War der Protest umsonst?

Christian Riech nahm die Unterschriftenlisten von (v. li.) Gylem Cosgun, Jana Gozemba und Christine Glawe entgegen
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Offenbar war aller Protest der Eltern umsonst. Am Dienstag hatten Christine Glawe, Jana Gozemba und Gylem Cosgun rund 200 Unterschriften von Eltern zum Erhalt der Horte an Verwaltungsvize Christian Riech übergeben. Dabei wurden in einem sehr kontroversen Gespräch noch einmal die unterschiedlichen Standpunkte von Elternschaft und Verwaltung deutlich.
Diese machte die Verwaltung auch noch in einer Presseerklärung öffentlich, die sie zum WOCHENBLATT-Bericht über die Sorgen der Eltern verfasste. Darin heißt es u.a., dass die Ganztagsschule so ende, wie es das Gesetz vorsehe, dass aber anschließend eine weitere Betreuung angeboten werde. „Obwohl bei der Einführung der Ganztagsschule lautstark danach verlangt wurde, wird von der Möglichkeit in der Realität nur sparsam Gebrauch gemacht“, so Riech. Somit seien die Berufszeiten weitgehend abgedeckt. Und auch eine Ferienbetreuung gebe es. Vor allem gegen den Vorwurf der schlechteren Betreuungsqualität in der Ganztagsschule wehrt Riech sich vehement: „Das ist schlichtweg falsch. An der Hanseschule wird z.B. nach einem Wochenplan gearbeitet, der diverse Angebote beinhaltet.“ Man wolle allen Eltern eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder anbieten können, deswegen sei die Schule das bessere und gerechtere Modell. Riech: „Hinzu kommt, dass die Ganztagsschule kostenfrei ist und nur für die anschließende weitere Betreuung geringe Entgelte anfallen, sodass Eltern auch sparen.“
Zur Ausschuss-Sitzung kamen über 50 Eltern und brachten ihre Bedenken vor. Dabei ging es vor allem um die Betreuungszeiten - auch bereits vor der Schule - sowie um die Qualität der Betreuung in der Ganztagsschule, die nach ihrer Meinung zahlreiche Mängel gegenüber den Horten aufweist.
Die SPD unterstützte die Eltern und beantragte, das Hortangebot weiter aufrecht zu erhalten. Auch Eike-Christian Harden (Gruppe Grüne/Linke) konnte keinen Gefallen daran finden, die Horte gegen den Willen der Eltern zu schließen. Nino Ruschmeyer (Gruppe FDP/Sarikaya) enthielt sich der Stimme, da er nur als Vertreter von Johanna Fast im Ausschuss war und „vom Thema zu wenig“ wusste. Andreas Waldau (Freie Winsener) bedauerte, dass er als Grundmandatsträger kein Stimmrecht habe, machte aber deutlich, dass er ansonsten für den SPD-Antrag votiert hätte. „Unter Familienfreundlichkeit verstehe ich etwas anderes“, so Waldau in Richtung Verwaltung.
Kopfschütteln von den Zuschauern gab es über die Haltung der CDU. Obwohl auch die Christdemokraten das Thema noch nicht ausdiskutiert sahen, weil es „noch viele offene Punkte gibt“, stimmten sie für die Verwaltungsvorlage.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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