Durchdringende Bässe in Blumenthal

Samtgemeinde-Chef Holger Falcke: "Die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt"
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Shining-Festival: Trotz ordnungsgemäßer Durchführung zahlreiche Lärmbeschwerden

tp. Blumenthal. Drei Tage lang erklang psychedelische, elektronische Tanzmusik im "Goa"-Stil, und die Besucher des "Shining-Festivals" 2015 hatten in Blumenthal in der Samtgemeinde Oldendorf Riesen-Spaß. Auf einem Acker genossen DJs und junge Leute gemeinsam das Open Air. Die Veranstaltung mit rund 950 zahlenden Gästen von Freitag bis Sonntag, 24. bis 26. Juli, verlief nach Angaben der Behörden im gesetzlichen Rahmen und war offiziell genehmigt - dennoch ist die Wiederholung des "Goa"-Festivals, das bereits 2014 stattfand, ungewiss. Grund sind zahlreiche Lärmbeschwerden, insbesondere wegen angeblich durchdringender Tiefbässe.

Offenbar stand der Wind ungünstig, sodass die Schallwellen von dem drei-Hektar großen, rund 100 Meter vom nächsten Wohngebäude entfernten Areal u.a. bis in das gut zwei Kilometer entfernte Hechthausen (Kreis Cuxhaven) drangen. Claude Briquet aus Hechthausen klagt über "unerträgliche Beschallung mit tiefen Bassfrequenzen. Freitagnacht war es besonders schlimm. Um 2 Uhr wurde man von Bassgehämmer geweckt. Das grenzt an Körperverletzung."

Holger Falcke, Chef der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, die das Festival genehmigt hatte, sagt: "Insgesamt war die Veranstaltung friedlich." Allerdings habe sich die permanent auch weithin wahrnehmbare Bassbeschallung "als eine unzumutbare Beeinträchtigung dargestellt, die zu einer Vielzahl von Beschwerden führte". Gerade die hohe Taktfrequenz sei dabei als schlafstörend wahrgenommen worden, so Falcke.

Die Einhaltung der Lärmgrenzen von 55 Dezibel nachts und 70 Dezibel tagsüber wurde laut Falcke mehrfach überprüft - zehn Mal vom Ordnungsamt und mindestens zwei Mal von der Polizei. "Nennenswerte Überschreitungen konnten dabei nicht festgestellt werden."

Doch Angesichts der Erfahrungen aus diesem Jahr stellt Holger Falcke für kommende "Goa"-Festivals eine schlechte Prognose: Er geht "künftig nicht mehr von einer Akzeptanz seitens der Bevölkerung aus". Sofern der Veranstalter im kommenden Jahr einen Antrag stellen sollte, so Falcke, müssten die die Verantwortlichen kritisch mit der Bassbeschallung auseinandersetzen.

• Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach hat außer drei Fällen, bei denen bei Teilnehmern des Festivals Drogen im Straßenverkehr festgestellt wurden, nichts zu beanstanden.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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