Asylbewerber Darius ist Namensgeber für einzigartiges Ausbildungs-Modellprojekt im Landkreis Harburg

"Es macht viel Spaß": Darius Zozo (vorne li.) beim Deutschunterricht mit anderen Flüchtlingen und Lehrerin Dorothée Appel
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ce. Winsen. "Es ist eine tolle Erfahrung und macht viel Spaß, hier dabei zu sein", sagt Darius Zozo (32). Er floh vor gut zweieinhalb Jahren vor dem Krieg in seiner Heimat an der Elfenbeinküste nach Deutschland, lebt seitdem als Asylbewerber in Winsen - und ist Namensgeber des in der Region, wenn nicht deutschlandweit einzigartigen "Darius"-Projektes. Ziel der von der Stadt und dem Kirchenkreis Winsen sowie anderen beteiligten Institutionen gestarteten Initiative sei es, "Flüchtlingen schnellstmöglich zu einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu verhelfen", sagt Superintendent Christian Berndt.
Unterstützt wird das Projekt von den Berufsbildenden Schulen (BBS) Winsen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter des Landkreises Harburg, der Kreishandwerkerschaft, Kreisvolkshochschule (KHVS), dem Landkreis und dem Herbergsverein Winsen.
Seit Beginn dieses Monats werden etwa 20 Flüchtlinge über 21 Jahren mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus auf eine Lehre ab 1. August oder später vorbereitet. Für die Teilnahme ausgewählt wurden Asylbewerber, die über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen und für eine Lehre geeignet erschienen. Bei dem Projekt werden Praktika in handwerklichen und kaufmännischen Betrieben sowie Deutschunterricht miteinander verbunden. Der teilweise berufsbezogene Unterricht wird von den KVHS-Lehrerinnen Dorothée Appel und Manja Hähnel in den kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen der BBS Winsen erteilt. Die "Darius"-Teilnehmer werden von Paten unterstützt, die ehrenamtliche Mitarbeiter des "Internationalen Cafés" in Winsen sind oder sich im Coaching-Projekt "My Life" des Kreises engagieren, das junge Leute beim Start im Beruf begleitet. "Darius" ist von der Bundesagentur für Arbeit als Einstiegsqualifikation anerkannt. Die Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zur Vergütung von bis zu 216 Euro pro Monat.
Darius Zozo machte vor der Flucht Abitur und arbeitete in der Medizintechnik eines Krankenhauses. Als der Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste ausbrach, drängte Darius' Vater, der wie sein Sohn politisch aktiv war, diesen zur Flucht aus der lebensbedrohlichen Lage. "Neun Freunde sind umgebracht worden", berichtet Darius. In Winsen lebt er jetzt zusammen mit seiner Freundin. Über seinen Asylantrag sei noch nicht entschieden worden. "Nach der Ausbildung würde ich gerne hier als Elektroniker arbeiten und leben", sagt er. Ein Praktikum bei der Winsener Firma Alfred Kuhse hat er bereits absolviert und von dort eine Lehrstelle zum 1. August angeboten bekommen. Auch für drei weitere "Darius"-Teilnehmer gibt es Lehrstellenangebote. "Unser Projekt ist eine große Chance für Unternehmen, wo derzeit Fachkräfte fehlen, geeignetes Personal zu finden", freut sich der ehemalige Hamburger Staatsrat und "Darius"-Koordinator Bernd Egert.

"Es macht viel Spaß": Darius Zozo (vorne li.) beim Deutschunterricht mit anderen Flüchtlingen und Lehrerin Dorothée Appel
Projektinitiatoren mit Namensgeber (v. li.): Bernd Egert, Darius Zozo und Christian Berndt

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