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Kaufhaus-Projekt verläuft weiter schleppend

Das verfallene Ex-Hertie-Parkhaus soll durch einen teuren Neubau ersetzt werden (Foto: tp)

Parkhaus-Deal auf Ex-Hertie-Areal: Erster Stadtrat räumt "schwierigen Beratungsstand" ein

tp. Stade. Das jetzt vom Stader Rat überraschend auf den Weg gebrachte Mega-Bauprojekt Industriegleis-Verlegung, dessen Kosten nach Schätzungen rund 15 Millionen Euro betragen, wird den städtischen Haushalt in einigen Jahren enorm belasten. Kritische Beobachter fragen, ob sich die Stadt eine weitere aktuelle Großinvestition noch leisten kann: das 9,1 Millionen Euro teure City-Parkhaus auf dem Ex-Hertie-Gelände am Pferdemarkt, für das nach vorsichtiger Kalkulation jährliche Betriebs- und Instandhaltungskosten von mindestens 60.000 Euro fällig werden. "Ja, wir wollen diese Parkgarage in der Stadt, und wir wollen sie betreiben", bekennt sich der Erste Stadtrat Dirk Kraska zu zu dem Vorhaben.

Wie mehrfach berichtet, will die Hamburger Projektentwicklungsfirma "Matrix" auf dem verwaisten Hertie-Fläche in 1A-Lage ein modernes Einkaufszentrum zeitgleich zu dem von der Stadt finanzierten Parkhaus errichten lassen. Die Pläne wurden im Februar öffentlich präsentiert. Am Bürger-Infoabend im Rathaus kündigte Matrix eine Einrichtung der Baustelle und die Sperrung der Stockhausstraße im April an. Doch bis auf wenige Baumfällungen tat sich nichts.

Aus verschiedenen Quellen war zu hören, dass die Feinabstimmung zwischen Matrix und dem Verhandlungsführer der Stadt, Dirk Kraska, erneut ins Stocken geraten sein soll und sich das Bauprojekt erneut verzögert. Probleme soll es u.a. wegen Forderungen des Rewe-Konzerns geben: Angeblich verlangt die Lebensmittelkette als einen der künftigen Hauptmieter für seine Kunden satte Rabatte bei den Parkgebühren. Skeptiker - auch aus dem Rat - sahen das gesamte Vorhaben bereits auf der Kippe stehen.

Zu diesen und weiteren Gerüchten will der Erste Stadtrat keine Stellung beziehen und verweist darauf, dass die Gespräche "nicht öffentlich" geführt werden. Kraska räumt aber einen "schwierigen Beratungsstand" ein.

Noch ist der Parkhaus-Erwerb durch die Stadt nicht beschlossen: "Das letzte Wort hat der Rat", sagt Bürgermeisterin Silvia Nieber, die sich von der Millionen-Investition eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt mit langfristigen wirtschaftlichen Vorteilen verspricht. Bei jeder städtischen Ausgabe denke sie darüber nach, ob das Geld - wie beim Parkhaus oder der Industriegleisverlegung - mit Aussicht auf Vermögensbildung gewinnbringend angelegt oder lediglich verbraucht wird.

Eine WOCHENBLATT-Nachfrage zu den Hintergründen der schleppenden Verhandlungen ließ Matrix bislang unbeantwortet.

• Das Investmentunternehmen Dereco aus Köln hat laut Medienberichten zwischenzeitlich das geplante Geschäftshaus von Matrix für 34 Millionen Euro gekauft.