2.500-Euro-Spende vom Energieversorger
Stadtwerke Winsen unterstützen Igelhilfe Amelinghausen

Bei der Fütterung eines stark geschwächten Igels: Antje Fabrizius-Vogt, Vize-Vorsitzende des Igelhilfe-Vereins, und Stadtwerke-Mitarbeiter Marcel Rieckmann, der die Station ehrenamtlich unterstützt
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  • Bei der Fütterung eines stark geschwächten Igels: Antje Fabrizius-Vogt, Vize-Vorsitzende des Igelhilfe-Vereins, und Stadtwerke-Mitarbeiter Marcel Rieckmann, der die Station ehrenamtlich unterstützt
  • Foto: Christina Opeldus
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Amelinghausen/Winsen. Ein großes Herz für Tiere zeigen die Stadtwerke Winsen: Mit einer Spende von 2.500 Euro unterstützen sie den ehrenamtlich geführten Verein "Die kleine Igelhilfe Amelinghausen“. Die größte Igelstation in Norddeutschland wird geleitet vom Gründer und Vereinsvorsitzenden Ralph Götting sowie von der 2. Vorsitzenden Antje Fabrizius-Voigt.
27 ehrenamtliche Helfer unterstützen die Leiter zurzeit bei der Versorgung der aktuell 196 Tiere. Der Klimawandel ist den Experten zufolge Hauptursache für Notlage der Igel. Durch das Insektensterben fehlt dem Igel die Grundnahrung. Alternativen, die er dann zu sich nimmt, sind Schnecken oder Regenwürmer, was verheerende Folgen hat. Diese Weichtiere tragen viele krankmachende Innenparasiten mit sich, die sich durch den Verzehr auf die Igel übertragen. Diese sind dann oft schwer krank und müssen intensiv gepflegt werden.
Derzeit landen vermehrt nur etwa 240 Gramm wiegende Igelkinder bei der Station. Ein gutes Überwinterungsgewicht für einen Igel beträgt 650 bis 750 Gramm. "Durch die Klimaverschiebung bekommen die Igelmütter ihre Kinder zu spät“, erklärt Antje Fabrizius-Voigt. "Die Kleinen schaffen es nicht mehr, sich rechtzeitig den Winterspeck anzufressen, denn um diese Jahreszeit gibt es keine ausreichende Nahrung mehr. Ein weiterer Grund ist, dass bei diesen milden Temperaturen im Winter die Igel verfrüht aufwachen oder durch Menschen, die vorzeitig gärtnern, gestört werden.“
Mähroboter, Fadenschneider und Tellersense werden dem erdgeschichtlich 60 Millionen Jahre alten Säugetier oft zum Verhängnis. Häufig kommen gerade in den Sommermonaten durch diese Geräte verletzte Igel zur Station und müssen meistens in die Tierklinik zur unterstützenden Behandlung.
Durch einen Zusammenschluss der "kleinen Igelhilfe" mit weiteren Ehrenamtlichen ist das sogenannte "Igel-Taxi“ entstanden, das über einen Messenger- Dienst organisiert wird. Damit ist ein Transport in Notfällen möglich, etwa wenn ein gefundener Igel dringend zur Station gebracht werden muss, der Finder aber nicht mobil ist.
In der Station ist für eine sofortige Versorgung abgegebener Fundtiere alles vorhaben: das nötige Know-how des Teams, ein Untersuchungstisch, ein Mikroskop und vier Inkubatoren, die intensivmedizinisch genutzt werden. Eine gute Kooperation findet mit der Tierklinik Lüneburg statt. Jeder eingelieferte Igel wird gründlich von Ralph Götting gecheckt und anschließend kompetent gepflegt. Zum Beispiel von Marcel Rieckmann, der bei den Stadtwerken Winsen im Rechnungswesen arbeitet und die Einrichtung in Amelinghausen als ehrenamtlicher Helfer zweimal wöchentlich unterstützt. Das spart Kosten bei der ohnehin sehr teuren Igelpflege. Allein für das Futter müssen 2.000 Euro monatlich gezahlt werden.
"Ich finde es toll, dass sich die Stadtwerke mit unglaublichem Weitblick für Umweltthemen engagieren“, ist Antje Fabrizius-Voigt begeistert. "Das Engagement der zahlreichen Helfer der 'kleinen Igelhilfe' ist bewundernswert und wichtig“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Georg Preuß. "Der Klimawandel hat weitreichende Konsequenzen, und es freut uns, dass wir die Arbeit des Vereins ein Stück weit unterstützen können.“ 
- Wissenswertes darüber, wie man Igel im eigenen Garten unterstützen kann, und mehr erfahren Interessierte unter www.igelhilfe-amelinghausen.de.

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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