Wegen Finanzierungslücke
Angst vor dem Krankenhaus-Sterben

Kai Uffelmann | Foto: Krankenhaus
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Politik

Lückenschluss beschlossen
Radweg zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf

Die Planungen für den Lückenschluss des Radwegs zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf gehen in die nächste Phase. Der Verwaltungsausschuss der Hansestadt Buxtehude hat den Entwurf des Bebauungsplans Ketzendorf Nr. 2 gebilligt und die öffentliche Beteiligung beschlossen. Auf einer Länge von rund 525 Metern soll eine Lücke in der Radwegeverbindung zwischen Stade und Hamburg geschlossen werden. Der geplante Abschnitt liegt an der östlichen Stadtgrenze von Buxtehude nördlich der Bahnstrecke. Da...

Panorama
Jesse Ihm (27) im Bud Spencer Sommer Outfit | Foto: sts
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Jesse Ihm aus Drochtersen
Mit Bud Spencer zum TikTok-Erfolg

Ein kräftiger Schlag, ein grimmiger Blick, dazu einer dieser unverwechselbaren Sprüche: Wenn Jesse Ihm aus Drochtersen in die Rolle von Bud Spencer schlüpft, darf es ordentlich zur Sache gehen. Seine Faust saust durch die Luft, der Gegner bleibt unsichtbar – und trotzdem wirkt die Szene wie aus einem der legendären Filme mit Bud Spencer und Terence Hill. Mit seinen nachgestellten Kampfszenen und Sprüchen begeistert der 27-Jährige inzwischen rund 20.200 Menschen auf TikTok. Beim Besuch in der...

Wirtschaft

Gespräche mit US-Tech-Konzern
Die nächste Chance für Stade? NVIDIA prüft Ex-AKW-Standorte für KI-Fabrik

Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Stade könnte eine sogenannte KI-Fabrik entstehen. Der Kraftwerksbetreiber PreussenElektra prüft gemeinsam mit dem US-Technologiekonzern NVIDIA, ob sich die Flächen abgerissener Kernkraftwerke als Standorte für leistungsfähige KI-Rechenzentren eignen. Das gab das Unternehmen in dieser Woche bekannt. Der rund 20 Hektar umfassende Standort an der Elbe würde einige der wesentlichen Voraussetzungen erfüllen. Zudem steht der Rückbau des 2003...

Service

Ende der Sommerzeit 2026
Zeitumstellung: Eine Stunde länger schlafen

In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit. Um 3 Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), auch Winterzeit genannt. Für Langschläfer ist das eine gute Nachricht: Sie können eine Stunde länger schlafen. Allerdings wird es abends künftig eine Stunde früher dunkel. Morgens ist es dafür zunächst wieder früher hell. Was ist bei der Zeitumstellung zu beachten? Smartphones,...

Politik

Seevetals neuer Bürgermeister im Interview
Timo Röntsch über erste Vorhaben

Am 1. November tritt Timo Röntsch sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde Seevetal an. Im Interview mit dem WOCHENBLATT spricht er über seine Vorbereitung, die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und darüber, was sich für die Bürger ändern soll. WOCHENBLATT: Wie haben Sie Ihre Wahl erlebt? Timo Röntsch: Die Wahl war für mich sehr bewegend. Ich bin den Seevetalern dankbar für ihr Vertrauen. Das Ergebnis zeigt, dass viele Veränderungen wünschen – etwa bei der Bürgernähe und im Umgang miteinander....

Blaulicht
Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten | Foto: Freiwillige Feuerwehr Hansestadt Buxtehude
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BMW brennt in Hedendorf
Feuerwehr verhindert Übergreifen auf Gebäude

Rund 45 Einsatzkräfte waren am Mittwochabend in Hedendorf im Einsatz. Ein BMW stand im Frontbereich in Flammen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Gebäude verhindert werden. Ein brennender Pkw hat am Mittwochabend (21. Oktober) für einen größeren Feuerwehreinsatz in Hedendorf gesorgt. Um 20.07 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Hedendorf und Neukloster sowie der Einsatzleitwagen des 1. Zuges der Ortsfeuerwehr Buxtehude alarmiert....

Panorama
Beim ersten Spatenstich für die Sanierung des Apartmenthauses: Stefan Klautzsch (2. v. re.), Mitglied der Geschäftsführung der Kommandantendeich Betriebsgesellschaft mbH, sowie (v. li.) Salzhausens Bauamtsleiter Marc Wedemann, Bürgermeisterin Bianca Tacke und Bauunternehmer Gerd-Rainer Mahnke | Foto: ce
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Apartmenthaus auf Hotelanlage wird saniert
Erster Bauabschnitt für Josthof-Neustart in Salzhausen startet

Für den Neustart des 2017 abgebrannten, weltbekannten Hotels und Restaurants "Josthof" in Salzhausen startete am Donnerstag der erste Bauabschnitt: Auf dem rund 1.000 Jahre alten Anwesen fand der "kleine Spatenstich" für die Sanierung des zur St.-Johannis-Kirche gelegenen denkmalgeschützten Apartmenthauses statt. Anwesend waren unter anderem Stefan Klautzsch, Mitglied der Geschäftsführung der Kommandantendeich Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz im Landkreis Stade, Salzhausens Bürgermeisterin...

