Winsen
Die Wikinger aus Luhdorf wollen helfen

Michaela und Sven Grönwoldt mit den gespendeten Schulranzen
  • Michaela und Sven Grönwoldt mit den gespendeten Schulranzen
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  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Das Denken der Menschen über die Wikinger ändern und zeigen, dass Helfen glücklich macht - das ist das Ziel des Wikinger-Clubs "Northmen Bros. & Sis.", der seinen Sitz in Winsen-Luhdorf hat. "Jarl" (Häuptling) ist Sven Grönwoldt, er wird unterstützt von seiner Frau Michela. Insgesamt hat der Club zehn Mitglieder.
Um in dem Club aufgenommen zu werden, müssen Anwärter einer Prüfung stellen. "An mehreren Stationen müssen die zukünftigen Wikinger ihre Härte beweisen", erklärt "Jarl" Sven. "Dazu gehören das blinde Hineingreifen in eine Kiste mit unbekanntem Inhalt, das Essen eines sauren Herings und das Schatzsuchen in einer Schlammgrube." Auch die Taufe in der Luhe - ausgeführt mit einem Odin-Hammer - gehört hin und wieder zum Programm.
"Neben Spaß und Fun steht bei uns aber die Hilfe für die Bedürftige an oberster Stelle", so Grönwoldt. Und da haben der Häuptling und seine Frau gerade schlechte Erfahrungen gemacht. "Wir wollten in der Stadthalle einen Wickeltisch für die Flüchtlingskinder aus der Ukraine aufbauen und dort Windeln und Wechselwäsche deponieren. Das wurde aber erst von der Stadt und später auch vom Landkreis, der die Aufnahmestelle in der Stadthalle betreibt, abgelehnt", erzählen die Grönwoldts. Die Begründung: Es gebe einen Wickeltisch auf dem Behinderten-WC, dieser reiche aus. "Wenn die Flüchtlinge in Winsen ankommen, haben sie mindestens drei Stunden Busfahrt hinter sich. Da brauchen Babys doch neue Windeln und eventuell auch Wechselklamotten", so das Argument der Helfer. "Doch die Behörden blieben stur." Gleiches gilt für Schulranzen, die die Grönwoldts gesammelt haben. Allein von der Feuerwehr Ashausen hatten sie 250 Stück bekommen. "Wir wollen helfen und werden ausgebremst", sagen die beiden. Jetzt haben sie sich mit der Stiftung Schlüter Hof aus Lüneburg zusammengetan und bringen die Spenden dort hin. "Von dort aus werden die Sachen in die Ukraine gefahren und kommen da an, wo sie benötigt werden", sagt Sven Grönwoldt und guckt auf zahlreiche Fotos, auf denen glückliche Kinder aus der Ukraine zu sehen sind, die eines von den Grönwoldts gepackten Paketen in der Hand halten.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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