Der Bedarf bleibt hoch
Niedersachsen fördert Klinikbauten mit 316 Millionen Euro

Damit der Klinikbetrieb reibungslos rollt, sind Investitionen in Millionenhöhe erforderlich | Foto: AdobeStock / AntonioDiaz
  • Damit der Klinikbetrieb reibungslos rollt, sind Investitionen in Millionenhöhe erforderlich
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Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 316 Millionen Euro unterstützt das Land Niedersachsen im Jahr 2025 insgesamt 30 Baumaßnahmen an Krankenhäusern im ganzen Land. Das hat der Krankenhaus-Planungsausschuss kürzlich in seiner ersten Sitzung des Jahres beschlossen. Dabei fließt der Großteil – rund 294 Millionen Euro – in die reguläre Weiterfinanzierung bereits laufender Projekte. Zusätzlich werden 14,6 Millionen Euro zur Abfederung gestiegener Baukosten und 7,5 Millionen Euro für kleinere Vorhaben sowie die Erstanschaffung medizinisch-technischer Großgeräte bereitgestellt.

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) betonte, das Land leiste damit „einen entscheidenden Beitrag zu einem flächendeckenden und modernen stationären Angebot für die Bürgerinnen und Bürger“. Die Förderung zielt darauf ab, die Qualität der medizinischen Versorgung dauerhaft zu sichern und bauliche sowie technische Defizite an bestehenden Klinikstandorten zu beseitigen.

Keine neuen Projekte
Allerdings: Neue Projekte konnten in das Investitionsprogramm 2025 nicht aufgenommen werden. Diese Tatsache stößt auf deutliche Kritik der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), die weiterhin einen Investitionsstau von rund 3,1 Milliarden Euro in der niedersächsischen Krankenhauslandschaft sieht. „Das heutige Programm enthält ausschließlich laufende Maßnahmen“, bedauert NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. NKG-Vorstandsvorsitzender Rainer Rempe ergänzt: „Wir danken für die bisherigen Anstrengungen, aber die Herausforderungen wachsen weiter. Wir brauchen eine tragfähige Investitionsbasis, damit unsere Kliniken zukunftsfest werden – besonders mit Blick auf die Krankenhausreform.“

Im Fokus steht dabei auch der sogenannte Transformationsfonds, ein gemeinsames Förderinstrument von Bund und Ländern mit einem Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro. Damit sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren gezielt Strukturveränderungen in der Krankenhauslandschaft unterstützt werden. Voraussetzung für die Nutzung dieser Mittel ist die Kofinanzierung durch die Länder – in Niedersachsen wären das rund 222 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Die NKG fordert eindringlich, dass diese Summe nicht auf Kosten der regulären Investitionsförderung bereitgestellt wird.

Das sagen die Kliniken
Auch Klinikleitungen aus der Region bekräftigen die Dringlichkeit der Investitionen. „Das diesjährige Investitionsprogramm ist ein bedeutender Beitrag zur Sicherung unseres Versorgungsauftrags“, erklärt Siegfried Ristau, Geschäftsführer der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude. „Die Fördermittel stärken die Gesundheitsversorgung in der Elbe-Weser-Region spürbar.“ Auch an den Krankenhäusern in Winsen und Buchholz ist der Handlungsdruck groß. Geschäftsführer Kai Uffelmann: „Die Beschlüsse im Planungsausschuss unterstreichen den anhaltenden Investitionsdruck in der Krankenhauslandschaft. Ich begrüße es ausdrücklich, dass unser Landrat und NKG-Vorsitzender Rainer Rempe den Handlungsbedarf klar adressiert."

Ausgewählte Projekte

Das Investitionsprogramm umfasst insgesamt 30 Baumaßnahmen an niedersächsischen Kliniken. Hier ein Überblick über Projekte in der Region.

Elbe Klinikum Stade
• Ersatzneubau Pflege: 15 Mio. Euro Förderung für ein neues Bettenhaus mit 400 Patientenplätzen, auf 7.800 m² und sechs Etagen. Fertigstellung bis Ende 2026 geplant.
• Krankenpflegeschule: 3,1 Mio. Euro Förderung für den Ausbau auf 243 Ausbildungsplätze – ein wesentlicher Beitrag gegen den Fachkräftemangel.

OsteMed Klinik Bremervörde
• Projekt „Einhäusigkeit“: 5 Mio. Euro Landesförderung für Neu- und Umbauten mit Fokus auf Akutgeriatrie (60 Betten) und Schmerztherapie (26 Betten).

Krankenhaus Buchholz
• Modernisierung Pflege und Zentrale Notaufnahme: 8 Mio. Euro Förderung für 275 neue oder umgebaute Räume, als Teil des dritten Bauabschnitts im "Masterplan 2030".

Klinik Dr. Hancken, Stade
• Neubau Diagnostik und Pflege: 7 Mio. Euro Förderung für den ersten Bauabschnitt eines hochmodernen Gebäudes mit 54 Betten für onkologische und palliative Patienten auf fünf Etagen.

Evangelisches Krankenhaus Ginsterhof, Rosengarten
• Sanierung und Erweiterung – zweiter Bauabschnitt: 5,9 Mio. Euro für neue Zweibettzimmer und die Aufstockung der Bettenanzahl auf 62 – zentrales Element eines vierstufigen Modernisierungskonzepts.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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