Schüler testen sich zu Hause
Corona-Testpflicht an Schulen: erste Erfahrungen in der Region

Leif Lebender, Schülersprecher am Gymnasium Hittfeld, testet sich vor dem Unterricht vorsorglich auf das Coronavirus
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  • Leif Lebender, Schülersprecher am Gymnasium Hittfeld, testet sich vor dem Unterricht vorsorglich auf das Coronavirus
  • Foto: Gymnasium Hittfeld
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(jab/ts). Seit dem Schulstart nach den Osterferien am vergangenen Montag gilt an Niedersachsens Schulen: ohne negativen Corona-Test kein Zutritt zum Unterricht. Schüler, Lehrer und das Schulpersonal müssen sich zweimal pro Woche vor dem Unterrichtsbeginn zu Hause auf das Coronavirus testen.

Der Schulleitungsverband Niedersachsen übte laut mehreren Medienberichten Kritik an den Zuständen beim Testpflichtstart. Einige Schulen hätten zu wenig Test-Packungen (Testkits) erhalten, manche die falschen. Das Niedersächsische Kultusministerium widersprach und lobte die Schulen für ihr hervorragendes Management bei der Ausgabe der Testkits. Das Land beliefert rund 3.000 Schulen mit Corona-Schnelltests. Die Schulen organisieren selbstständig die Ausgabe.

Einen Drive-in zur Ausgabe hat das Gymnasium Hittfeld (Landkreis Harburg) aufgebaut. Die Schülervertretung hatte die Idee dazu. Der Sinn einer Übergabe der Päckchen durch das geöffnete Autofenster ist, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Schüler, Lehrer und Eltern hätten sich fantastisch als Helfer engagiert, sagt Schulleiter Frank Patyna. Zusätzlich durfte das Gymnasium Räume in der Burg Seevetal, dem Veranstaltungszentrum der Gemeinde Seevetal, nutzen, um Schnelltests an die Schülerinnen und Schüler auszuhändigen.

Die Ausgabe der Testkits sei an nahezu alle der insgesamt 1.100 Schüler gelungen. Lediglich 30 Personen hätten zum Start keine Tests abgeholt. Weil sie vulnerablen Gruppen (Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf) angehören oder an den Abholtagen krank gewesen seien, nennt Frank Patyna mögliche Gründe. "Notfalls könnten wir zwei oder drei Personen in der Schule nachtesten lassen", sagt der Schulleiter.

Schulleitung kommt sich wie ein Corona-Manager vor

Hinweise in großen roten Buchstaben weisen an den Eingangstüren des Gymnasiums Hittfeld darauf hin: Wer kein negatives Testergebnis vorweisen kann, muss draußen bleiben. Das gilt bislang nach der Verordnung des Landkreises Harburg auch für Handwerker und das Putzpersonal. Ob es möglicherweise Ausnahmen von der Testpflicht geben wird, sei zurzeit noch nicht endgültig geklärt. Am Gymnasium haben Bauarbeiten zur Modernisierung der Gebäude begonnen.

"Die Schulleitung kommt sich derzeit in erster Linie wie ein Corona-Manager vor", sagt Frank Patyna. "Aber wenn wir dadurch erreichen, dass der Schulbetrieb gewährleistet wird, dann ist es den Aufwand wert."
"Uns beschäftigt das Thema Corona-Tests im Moment sehr", sagt Jörg Moser-Kollenda, Leiter der Integrierten Gesamtschule Stade (IGS). Bereits in den Osterferien hat die Schule die Tests an die Schüler ausgegeben. Diese wurden von den Schulmitarbeitern selbst gepackt, da sie keine Einzelpackungen erhalten. "Das ist eine ordentliche Sortierarbeit, die eine erhebliche Zusatzbelastung darstellt", kritisiert Moser-Kollenda.

Die Tests werden zu Hause durchgeführt. Diejenigen, die das nicht geschafft haben, konnten sich an ihrem ersten Schultag morgens in der Schule testen. "Das hat alles wunderbar geklappt", sagt Moser-Kollenda. Aber auch für alle anderen Personen gilt: Das Betreten der Schule ist nur mit einem aktuellen negativen Testergebnis erlaubt.

Wiederstand nur aus einer Familie 

Die Eltern der Schüler bestätigen schriftlich ein negatives Ergebnis, der Zettel wird zu Unterrichtsbeginn vorgelegt. Wer keinen Nachweis dabei hat, kann sich weiterhin in der Schule nachtesten. Am Mittwoch waren es neun Schüler. Bisher gab es auch noch kein positives Ergebnis.

Widerstände gab es bisher nur aus einer Familie, berichtet der Schulleiter. Das sei aber kein Problem, da derzeit Eltern ihre Kinder ohne Angabe von Gründen vom Präsenzunterricht abmelden können.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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