"Haben Sie keine Angst vor dem demografischen Wandel"

Die drei Kandidaten für die Landratswahl (v. li.): Michael Roesberg, Elke Twesten und Robert Crumbach
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Landratskandidaten Roesberg, Crumbach und Twesten diskutieren über die Zukunft kleiner Dörfer

sb. Essel. Wie sieht die Zukunft kleiner Dörfer mit nur wenigen hundert Einwohnern aus? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen im ländlichen Raum. Sinkende Einwohnerzahlen, weniger junge und mehr ältere Bürger prägen das Miteinander in den kleinen Ortschaften. Welche Perspektiven und Chancen die Dorfbevölkerung hat, diskutierten am Dienstag die drei Landratskandidaten für den Landkreis Stade am Beispiel von Essel. Der Ort in der Gemeinde Kutenholz und der Samtgemeinde Fredenbeck zählt rund 250 Einwohner, Tendenz sinkend. Auf dem Podium saßen der derzeitige Amtsinhaber und Landratskandidat Michael Roesberg (parteilos), seine Mitbewerber Elke Twesten (Die Grünen) und Robert Crumbach (SPD) sowie der einzige Samtgemeinde-Bürgermeisterkandidat für Fredenbeck, Ralf Handelsmann (parteilos).

Nach einer kurzen Einleitung gab Uwe Schulte von der Bürgervereinigung "Forum Essel", der den Abend versiert moderierte, das Wort an seine Gäste. Seine Frage: Gibt es eine nachhaltige Zukunft für Essel und wie könnte diese aussehen?

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Dorfbevölkerung die Entwicklung ihres Ortes selbst in die Hand nehmen muss. Bedürfnisse sollen im Kollektiv ermittelt und formuliert werden. Zudem darf es keinen Wettbewerb zwischen benachbarten Dörfern geben.

Elke Twesten verwies unter anderem auf die neuen Landesbeauftragten als Ansprechpartner für die Region. "Deren Aufgabe ist es, die kribbeligen Punkte vor Ort aufnehmen und zusammenführen." Twesten nannte auch mögliche EU-Förderungen für den ländlichen Raum. Allerdings müssten die Anträge geschickt gestellt werden, damit das Geld fließt. Als wichtige Themen nannte Twesten Bildung, den öffentlichen Nahverkehr, medizinische Versorgung, gute Infrastruktur und Sport.

Ralf Handelsmann mahnte die Dorfbevölkerung, Versorgungsangebote auch anzunehmen. So habe der Fredenbecker Bäckerwagen, der neben Backwaren auch Grundnahrungsmittel im Angebot hat, vergangenes Jahr in Essel so wenig Kunden gehabt, dass die Route wieder aufgegeben wurde. Wachstumsmöglichkeiten sieht Handelsmann in der Dorfmitte, wo noch Baulücken vorhanden sind. Von einem Neubaugebiet am Ortsrand riet er ab. Die Kosten für Straßenneubau und Anschlüsse seien zu hoch.

Robert Crumbach machte den Esselern Mut. "Haben Sie keine Angst vor dem demografischen Wandel. Veränderungen sind vollkommen normal", lautete sein Appell. Der große Vorteil der Älteren sei, dass sie mehr Zeit hätten, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Zudem empfahl Crumbach, in größeren zeitlichen Dimensionen zu denken und nach innovativen Lösungen zu suchen. So sei es zum Beispiel möglich, den öffentlichen Personennahverkehr mit der Beförderung von Post und Paketen zu kombinieren.

Michael Roesberg erklärte dem Publikum zunächst, dass das Regionale Raumordnungsprogramm keine zwingenden Vorgaben mache. Die Menschen in den Gemeinden könnten frei entscheiden, wie sie sich entwickeln wollen. Roesberg betonte zudem, dass der Landkreis im ländlichen Raum keine Veränderungen plane in Bezug auf Jugendarbeit, Kinderbetreuung durch Tagesmütter, Schülerbeförderung, vorhandene Buslininen, Rettungsdienst und Krankenhäuser. Als Ersatz für den Moorexpress sei ein Busnahverkehr denkbar.

In der Bürgerfragerunde wiesen die Anwohner darauf hin, dass die steigende Zahl von Lkw-Fahrten durch das Dorf Lärm verursache und die Straße schädige. Michael Roesberg empfahl, im Zuge der noch in diesem Jahr bevorstehenden Straßensanierung Barrieren an den Ortseingängen zu errichten und eine digitale Anzeigetafel zu installieren. Diese lasse sich durch den Landkreis teilfinanzieren. Elke Twesten sagte zu, bei der Landesbehörde nachzufragen, ob für die Landstraße eine Gewichtsbeschränkung für Lkw möglich ist.

Unterschiedliche Meinungen gab es zum fehlenden Breitbandanschluss auf den Dörfern. Während Michael Roesberg darauf verwies, dass aufgrund der hohen Kosten der Bund in die Verantwortung genommen werden müsse, sah Robert Crumbach Möglichkeiten, schnelles Internet und starken Mobilfunk mit LTE in die Dörfer zu holen oder Ausschreibungen im Verbund anzugehen und so Kosten zu sparen.

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Stephanie Bargmann aus Stade

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