Forschung zur Frühgeschichte
Preis für Buchholzer Studenten - Zweifel an alten Deutungen
- Max Emilian Stendler (r.) erhält den Studienpreis des Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen aus den Händen von Dr. Utz Böhner
- Foto: Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen
- hochgeladen von Tina Lüecke
Wer an Archäologie denkt, hat oft Bilder von Pyramiden, Schatzfunden oder spektakulären Ausgrabungen im Kopf. Doch die Realität des Fachs ist häufig deutlich komplexer – und beginnt manchmal direkt vor der eigenen Haustür. Das zeigt Max Emilian Stendler aus Buchholz eindrucksvoll.
Der 23-Jährige, der an der Universität Hamburg vorgeschichtliche Archäologie studiert, wurde jetzt für seine Bachelorarbeit mit dem Studienpreis des Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen (FAN) ausgezeichnet.
In seiner Arbeit beschäftigt sich Stendler mit sogenannten „Herrenhöfen“ – auffälligen Wohngebäuden aus der Zeit zwischen 0 und 500 nach Christus im norddeutschen Raum. Lange galten sie als Sitze mächtiger Anführer. Doch genau diese Deutung stellt der junge Archäologe infrage.
„Viele Begriffe stammen aus späteren Epochen und wurden einfach übertragen“, erklärt er. Ob dort tatsächlich einzelne „Herren“ lebten, sei unklar. Auch andere soziale Strukturen seien denkbar.
Damit greift Stendler ein zentrales Thema der Archäologie auf: die kritische Neubewertung von Funden. „Reichtum bedeutet nicht automatisch, dass dort ein männlicher Anführer gelebt hat“, sagt er.
Sein Interesse entwickelte sich früh, unter anderem durch Praktika. Neben viel Theorie konnte er bereits erste Grabungserfahrungen sammeln.
Für seine ausgezeichnete Arbeit erhielt er auch ein Preisgeld in Höhe von 700 Euro. Sein Ziel: weiter forschen – und die Vergangenheit immer wieder neu hinterfragen.
Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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