WOCHENBLATT-Interview mit Landrat Rainer Rempe zum Klimaschutz und zum Planspiel "plenergy" in Kooperation mit Schülern
Ambitioniert: Klimaneutralität bis 2040

"Klimaschutz ist wichtig": Landrat Rainer Rempe
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WOCHENBLATT: In der zurückliegenden Woche haben Sie sich am Plenergy-Workshop am Gymnasium Winsen beteiligt. Was war Ihre Aufgabe bei der Veranstaltung?
Rainer Rempe: Der Workshop „plenergy - Vom Planspiel zur Energiewende“ wurde vom Landkreis Harburg und dem Gymnasium Winsen in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover mit dem zehnten Jahrgang durchgeführt.Zunächst ging es darum, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen dazu entwickeln, was in der Region für den Klimaschutz getan werden kann. Am zweiten Tag fand dann die Sitzung des Schüler-Energiewende-Rates statt, deren Ablauf an klassische Ratssitzungen angelehnt war und die ich leiten durfte. Auf dieser Sitzung wurde über 20 Vorschläge abgestimmt, von denen bis auf wenige Ausnahmen alle angenommen wurde. Wichtig fand ich, dass hierbei auch darüber diskutiert wurde, an welchen Adressaten sich die Vorschläge richten. Dadurch konnten die Schülerinnen und Schüler ein Gefühl dafür entwickeln, was vor Ort überhaupt direkt beeinflusst werden kann und an welchen Punkten andere Akteure gefragt sind. Die Beschlüsse aus dem Energiewende-Rat werden wir Anfang 2022 als Impulse der jungen Generation in den Ausschüssen des Kreistags vorstellen und diskutieren.
WOCHENBLATT: Gab es Ideen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Rainer Rempe: Es gab eine ganze Menge interessanter und spannender Ideen, über die wir zum Teil bereits ebenfalls nachdenken. etwa zum Ausbau klimafreundlicher Mobilität wie die Erweiterung unserer Busverkehre oder die Qualität unserer Radwege. Sehr zielführend und wichtig fand ich auch die Forderung, dass öffentliche Institutionen ausschließlich Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen beziehen sollen.
WOCHENBLATT: Ihr Terminkalender dürfte gut gefüllt sein, trotzdem haben Sie sich zwei Tage Zeit für das Projekt genommen.Welchen Stellenwert hat das Thema Klimaschutz für Sie?
Rainer Rempe: Mir ist es sehr wichtig, zum Thema Klimaschutz mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen - schließlich geht es um ihre Zukunft! Der direkte Austausch ist wertvoll, um auch noch einmal eigene Perspektiven und Sichtweisen zu hinterfragen. Und es geht mir auch darum, den Jugendlichen nicht nur zuzuhören, sondern ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie sich aktiv einbringen und etwas verändern können - zum Beispiel in der Kommunalpolitik. Aber natürlich treibt mich das Thema auch persönlich, als Vater zweier Kinder um. Wir alle müssen uns in Zukunft mehr denn je daran messen lassen, wie konsequent wir dem Klimawandel entgegenwirken.
WOCHENBLATT: Was hat der Landkreis in den zurückliegenden Jahren für den Klimaschutz auf den Weg gebracht? Können Sie ein paar konkrete Maßnahmen nennen?
Rainer Rempe: Eine wichtige Maßnahme war sicher die Teilnahme am European Energy Award - übrigens als einer der ersten Landkreise in Niedersachsen. Für die Zertifizierung müssen wir uns fortlaufend in verschiedenen Handlungsfeldern, z.B. kommunale Gebäude, Mobilität oder Kooperation mit Kommunen, Verbänden und anderen Akteuren, messen lassen. Für uns ist das eine Selbstverpflichtung für mehr Klimaschutz. Weitere konkrete Schritte sind zum Beispiel der bereits erfolgte komplette Umstieg auf Öko-Strom - bei allen Kreisgebäuden einschließlich weiterführenden Schulen eine erhebliche Größenordnung -, die sukzessive Umstellung unseres Fuhrparks auf Elektromobilität oder auch Projekte wie „Dreh ab!“, das einen Anreiz dafür schafft, den Energieverbrauch zu reduzieren. Auf vielen unserer Dachflächen nutzen wir bereits Photovoltaik-Anlagen. Privathaushalte, Unternehmen oder auch die Landwirtschaft können im Bereich Klimaschutz von Beratungsangeboten und Fördermaßnahmen des Landkreises profitieren. Eine weitere wichtige Stellschraube sind unsere Gebäude: Und: Bei Neubauten oder Sanierungen achten wir bereits seit vielen Jahren darauf, energieeffizient zu bauen.
WOCHENBLATT: Bis 2040 will der Landkreis laut Kreistagsbeschluss klimaneutral sein. Kann dieses Ziel erreicht werden?
Rainer Rempe: Wir müssen in jedem Fall alles daran setzen, das Ziel zu erreichen und hierfür ist es wichtig, dass man die Zielstellungen konkretisiert. Wir müssen differenzieren: Auf welche Faktoren haben wir direkten Einfluss? Wo gibt es die größten Hebelwirkungen? Mit welchen Akteuren müssen wir bei welchem Thema kooperieren? Am einfachsten sind natürlich die Bereiche, auf die wir als Kreisverwaltung direkten Zugriff haben, wie unsere Gebäude. Ich erwähnte eben schon das Thema energieeffizientes Bauen, außerdem werden wir die Nutzung unserer Dachflächenpotenziale für Photovoltaik weiter ausbauen und uns bei der Wärmeversorgung unserer Gebäude immer stärker von fossilen Energieträgern verabschieden. Gerade beim Thema Photovoltaik wollen wir auch die Kommunen, Unternehmen, aber auch die Landwirtschaft noch stärker ins Boot holen. Beim Ausbau regenerativer Energien spielt auch Windkraft eine große Rolle. Hier müssen wir zunächst die gesetzlichen Vorgaben abwarten, aber es ist offensichtlich, dass die Klimaziele nur erreicht werden können, wenn wir noch viel stärker auf erneuerbare Energien setzen.Eine weitere wichtige Stellschraube ist zweifellos das Thema Mobilität. Hier setzen wir nicht nur auf intelligente ÖPNV-Konzepte wie z.B. unseren On-Demand-Shuttle elbMOBIL oder die Förderung des Radverkehrs, um die Menschen dazu zu bewegen, das eigene Auto öfter stehenzulassen, sondern es muss auch darum gehen, den ÖPNV stärker auf emissionsneutrale Antriebe umzustellen. Hierzu befinden wird uns in konkreten Gesprächen mit dem Betreiber der Busverkehre im Landkreis Harburg, der KVG.
WOCHENBLATT: Sind all diese Maßnahmen realistisch umsetzbar?
Rainer Rempe: Das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, ist natürlich ambitioniert - aber es ist möglich, wenn wir alle Kräfte bündeln und ihm eine hohe Priorität einräumen. Wir werden regelmäßig überprüfen müssen, wo wir stehen und ob wir auf einem guten Weg sind. Klar ist: Wir werden in jedem Fall Verbündete brauchen - bei den Bürgerinnen und Bürgern, in der Wirtschaft, bei den Kommunen, in der Land- und Forstwirtschaft. Fest steht auch: Das Ganze wird finanzielle Auswirkungen haben. Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif.
WOCHENBLATT: Vielen Dank, Herr Rempe, für das Gespräch.