Wirtschaft

Schwimmendes LNG-Terminal ist schon wieder weg
Kaum zurück, schon wieder weg: "Energos Force" verlässt erneut Stade

Das schwimmende LNG-Terminal "Energos Force" sticht erneut in See. Gerade erst nach langer Abwesenheit nach Stade zurückgekehrt, hieß es am Freitag (23. Oktober) schon wieder: Leinen los! Der knapp 300 Meter lange LNG-Koloss nimmt Kurs auf Rotterdam. Ende Oktober soll er zurück sein, verspricht die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET). Hoffentlich klappt das diesmal. Denn als die „Energos Force“ Anfang 2025 Stade verließ, sollte sie ebenfalls bald zurückkehren. Aus dem kurzen...

Panorama

HVV-Papier enthüllt das ganze Drama
Bahnstrecken-Sperrung in Hamburg: Keine zusätzlichen S-Bahnen und keine Ersatzbusse

Das WOCHENBLATT hatte am Montag dieser Woche (19. Oktober) als erste Zeitung über die bevorstehende  vierwöchige Sperrung der Bahnstrecke von Harburg zum Hamburger Hauptbahnhof für sämtliche Regionalzüge berichtet (hier geht es zum Artikel: "Bahn-Chaos droht"). Erst nach Veröffentlichung des Online-Artikels im WOCHENBLATT gaben der HVV und die Bahn entsprechende Pressemitteilungen heraus. Wegen der Sperrung von Montag, 26. Oktober, bis Sonntag, 22. November, stehen Tausenden Pendlern aus den...

Panorama

Verkehr an der Osttangente Winsen
Warum die Ampeln bedarfsorientiert schalten

Bei der Stadt Winsen gehen vermehrt Anfragen zur Ampelschaltung an der Osttangente im Bereich der Autobahnanschlussstelle ein. Die Stadtverwaltung erläutert deshalb die genaue Funktionsweise der dortigen Lichtsignalanlagen entlang der Kreisstraße 84 zwischen der Benzstraße und dem Ilmer Weg. Die insgesamt fünf Ampelanlagen arbeiten verkehrsabhängig und schalten nicht nach einem starren Zeitplan. An den Masten sind Videokameras angebracht, die erfassen, ob Fahrzeuge aus Nebenstraßen an der...

Die im Mai vom Bundeskabinett beschlossene Krankenhausreform wird derzeit vom Bundestag beraten. Die Reform sieht ein neues Finanzierungsmodell und Ablösung der Fallpauschalen sowie eine stärkere Spezialisierung der Kliniken vor. Die für die Krankenhausplanung zuständigen Länder befürchten, dass deshalb viele kleinere Krankenhäuser, insbesondere im ländlichen Raum, schließen müssen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte in dieser Woche, er wolle die Wünsche der Länder berücksichtigen. Das WOCHENBLATT befragte die Geschäftsführung für die Krankenhäuser Buchholz und Winsen, Kai Uffelmann, Klaus-Jörg Bossow und Franziska von Breunig, wie die aktuelle Situation der Krankenhäuser ist und wie sie die Reform beurteilen.

Hintergrund: Die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser hat sich durch die nicht refinanzierten Kostensteigerungen der Jahre 2022 und 2023 massiv verschärft. Dies betrifft nicht nur die Krankenhäuser in Buchholz und Winsen, sondern mehr als 80 Prozent der Standorte bundesweit. "Hier sehen wir eindeutig ein Versagen des aktuellen Finanzierungssystems, das dringend einer umfassenden Reform bedarf.
Besonders hervorzuheben ist, dass die geplanten Maßnahmen der Regierung nicht ausreichen, um die Lücken zwischen Kosten und Erlösen aus den letzten Jahren zu schließen. Es braucht einen Inflationsausgleich und die vollständige Refinanzierung der gestiegenen Personalkosten. Zusätzlich wird der enorme bürokratische Aufwand durch die geplanten Vorhaltevergütungen die Kernprobleme der Krankenhäuser nicht lösen", so die Geschäftsführer.
Die Einführung einer bundesweit einheitlichen Krankenhausplanung auf Basis von Leistungsgruppen könne im Landkreis Harburg nur die Umsetzung nach dem Modell Nordrhein-Westfalen bedeuten. Zusätzliche Modifikationen seien abzulehnen.
Für die Zukunft sei es entscheidend, dass die Finanzierung von Strukturkosten nachhaltig und zielgenau erfolge. Der Transformationsfonds spiele hier eine zentrale Rolle und sollte durch Bund, Länder und Krankenkassen finanziert werden.
"Wir stehen für einen konstruktiven Dialog mit der Politik und den relevanten Akteuren, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden und die Zukunft der Krankenhausversorgung zu sichern", erklärt das Geschäftsführungsteam.

