Kriminalität
Polizei, Präventionsrat und Weißer Ring warnen in Seevetal mit Aufklebern vor Trickbetrug

Michael Kropp (Weißer Ring, Foto v. li.), Silke Lührs (Präventionsrat Seevetal) und Polizeihauptkommissarin Stephanie Jahnert  warnen mit einer gemeinsamen Aufklärungskampagne in Seevetal vor Trickbetrügern
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  • Michael Kropp (Weißer Ring, Foto v. li.), Silke Lührs (Präventionsrat Seevetal) und Polizeihauptkommissarin Stephanie Jahnert warnen mit einer gemeinsamen Aufklärungskampagne in Seevetal vor Trickbetrügern
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ts. Seevetal. Angebliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, falsche Polizisten: Mit abenteuerlichen Geschichten versuchen Betrüger am Telefon vor allem ältere Menschen um Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände zu bringen. Die Fälle häufen sich. Deshalb weisen Präventionsrat Seevetal, Polizei und die Opferschutzorganisation Weißer Ring in einer gemeinsamen Aktion auf die Gefahren hin, die am Telefon lauern. Mit dem WOCHENBLATT verteilen sie 19.000 sogenannte Memosticks (exklusiver Aufkleber auf der Titelseite einer Zeitung) auf dem Gebiet der Gemeinde Seevetal.
Den gelb leuchtenden Aufkleber sollen sich die Einwohner am Telefon oder in dessen Sichtbild befestigen - als ständige Warnung vor Augen. "Die Telefonbetrüger sind in der Gesprächsführung sehr geschickt, wickeln ihre Opfer einfühlsam ein", sagt Silke Lührs, zweite Vorsitzende des Präventionsrates Seevetal. Flexibel ändern sie ihre Masche während eines Gesprächs. Der Aufkleber soll die Wachsamkeit erhöhen, niemandem auf den Leim zu gehen.
Skrupellos nutzen die Trickbetrüger die Einsamkeit von Senioren aus - oder die Hilfsbereitschaft netter Menschen. Und dazu lassen sie sich einiges einfallen: Betrüger geben sich als Polizist aus, behaupten, einen Einbrecher festgenommen zu haben. Sie bringen arglose Menschen dazu, Geld oder Wertgegenstände herauszurücken - angeblich, um sie zu sichern. Hochkonjunktur hat der sogenannte Corona-Trick: "Hier spricht ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts", behauptet dabei der Kriminelle. "Es ist möglich, dass Ihr Geld mit dem Virus infiziert ist. Wir holen das Geld ab und bringen es gereinigt zurück."
Niemand solle sich sicher sein, vor solchen Tricks gefeit zu sein. Und nicht nur Rentner fallen darauf herein. "Die Trickbetrüger sind so raffiniert", warnt Michael Kropp vom Weißen Ring im Landkreis Harburg.
Die Zahl der Trickbetrugsfälle im Landkreis Harburg hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. "Einen sprunghaften Anstieg hatten wir in den vergangenen drei Monaten", sagt Polizeihauptkommissarin Stephanie Jahnert.
Wie hoch die Erfolgsquote ist, darüber habe die Polizei keine Erkenntnisse. "Aber wenn es funktioniert, geht es um Beträge im fünfstelligen Bereich", sagt Stephanie Jahnert. Ersparnisse, die verloren sind. Die Täter agieren meist aus Callcentern im Ausland - das erschwert die Strafverfolgung enorm. Gehilfen erledigen die Arbeit vor Ort. Die sogenannten Läufer holen das Bargeld oder die Wertgegenstände ab.
Die Warnaufkleber-Aktion ist in Seevetal geboren. Bei einem Vorstandstreffen des Präventionsrates brachte die Polizei das Thema auf die Agenda. Den Aufkleber gestaltete eine Grafikerin aus Seevetal. Zusätzlich zu den 19.000 Aufklebern mit dem WOCHENBLATT verteilen die ehrenamtlichen Präventionsratsmitglieder 6.000 Aufkleber in Verbindung mit Flyern, die in Arztpraxen, Banken, Sparkassen und im Einzelhandel ausliegen.
Echte Freunde und Verwandte verlangen nie, Bargeld oder Schmuck an fremde Personen auszuhändigen. Polizisten oder Verwaltungsmitarbeiter würden niemals nach Passwörtern oder der Bankverbindung am Telefon fragen. Was tun, wenn ein Anrufer auf die Finanzen zu sprechen kommt? "Legen Sie den Hörer einfach auf", sagte Silke Lührs.

Michael Kropp (Weißer Ring, Foto v. li.), Silke Lührs (Präventionsrat Seevetal) und Polizeihauptkommissarin Stephanie Jahnert  warnen mit einer gemeinsamen Aufklärungskampagne in Seevetal vor Trickbetrügern
Dieser Aufkleber soll Menschen ständig daran erinnern, dass der fremde Anrufer ein Trickbetrüger sein könnte
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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