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Mega-Verkehrsrund in Himmelpforten: Jetzt spricht "Kreisel-Kersten"

Kreisel-Fan: Kersten Schröder-Doms, Ex-Stadtbaurat von Stade
 
Befürwortet eine Ammpelkreuzung: Anwohner Martin Woitschek

Kreisverkehr oder Ampelkreuzung in Himmelpforten? Ex-Stadtbaurat Schröder-Doms contra Anwohner / Leser-Meinung ist gefragt

tp. Himmelpforten. Für die einen sind Kreisel das Nonplusultra, wenn es um gleichmäßigen Verkehrsfluss an Knotenpunkten geht. Andere begegnen den Bauwerken mit Skepsis - einer von ihnen ist Martin Woitschek (47) aus Himmelporten. Wie berichtet, planen Politik und Verwaltung in dem Geestort an der viel befahrenen Bundesstraße B73 einen vierarmigen Riesen-Kreisel. Nachdem sich Woitschek vor allem aus Sorge um die Kinder, die die B73 auf dem Weg zur Schule überqueren müssen, in dem WOCHENBLATT-Artikel "Denkt an die Fußgänger!" stattdessen für eine moderne Ampelkreuzung aussprach, meldet sich jetzt der ehemalige Stader Stadtbaurat Kersten-Schröder-Doms (71) als Kreisel-Befürworter zu Wort.

"Kreisverkehre sind sicher!", sagt Schröder-Doms, der in seiner Amtszeit in der Kreisstadt Stade mehrere große Kreisel-Projekte realisierte. Er meint: "Bei Ampelkreuzungen wird eine Scheinsicherheit erzeugt: Es gibt Autofahrer, die geben bei Gelb noch einmal Gas - oder fahren bei Rot über die Kreuzung. Und es gibt Fußgänger, die vertrauen, ohne noch einmal zu gucken, auf Grün, z.B. Kinder. Die Unfälle, die dann geschehen, sind oft tödlich."

Kreisverkehre hingegen würden Autofahrer in jedem Fall zum Langsamfahren zwingen. Zugleich seien Fußgänger gezwungen, den Verkehr zu beobachten. Schröder-Doms, der sich in Stade den Beinamen "Kreisel-Kersten" eintrug, ergänzt: "Wenn die Querung mit einem Zebrastreifen und einem Fahrbahnteiler kombiniert ist, gibt es keine fußgängerfreundlichere Lösung als einen Kreisverkehr. Das klappt selbst vor Schulen", so der erfahrene Diplom-Ingenieur im Ruhestand.

Familienvater Martin Woitschek, von Beruf Immobilienmakler, hingegen bleibt bei seiner Forderung, die bestehende Himmelpfortener Kreuzung an der B73/Bahnhofstraße/Poststraße mit einer Ampelanlage nachzurüsten, statt sie, wie geplant, für knapp eine Million Euro zum Kreisel umzubauen. Kreisverkehre seien nicht so einfach miteinder vergleichbar "und schon gar nicht, wenn ein Kreisel an einem Standort errichtet werden soll, an dem starke und ungleichmäßige Verkehrsbelastungen an der Tagesordnung sind. Hier in Himmelpforten fahren täglich tausende Pkw und hunderte Lastwagen durch die Ortschaft. Je stärker des Verkehrsaufkommen, desto größer wird dann auch der Kreisverkehr gebaut", gibt Woitschek zu bedenken. Er befürchtet als Folge, "dass der Berufsverkehr zum Stehen kommt, sobald Fußgänger die Straße kreuzen". Als Beispiel dafür nennt er den "Chaos-Kreisel von Celle".

Generell, so Woitschek, könnte es bei einem Kreisverkehr mit Zebrastreifen zu Problemen mit Kindern sowie mit behinderten und älteren Menschen kommen: "Während eine Ampelanlage die Fußgänger geregelt über die Bundesstraße führt, muss der Verkehrsteilnehmer am Kreisverkehr selbst entscheiden, wann er die Straße queren kann." Für schwächere Verkehrsteilnehmer könne sich dies bei hoher Verkehrsdichte als schwierig erweisen.

"Bei der Planung von solchen Knotenpunkten müssen alle gleichwertigen Formen wie eine Kreuzung mit Ampelanlage und natürlich einen Blitzer in Erwägung gezogen werden", fordert Woitschek. "Wir Anwohner erleben es täglich, welche extreme Gefahrenstelle die B73 in unserem Dorf ist."

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