Spiel des Monats: La Granja - Schaffen Sie einen prosperierenden Bauernhof

... oben ist die Karte ein Marktkarren - im Beispiel für zwei Oliven und eine Weintraube ...
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(os). Warum das Rad neu erfinden? Nicht immer muss ein Gesellschaftsspiel neu herausgebracht werden. Ein Beispiel ist "La Granja" - das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Dezember. Dieses hatte der Verlag Spielworxx bis dato nur in einer englischen Version veröffentlicht. Der PD-Verlag von Dr. Peter Dörsam aus Heidenau glaubte an das Spielsystem und brachte in diesem Jahr eine Version mit deutschen Regeln und Spielkarten heraus. "La Granja" kam bei der Spielemesse in Essen im Oktober besonders gut an: Die Messebesucher wählten es zum besten Spiel!
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die Akteure versuchen, innerhalb von sechs Runden ihren Bauernhof zu einem prosperierenden Kleinunternehmen auszubauen.
Jede Spielrunde besteht aus vier Phasen, die teilweise parallel von den Akteuren abgewickelt werden können. In der Hofphase legt jeder Spieler eine beliebige seiner Handkarten an seinem Bauernhof an. Das Besondere an "La Granja": Je nachdem, wo man die Karte anlegt, hat sei eine unterschiedliche Funktion. Links am Tableau stellt sie ein Feld dar, auf dem der Akteur Getreide, Oliven oder Weintrauben ernten kann. Oben ist die Karte ein Karren, auf dem Waren gesammelt werden für einen späteren Transport zum Marktplatz. Unten ist die Handkarte ein Helfer mit besonderen Fähigkeiten, rechts stellt sie einen Hofausbau dar. Der Spieler darf weitere Hofausbauten tätigen, diese sind aber mit Kosten verbunden.
In der Hofphase erhält jeder Spieler im Laufe der Partie ein steigendes Einkommen, zudem erntet er neue Waren auf den Feldern und bekommt Schweine in den Ställen. Als Letztes kann jeder Akteur einen Dachmarker kaufen, der ihm einmal im Laufe der Partie einen bestimmten Vorteil verschafft.
In der Ertragsphase werden Würfel gewürfelt. Beginnend mit dem jeweiligen Startspieler nimmt sich jeder Akteur einen Würfel und führt die damit verbundene Aktion aus. Für einen Würfel mit der Ziffer "1" erhält man z.B. ein Schwein - vorausgesetzt, man hat auf seinem Hof einen Stall, in dem man es unterbringen kann.
In der Transportphase werden die Waren vom Bauernhof auf den Marktplatz bzw. an die Handwerkshäuser bewegt. Jedem Akteur stehen Transportplättchen zur Verfügung, die den Transport von einer bis zu vier Waren erlauben. Erst nach der dritten Runde erhält man die Transportplättchen wieder auf die Hand. Genaues Planen ist also vonnöten.
In der Wertungsphase werden Siegpunkte verteilt - je mehr Siesta man sich gegönnt hat, desto mehr Punkte gibt es. Zudem wird eine neue Spielreihenfolge festgelegt - und die nächste Runde beginnt.
Auf diese Weise entsteht ein immer größerer Bauernhof mit immer mehr Möglichkeiten. Z.B. ist es wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, seine Waren zu veredeln und aus Weintrauben Wein, aus Schweinen Fleisch oder aus Getreide Nahrung zu machen. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.
Fazit: Dass die Besucher der Spielemesse in Essen "La Granja" toll fanden, kann ich gut verstehen. Seine Mechanismen greifen fein ineinander und sorgen für viel Spielspaß.
"La Granja" ist ob seiner vielen Möglichkeiten vor allem für Vielspieler und Strategiefans geeignet. Es verzeiht kaum Fehler. Wer nicht gut plant und z.B. nicht genügend Transportmöglichkeiten hat, gerät schnell ins Hintertreffen. Diesen Rückstand wieder aufzuholen, ist sehr schwierig. Es ist also ratsam, nicht nur den aktuellen Spielzug zu planen, sondern möglichst weit darüber hinaus.
Segen und Fluch zugleich sind für mich die Handkarten. Segen, weil sie durch die verschiedenen Anlegemöglichkeiten zu einer Variabilität des Spiels führen, die seinesgleichen sucht. Fluch, weil man meiner Meinung nach fast schon zu viele Wahlmöglichkeiten hat. Wer Grübler am Tisch hat, die jeden möglichen Zug durchplanen, wird weit länger als die angegebenen zwei Stunden für eine Partie benötigen.
Wer ein Spiel mit viel Tiefgang und einem sehr großen Strategieanteil mag und auch eine Spieldauer von zwei Stunden und mehr nicht scheut, ist bei "La Granja" hervorragend aufgehoben. Wer lieber aus dem Bauch heraus entscheidet, sollte es meiden.
La Granja, ein bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: PD-Verlag, Autoren: Andreas Odendahl / Michael Keller, Dauer: ca. 120 Minuten, Preis: ca. 40 Euro
Kategorie: Strategiespiel, Vielspielerspiel
Wertung: 8 von 10 Punkten

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Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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