Waffenfund in Hörsten
Wurde ein geplanter Anschlag verhindert?

Auf dem Anwesen dieses Wohnhauses sollen die Waffen
gefunden worden sein   Foto: thl
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Waffenfund bei Rechtsextremem: Behörden mauern / Hängt Mitarbeiter der Gemeinde Seevetal in der Sache mit drin? / Was verschweigt die Polizei?

thl. Seevetal. Was verheimlichen die Ermittlungsbehörden den Bürgern in Sachen des Waffenfundes im Seevetaler Ortsteil Hörsten (Landkreis Harburg)?
Wie das WOCHENBLATT berichtete, stürmten vor zwei Wochen Fahnder der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes aus Hannover innerhalb von 48 Stunden zweimal ein Wohnhaus in Hörsten und stellten dort etwa 250 scharfe Schusswaffen und jede Menge Munition sicher. Schon über die erste Durchsuchung wollte das LKA keine Auskunft geben, gab aber schließlich nach der zweiten Durchsuchung eine kurze Pressemitteilung heraus. Über die Hintergründe der Aktion schweigt sich die Behörde aber bis heute größtenteils aus. Lediglich, dass der Waffenbesitzer (54) einen rechtsradikalen Hintergrund haben soll, wurde bisher von offizieller Seite bekanntgegeben.
Da bleibt die Frage: Was verschweigt die Polizei? Haben die Beamten einen geplanten Anschlag verhindert?
Eine WOCHENBLATT-Nachfrage, ob der Beschuldigte der Reichsbürger-Bewegung angehört oder ob es Hinweise gibt, dass er einen Terroranschlag geplant hat, blieb unbeantwortet. Genauso wie die Nachfrage, warum es zwei Durchsuchungen gab. Diese wird von Mathias Fossenberger, Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg, lediglich wie folgt beantwortet: "Polizisten der federführend tätigen Behörde des LKA Niedersachsen hatten die Ergebnisse der ersten Durchsuchung vom 9. September ausgewertet und am 11. September der unterstützenden Behörde der Polizeidirektion Lüneburg übermittelt, welche daraufhin unverzüglich handelte. Aufgrund der erkannten Zuwendung zum Nationalsozialismus des Seevetalers sind Zweifel an der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit aufgekommen. Die hinzugewonnenen Informationen führten zu einer zweiten Durchsuchung, bei der ca. 250 scharfe Schusswaffen sichergestellt wurden." Und weiter: "In der Zwischenzeit generierte Hinweise bestätigen die rechte Gesinnung des Mannes. Aktuell laufen weitergehende Überprüfungen der örtlichen Waffenbehörde hinsichtlich der Geeignetheit der Person für den Besitz von Waffen."
Offensichtlich steckt aber viel mehr hinter der "doppelten Durchsuchung". Wie das WOCHENBLATT jetzt aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfuhr, soll ein Mitarbeiter der Gemeinde "Schuld" daran sein, dass die erste Durchsuchung am 9. September ergebnislos verlief. Bereits da sollen die Fahnder nämlich auf die Waffen gestoßen sein und dann bei der Gemeinde nach einer Genehmigung gefragt haben. "Alles in Ordnung", soll es von dort geheißen haben. Allerdings soll sich dann am 11. September herausgestellt haben, dass die Aussage nicht stimmte und Waffenbesitzer und Sachbearbeiter befreundet wären. Daraufhin sei es zur Sicherstellung der Schusswaffen gekommen.
Mit diesen Vorwürfen konfrontiert, wollen aber weder die Ermittlungsbehörden noch die Gemeinde Seevetal selbst Stellung nehmen. Ein Dementi hört sich deutlich anders an.

Ein Kommentar

In Seevetal werden bei einem Rechtsradikalen 250 scharfe Waffen und jede Menge Munition sichergestellt - und die Behörden schweigen sich zu dem Vorfall aus. Das ist Fakt.
Fakt ist auch, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei in diesem Fall völlig versagt. Nachdem das WOCHENBLATT von der ersten Durchsuchung erfuhr, mauerten sämtliche Behörden. Nach der zweiten Aktion gab es immerhin einen dünnen Fünfzeiler als offizielle Mitteilung des LKA. Das war es aber auch schon. Anfragen zu weiteren Rechercheergebnissen werden nicht oder nur sehr umständlich und nichtssagend im Behördendeutsch beantwortet. Und die Gemeinde Seevetal verweist bei der Konfrontation mit den Vorwürfen gegen den Mitarbeiter auf die Polizei.
Da bleibt die Frage: Was soll dem Bürger verschwiegen werden? Das Vorgehen der Behörden ist sowohl bei den Durchsuchungen als auch bei der Berichterstattung danach sehr fragwürdig. Da sollte man sich nicht wundern, wenn Ängste geschürt und das Vertrauen in die Polizei verloren geht. Thomas Lipinski

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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