WOCHENBLATT: Herr Uffelmann, wie hoch wird das Minus am Jahresende sein und was sind die Hauptgründe dafür?
Kai Uffelmann: Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einem Defizit von rund elf Millionen Euro. Dank unseres eigenen Konsolidierungsplans können wir jedoch bereits positive Effekte sehen, sodass unser Jahresergebnis unter dem im Wirtschaftsplan angesetzten Defizit und deutlich unter dem eingeplanten Defizitausgleich des Landkreises (15 Millionen Euro) bleiben wird. Wir setzen weiterhin gezielt Maßnahmen um, die im letzten Quartal zu einer weiteren Stabilisierung unserer finanziellen Situation beitragen sollen.
Die Hauptursachen für die schwierige wirtschaftliche Lage sind jedoch die nicht refinanzierten Kostensteigerungen der Jahre 2022 und 2023, insbesondere bei den Personalkosten und der Inflation. Der Bund schreibt Preise für unsere Krankenhausleistungen fest, die eine finanziell auskömmliche Patientenbehandlung nicht ermöglichen. Diese Preise decken nicht die tatsächlichen Kosten, die für eine hochwertige und nachhaltige Patientenversorgung erforderlich sind.

WOCHENBLATT: Herr Bossow, sind die Krankenhäuser zum „Spielball“ der Politik geworden? Wie lange kann das noch funktionieren?
Klaus-Jörg Bossow: In gewisser Weise könnte man das so sagen. Die Krankenhäuser befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen Bund und Ländern. Die Verantwortung für die Finanzierung wird oft hin und her geschoben, was zu einer erheblichen Unsicherheit führt und wir überlebensnotwendig auf den Landkreis angewiesen sind. Auf Dauer ist diese Situation nicht tragbar. Ohne eine nachhaltige und ausreichende Refinanzierung der Betriebskosten – insbesondere der gestiegenen Personalkosten und der nicht ausgeglichenen Inflation – werden viele Krankenhäuser finanziell nicht überleben können.

WOCHENBLATT: Frau von Breunig, wie sehen Sie die Vielzahl an Vorschlägen des Gesundheitsministers, und wie wirkt sich das auf die Motivation der Mitarbeiter aus?
Franziska von Breunig: Die Vielzahl an Vorschlägen zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, doch leider fehlen bisher konkrete Umsetzungen. Trotzdem gehen unsere Mitarbeiter mit dieser Situation für uns vorbildlich, nahezu bemerkenswert positiv um. Sie beweisen täglich eine große Flexibilität und Einsatzbereitschaft, um den Herausforderungen im Gesundheitswesen zu begegnen. Trotz der Unsicherheiten sind sie hoch motiviert, weiterhin eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen. Dies verlangt unsere größte Wertschätzung ab! Es muss aber jetzt kurzfristig greifbare Veränderungen geben, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

WOCHENBLATT: Herr Uffelmann, wie macht man ein Krankenhaus effizienter? 
Kai Uffelmann: Ein Krankenhaus effizienter zu gestalten bedeutet, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, ohne dabei die Versorgungsqualität zu gefährden. Ein Beispiel dafür ist die Verlagerung der HNO-Abteilung nach Winsen, was uns erlaubt, Synergien zu nutzen und die Fachkräfte dort gebündelt einzusetzen. Durch eine gezielte Zentralisierung bestimmter Leistungen können wir eine höhere Auslastung der Abteilungen erreichen, was langfristig zu einer besseren Kosteneffizienz führt, ohne dass die Versorgung der Patienten leidet.

WOCHENBLATT: Frau von Breunig: Was bedeutet „Ambulantisierung“ und wie könnte dies helfen, kostengünstiger zu arbeiten?
Franziska von Breunig: Mit Ambulantisierung ist gemeint, dass bestimmte medizinische Behandlungen, die traditionell stationär durchgeführt wurden, zunehmend im ambulanten Bereich angeboten werden. Dies umfasst zum Beispiel kleinere operative Eingriffe oder bestimmte diagnostische Verfahren. Durch diese Verlagerung können die Krankenhäuser stationäre Kapazitäten für schwerere Fälle freihalten, während die ambulante Behandlung kostengünstiger abläuft und gleichzeitig die Behandlungsqualität erhalten bleibt.
Damit Krankenhäuser dieses Konzept erfolgreich umsetzen können, müssen sie jedoch ihre Strukturen entsprechend anpassen können. Dies erfordert einerseits zwingend die finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern, andererseits auch ausreichend Zeit für die Umsetzung, um langfristig eine effiziente und patientenorientierte Versorgung zu gewährleisten.

Kai Uffelmann | Foto: Krankenhaus
Klaus-Jörg Bossow | Foto: Krankenhaus
Franziska von Breunig | Foto: Krankenhaus
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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