Was macht Klimawerk?

(nw/os). Zu den Aktivitäten des Landkreises Harburg sagt Sascha Komoll von der Klimawerk Energieagentur: „Der Landkreis Harburg räumt dem Klimaschutz seit vielen Jahren einen enormen Stellenwert ein, der beispielhaft ist."
Mit großem Engagement würden die umfangreichen Klimaschutzaktivitäten von der direkt dem Landrat unterstellten Stabsstelle Klimaschutz koordiniert und initiiert, z. B. die Teilnahme am European Energy Award (eea), mit dem der Klimaschutz in allen Handlungsbereichen sicher weitergeführt wird. Komoll: "Durch den eea werden alle Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Kreisverwaltung systematisch erfasst, bewertet, kontinuierlich überprüft, aufeinander abgestimmt und zielgerichtet umgesetzt.“ Lob für das Engagement Als regionaler Impulsgeber ist Klimawerk Anlaufstelle für private Gebäudeeigentümer, Planer und Architekten, die Immobilienwirtschaft, Kommunen und gewerbliche Unternehmen. „Wir bieten unseren Kunden sichere Energiekonzepte zu Sanierungs- oder Neubauvorhaben, beraten als Sachverständige für die Bundesförderungen zu Fördermöglichkeiten und begleiten mit (Energie-) Planungen bis zur Fertigstellung. Zudem führen wir diverse Energiespar- und Klimaschutzprojekte durch“, erklärt Sascha Komoll von der Klimawerk Energieagentur.

Jugendliche entwickeln im Planspiel eigene Energiewende im Landkreis Harburg
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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