King mit dem Schicksal von 3.000 Beschäftigten umgehe.

"Als letzte Konsequenz droht der Yi-Ko Holding die Insolvenz", meint Scheuerl. Das müsse schon im Interesse der Arbeitnehmer verhindert werden. Außerdem dürfte Burger King mit Schadensersatzforderungen in mehrstelliger Millionenhöhe rechnen, wenn die Yi-Ko Holding den Restaurant-Betrieb nicht fortführen könne.

• Das Stader Burger King-Restaurant ist von der fristlosen Kündigung übrigens nicht betroffen. Es wird zwar auch von Ergün Yildiz betrieben, doch es firmiert unter einer anderen Gesellschaft. Die Burger King-Zentrale teilte dem WOCHENBLATT aber auf Anfrage mit, dass Optionen geprüft werden, ob man auch hier das Vertragsverhältnis beenden kann.

• Ergün Yildiz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Eine seine Mitarbeiterinnen erklärte, dass ihr Yildiz' Telefonnummer nicht bekannt sei.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Politik
Freiwillig mit Mund- und Nasenschutz kehrten Grundschüler in Maschen Anfang Mai nach der Corona-Zwangspause in die Schule zurück

Corona - eingeschränkter Regelbetrieb
Niedersachsen will auf eine Maskenpflicht in Schulen verzichten

(ts). Nach der Corona-Zwangspause und den Sommerferien dürfen Hamburgs Schüler seit vergangenem Donnerstag wieder zur Schule gehen - an den weiterführenden Schulen herrscht für Schüler, Lehrer und Besucher Maskenpflicht. Im Klassenzimmer dürfen sie den Mund- und Nasenschutz allerdings abnehmen. In Niedersachsen sollen die Schulen zum Schulstart am 27. August ebenfalls in einem eingeschränkten Regelbetrieb anlaufen können - allerdings lockerer beim Mund- und Nasenschutz. Im Unterricht und...

Politik
Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln, ist das nicht gefährlich, beruhigt der Landkreis

Antwort des Landkreises Harburg auf FDP-Antrag
Maden in Biotonnen sind ungefährlich

(os). Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln oder die Tonne einen unangenehmen Geruch verbreitet, ist das für Menschen ungefährlich. Das geht aus der Antwort des Landkreises Harburg auf eine Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion hervor. Wie berichtet, wollten die Freidemokraten wissen, ob es möglich ist, die Biotonne in den Monaten zwischen Mai und September jede Woche und nicht wie derzeit alle 14 Tage leeren zu lassen. Die FDP-Fraktion hatte auf viele Klagen von Bürgern verwiesen, denen beim...

Panorama
Die Container der inzwischen geschlossenen Testzentren - wie hier am Krankenhaus Buchholz - bleiben zunächst stehen Foto: os

Corona-Testzentren in der Pampa

KVN eröffnet Testeinrichtung für Urlaubsrückkehrer in Rosche (Uelzen) / Landkreis Harburg stinksauer thl. Winsen. "Corona-Testzentren werden für Urlaubsrückkehrer neu eröffnet" - so lautet die vollmundige Überschrift einer Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Wie das WOCHENBLATT berichtete, gab es heftige Kritik an der KVN, nachdem sie die Abstrichzentren in der Region, wie z.B. an den Krankenhäusern Winsen und Buchholz, geschlossen hatte. Deswegen hat die...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen