Wohlfühlfaktor Innenstadt
Wie in Stade und Buxtehude Aufenthaltsqualität zum Wirtschaftsbooster wird
- Veranstaltungen wie der Stader Jahrmarkt machen Städte attraktiv, bedürfen jedoch auch hoher Sicherheitskonzepte
- Foto: SMTG
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Eine saubere Fußgängerzone, gute Beleuchtung und ein sicheres Gefühl – oft sind es die kleinen Dinge, die darüber entscheiden, ob Menschen gerne durch die Innenstadt bummeln, einkaufen oder im Café sitzen bleiben. Kurz gesagt: Die Aufenthaltsqualität entwickelt sich immer stärker zum Wirtschaftsfaktor. Darauf weisen die Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IHKN) und der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA in einem aktuellen Impulspapier hin.
Das WOCHENBLATT hat bei den lokalen Hansestädten nachgefragt: Inwieweit sehen sich Buxtehude und Stade in diesen Bereichen gut aufgestellt?
Gemeinsames Ziel: Mehr Sicherheit
In Stade stehen vor allem Sauberkeit, das Sicherheitsgefühl und das unerlaubte Fahren von E-Scootern in der Fußgängerzone im Fokus. Händler und Gastronomen sprechen diese Themen regelmäßig bei der Wirtschaftsförderung an.
Die Stadt reagiert mit konkreten Maßnahmen: Bereits seit zwei Jahren sind ehrenamtliche „Bürger im Dienst“ als Ansprechpartner in der Altstadt und rund um den Bahnhof unterwegs. Künftig soll zudem ein kommunaler Ordnungsdienst insbesondere bei Veranstaltungen und in den Abendstunden Präsenz zeigen.
Weniger Angst: Insbesondere in den Bereichen des Bahnhofs wurde u.a. mit Grünschnitt das Licht und die Sicht verbessert. Die Weihnachtsbeleuchtung wurde zur Winterbeleuchtung und sorgt für mehr Helligkeit in der dunklen Jahreszeit.
Ein neues Präventions- und Stadtbildkonzept soll in der Schwingestadt langfristig die soziale Infrastruktur sowie die Jugendarbeit stärken sowie Stadtteil- und Nachbarschaftsprojekte stärken.
Buxtehude sieht seine Innenstadt insgesamt gut aufgestellt und verweist auf den vielfältigen Branchenmix, eine Leerstandsquote von nur 3,13 Prozent sowie attraktive Veranstaltungen vom Wintermärchen bis zum Altstadtfest.
Um die Aufenthaltsqualität weiter zu steigern, ist u.a. ein neues Innenstadtkonzept geplant. Mehr Grün, Schattenplätze und Trinkbrunnen sollen die City angesichts heißer Sommer noch attraktiver machen. In Punkto Sauberkeit verweist man im Rathaus auf regelmäßige Reinigungsintervalle sowie die Möglichkeit, mit dem Mängelmelder "Sag's uns einfach" auf Missstände wie herumliegenden Unrat hinzuweisen.
Sowohl die objektive als auch die subjektiv gefühlte Sicherheit hat in der Estestadt eine hohe Priorität. So wurde Ende 2025 für Veranstaltungen aller Art ein Zufahrtsschutz angeschafft. Ein Problem – nicht nur in Buxtehude – ist regelwidriger Rad- und E-Scooter-Verkehr auf Gehwegen und in der Fußgängerzone. Hier soll u.a. der Verkehrsversuch in der Bahnhofstraße Besserung bringen, bei der der gesamte Fahrverkehr auf der Fahrbahn gebündelt wird.
"Insgesamt verstehen wir die Entwicklung der Innenstadt als Gemeinschaftsaufgabe", sagt Buxtehudes Stadt-Pressesprecherin Ines Hansla. "Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit lassen sich nur im Zusammenwirken verschiedener Akteure dauerhaft gewährleisten." Dem stimmt Stephan Voigt, Sprecher der Hansestadt Stade, zu. "Handel, Gastronomie, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung tauschen sich regelmäßig aus, um Themen zu sammeln und an die richtigen Ansprechpersonen weiterzugeben", sagt er.
Citys in Zahlen
Laut IHKN-Zentrenstudie Niedersachsen sehen die Niedersachsen bei diesen Punkten den größten Handlungsbedarf für attraktivere Innenstädte
- 33,2 Prozent nennen Stadtbild und Aufenthaltsqualität.
- 33,2 Prozent wünschen sich Verbesserungen beim Einzelhandel.
- 30,4 Prozent sehen den größten Bedarf bei Mobilität, Verkehr und Parken.
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