"Vor dem Vergessen bewahren" ist das Thema
Winsener Museum präsentiert Kurzfilm zu Fluchtgeschichten Heimatvertriebener
- Ethnologiestudent und Filmemacher Gabór Henry Raschberger bei einer Präsentation seines Forschungs- und Filmprojektes
- Foto: Museum im Marstall
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Die Schloßberger, Königsberger oder Danziger Straße sind nur einige der Straßennamen in Winsen, die an rund 12 bis 14 Millionen Menschen aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Ostbrandenburg oder dem Sudetenland erinnern, die Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westen flohen. In Niedersachsen fanden 1,8 Millionen Heimatvertriebene Zuflucht, etwa 3.300 Flüchtlinge in Winsen eine neue Heimat. Ihnen und ihrer Geschichte hat das Museum im Marstall das Projekt "Vor dem Vergessen bewahren“ gewidmet. Der Ethnologiestudent und Filmemacher Gabór Henry Raschberger dokumentierte dafür mit Kamera und Mikrofon die Flucht- und Ankommensgeschichten von 18 Menschen.
Am Sonntag, 18. Oktober, wird von 14.30 bis 16 Uhr in der Winsener Heimatstube der Schloßberger (Rote-Kreuz-Straße 6) erstmals der etwa zehnminütige Kurzfilm gezeigt, der aus dem Projekt entstanden ist. Gabór Raschberger präsentiert ihn und berichtet über das Projekt und seine Durchführung. Die Premiere des zweiten, etwa 50-minütigen Hauptfilms findet im nächsten Jahr statt.
Die Filme fassen mehr als 40 Stunden Interviewmaterial und zahlreiche Stunden Filmsequenzen zusammen. Die Interviews, die im privaten Umfeld der Heimatvertriebenen geführt wurden, vermitteln anekdotisch und objektbezogen sehr nahe und intime Einblicke in das Leben der Menschen. Die individuellen Erfahrungen stehen beispielhaft für die Schicksale tausender Heimatvertriebener, die in der Nachkriegszeit vor der Aufgabe standen, sich in einer neuen Umgebung ein neues Leben aufzubauen. Im Film verbindet Raschberger diese persönlichen Geschichten mit historischen Gegebenheiten. Der Kurzfilm soll in Zukunft insbesondere der museumspädagogischen Arbeit und Vermittlung dienen. Bei der Präsentation am 18. Oktober gibt Raschberger zudem einen Einblick in das Projekt, das dank der Förderungen der VGH-Stiftung und der Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude durchgeführt werden konnte.
Der Eintritt zur Veranstaltung am 18. Oktober kostet 5 Euro für Erwachsene. Kinder bis 18 Jahre und Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins haben freien Eintritt. Der Zugang zu den Räumlichkeiten ist nicht barrierefrei. Ein Kartenvorverkauf findet nicht statt, der Eintritt wird vor Ort in bar bezahlt.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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