"Gefährdung der Sicherheit"
DRK warnt vor Rettungsdienst-Reform

Die Bundesregierung plant eine Reform des Rettungsdienstes. Dagegen hat sich ein Bündnis zusammengeschlossen | Foto: AdobeStock / zinkevych
  • Die Bundesregierung plant eine Reform des Rettungsdienstes. Dagegen hat sich ein Bündnis zusammengeschlossen
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Polizei warnt vor schweren Folgen
Polizei stoppt E-Roller mit Tempo 85 in Stade

Mit einem offenbar stark getunten E-Roller war am Donnerstagabend eine 23-Jährige in Stade unterwegs. Polizeibeamte kontrollierten die Fahrerin gegen 18.30 Uhr in der Straße „Am Bahnhof“. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Roller laut eigenem Tacho eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern erreichen konnte. Im gedrosselten Normalmodus zeigte das Fahrzeug dagegen 22 Stundenkilometer an. Polizei stellt E-Roller sicher Die Polizei stellte den E-Roller sicher. Gegen die...

Blaulicht

Überreste an Feuerstelle entdeckt
Schaf von Weide gestohlen und über Feuer gegrillt

Ein besonders verstörender Fall beschäftigt derzeit die Polizei in Salzhausen: Unbekannte haben ein Schaf von einer Weide in Oelstorf gestohlen und offenbar über einer Feuerstelle gegrillt. Gegen einen 23-jährigen Mann besteht inzwischen Tatverdacht. Das Schaf verschwand nach Angaben der Geschädigten in der Nacht zu Freitag, 17. Juli, von einer Weide an der Straße Am Osterbach in der südlichen Feldmark von Oelstorf. Nachdem das Tier zunächst vermisst worden war, machten sich die Halter auf die...

Blaulicht

UPDATE: Sperrungen wegen Fahrbahnschäden
Lkw mit Kakaobohnen brennt auf der A1 bei Glüsingen

Ein brennender Lastwagen hat am Donnerstagvormittag auf der Autobahn 1 bei Glüsingen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der mit Kakaobohnen beladene Sattelzug geriet in Fahrtrichtung Süden in Brand. Die Autobahn wurde voll gesperrt, es bildeten sich kilometerlange Staus. Gegen 9.05 Uhr gingen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der Lastwagen im Bereich Neuland in Fahrtrichtung Süden in Brand. Dem Fahrer gelang es offenbar noch, das Fahrzeug bis...

Blaulicht
Für Frank Mierwaldt Glück im schweren Unglück: Hündin Lola konnte durch die aufmerksamen Nachbarn schnell gerettet werden. | Foto: Frank Mierwaldt
2 Bilder

Feuer-Drama am Stover Strand
Tinyhouse zerstört: Hilfe für Frank

Ein verheerender Brand hat das Mobilheim von Pferdetrainer Frank Mierwaldt am Stover Strand komplett zerstört. Während der Besitzer beim Zahnarzt saß, retteten Nachbarn in letzter Sekunde seine Hündin Lola aus den Flammen. Jetzt erfährt der Camper eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft. Nach ersten Ermittlungen löste vermutlich ein überhitztes Elektrogerät das Feuer aus. Von dem Tinyhouse direkt am Elbufer ist nichts mehr übrig. Zum Glück waren die Nachbarn auf dem Campingplatz wachsam...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Vorfall am Maschener See: Exhibitionist im Gebüsch belästigt junge Frau

Die Polizei Seevetal ermittelt nach einem Vorfall am Maschener See. Ein bislang unbekannter Mann soll am Dienstagnachmittag, 21. Juli, in einem Gebüsch sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und dabei eine junge Frau beobachtet haben. Die Polizei bittet insbesondere einen bislang unbekannten Zeugen, sich zu melden. Nach Angaben der Polizei hielt sich eine 22-jährige Frau aus Hamburg gegen 17.20 Uhr in Badebekleidung auf einer Grünfläche südlich des Parkplatzes an der Hörstener Straße auf. Ein...

Blaulicht

Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Tote
Nach Suizid: Strafverfahren gegen mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird eingestellt

Das strafrechtliche Verfahren gegen den mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird nach dessen Suizid eingestellt. Nach deutschem Recht ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen Tote. Der 45-Jährige hat sich während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen – offenbar durch Erhängen.  Der Fall ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen: Die Mordkommission arbeitet weiter, um den Ablauf der Tat vom 29. Juni aufzuklären und eine mögliche...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Dieseldiebe schlagen in Hittfeld und Tostedt zu: Rund 1.250 Liter Kraftstoff gestohlen

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag, 20. Juli, auf Dienstag, 21. Juli, auf mehreren Baustellen im Landkreis Harburg große Mengen Diesel aus Baumaschinen gestohlen. Betroffen waren Baustellen in Hittfeld und Tostedt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Auf einer Baustelle im Meyermannsweg in Hittfeld zapften die Täter aus einem Bagger rund 350 Liter Diesel ab. Wie die Täter auf das Baustellengelände gelangten, ist Gegenstand der Ermittlungen.Auch auf...

