Zum Start der Badesaison
DLRG-Bezirksleiter Matthias Groth im WOCHENBLATT-Interview
- DLRG-Bezirksleiter Matthias Groth
- Foto: DLRG
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Wenn jetzt die Badesaison beginnt, sind die Aktiven des DLRG-Bezirks Nordheide einmal mehr gefordert. Der Bezirk umfasst die Landkreise Harburg und Lüneburg mit insgesamt 14 Ortsgruppen und 7.215 Mitgliedern. "Wir konnten im Jahr 2025 wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen", freut sich DLRG-Bezirksleiter Matthias Groth aus Neu Wulmstorf. Mit ihm sprach WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann über die Arbeit und die aktuellen Herausforderungen der Lebensretter.
WOCHENBLATT: Herr Groth, in welchen Einsatzgebieten sind die Kräfte des DLRG-Bezirks Nordheide aktiv?
Matthias Groth: Im Bezirk Nordheide, der die Landkreise Harburg und Lüneburg umfasst, haben wir fünf Wachgebiete: jeweils eines an der Elbe bei Winsen-Hoopte, am Stover Strand und bei Artlenburg sowie am See im großen Moor bei Seevetal und am Inselsee in Scharnebeck. Hinzu kommen 13 Schwimmbäder, die von unseren Rettungsschwimmern betreut werden.
WOCHENBLATT: Wie viele Rettungsschwimmer sind im DLRG-Bezirk aktiv? Wie ist die Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren?
Groth: Wir hatten im vergangenen Jahr 358 aktive Rettungsschwimmer bzw. Einsatzkräfte zur Verfügung, das macht ein Plus von drei Einsatzkräften gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 17.992 Einsatzstunden geleistet. Trotz einiger Abgänge konnten wir die Zahlen der Rettungsschwimmer stabil halten. Auch bei den Abnahmen der Rettungsschwimmabzeichen gab es einen Anstieg:
- Rettungsschwimmabzeichen Bronze: 198 (+17)
- Rettungsschwimmabzeichen Silber: 254 (+31)
- Rettungsschwimmabzeichen Gold: 28 (+10)
Erfreulich ist die Zunahme bei dem Rettungsschwimmabzeichen Silber, da dieses Abzeichen die Voraussetzung für den Wasserrettungsdienst und weiterführende Qualifikationen ist.
WOCHENBLATT: Viele Kinder und Jugendliche können nicht schwimmen. Wie ist die Resonanz auf die Schwimmkurse in den DLRG-Ortsgruppen? Gibt es genügend Ausbilder?
Groth: Nach wie vor ist die Nachfrage nach Schwimmabzeichen sehr groß. In vielen Ortsgruppen sind Wartelisten vorhanden. Zum Jahresende 2025 befanden sich 571 Personen auf den Wartelisten. Wobei diese Zahl nicht aussagekräftig ist, da viele Ortsgruppen aufgrund der großen Nachfrage ihre Wartelisten gedeckelt haben bzw. keine Listen mehr führen.
Insgesamt befanden sich 1.551 Personen in der Anfängerschwimmausbildung. In den insgesamt 14 Ortsgruppen stehen 65 DLRG-Lehrschein-Ausbilder zur Verfügung, hinzu kommen 138 Ausbildungsassistenten.
WOCHENBLATT: Wie viele Schwimmabzeichen wurden 2025 abgenommen?
Groth: Es wurden folgende Abzeichen abgenommen: 317 Seepferdchen, 423 Schwimmabzeichen Bronze, 317 Abzeichen Silber und 167 Gold-Abzeichen. Die Zahlen waren 2025 leicht rückgängig. Das lag aber daran, dass die Freibäder in Adendorf und Amelinghausen zurzeit saniert werden und in der Sommersaison 2025 geschlossen waren.
WOCHENBLATT: Wie viele Personen sind in jüngster Zeit im DLRG-Bezirk ertrunken oder mussten aus Gewässern gerettet werden, weil sie nicht oder unzureichend schwimmen konnten?
Groth: Im DLRG-Bezirk Nordheide sind im vergangenen Jahr zwei Personen ertrunken. Es handelte sich hier vorrangig um zwei Bergungen von Leichen aus dem Wasser, deren Ertrinkungsumstände nicht bekannt sind. Zudem gab es vier Rettungen vor dem Ertrinken.
WOCHENBLATT: Herr Groth, vielen Dank für das Gespräch.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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