Blaulicht
Das Unfallfahrzeug war im Seitengraben gelandet, was die Rettungsmaßnahmen erschwerte | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Schwerer Rettungseinsatz
Verkehrsunfall auf dem Nordring – Feuerwehr befreit eingeschlossene Person

Die Ortsfeuerwehr Buchholz wurde am Mittwochnachmittag, 22. Juli, um 14.45 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf den Nordring alarmiert. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein PKW nach einer Kollision mit einem LKW von der Fahrbahn abgekommen und in einen Straßengraben geschleudert worden. Die Fahrerin bzw. der Fahrer des Pkw war im Fahrzeug eingeschlossen. Nach einer ersten Erkundung stimmten die Einsatzkräfte das weitere Vorgehen eng mit dem Rettungsdienst ab. Da sich das Fahrzeug im Straßengraben...

Blaulicht

Tatverdächtiger Fatih G. hat sich erhängt
Mutmaßlicher Stader Sechsfachmörder begeht Suizid

Der mutmaßliche Täter, der die tödlichen Schüsse in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung abgegeben haben soll, ist tot. Fatih G. hat nach bisherigen Informationen während seiner Untersuchungshaft in der  Justizvollzugsanstalt Bremervörde Suizid durch Erhängen begangen. Der Inhaftierte wurde in der JVA in seiner Einzelhaft-Zelle im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle am Dienstagmorgen um 6.05 Uhr leblos aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt wies er bereits keine...

Blaulicht

Unfallflucht in Winsen
Polizei sucht Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc

Nach einer Verkehrsunfallflucht im Ilmer Weg bittet die Polizei Winsen um Zeugenhinweise. Eine bislang unbekannte Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc soll durch ihre Fahrweise einen Ausweichvorgang verursacht haben und anschließend weitergefahren sein. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 21. Juli, gegen 17 Uhr im Ilmer Weg. Nach Angaben der Polizei war ein BMW-Fahrer aus Richtung Osttangente unterwegs und passierte einen am Fahrbahnrand abgestellten Opel Adam. Zeitgleich kam ihm ein...

Der DRK-Kreisverband Stade schlägt Alarm: Die Pläne der Bundesregierung, den Rettungsdienst auf Bundesebene zu zentralisieren und Zuständigkeiten von den Ländern abzuziehen, stoßen auf entschiedenen Widerstand. Hintergrund: Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform des Rettungsdienstes in Deutschland, die auf eine stärkere Zentralisierung auf Bundesebene abzielt. Das Bundesgesundheitsministerium beabsichtigt, den Rettungsdienst als Teil des Rechts der gesetzlichen Krankenversicherung im SGB V zu verankern. Dies würde bedeuten, dass die Zuständigkeit für den Rettungsdienst von den Ländern auf den Bund verlagert wird. 

Gemeinsam mit dem neu gegründeten Bündnis „Rettet den Rettungsdienst 2.0“, das auf Initiative des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) ins Leben gerufen wurde (s. unten), fordert der DRK-Kreisverband Stade eine klare Absage an diese Reformpläne. Ziel des Bündnisses ist es, die bestehenden regionalen und kommunalen Strukturen des Rettungsdienstes zu erhalten und zu schützen. 

Michael Roesberg: "Bewährte Strukturen nicht aufs Spiel setzen"

„Der Rettungsdienst funktioniert – schnell, zuverlässig und nah an den Menschen, besonders in ländlichen Regionen. Die Pläne des Bundes, diesen bewährten und lebensrettenden Dienst zentral zu steuern, stellen aus unserer Sicht eine massive Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung dar“, betont Michael Roesberg, Präsident des DRK-Kreisverbandes Stade. „Seit Jahrzehnten garantieren die regional verankerten Strukturen des Rettungsdienstes eine passgenaue Versorgung, die den individuellen Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht wird. Diese dürfen wir nicht leichtfertig durch bundesweite Vorgaben aufs Spiel setzen.“

Uwe Lütjen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Stade, weist auf die spezifischen Anforderungen im ländlichen Raum hin: „Unsere Region hat ganz besondere Bedürfnisse, und darauf haben wir uns seit Jahren spezialisiert. Zentrale Vorgaben aus Berlin, die diese Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigen, könnten die zuverlässige Versorgung der Menschen hier im Notfall stark gefährden.“

Uwe Lütjen: "Rückgrat der Notfallversorgung gefährdet"

Das Deutsche Rote Kreuz in Stade warnt zudem, dass die geplanten Reformen nicht nur die Effizienz der Rettungsdienste beeinträchtigen, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Notfallversorgung schwächen könnten. „Die enge Zusammenarbeit zwischen kommunalen Trägern, Hilfsorganisationen und den zahlreichen engagierten Einsatzkräften, die teils ehrenamtlich und teils hauptberuflich im Einsatz sind, bildet das Rückgrat der Notfallversorgung“, erklärt Uwe Lütjen weiter. „Die Bundesregierung versucht hier, ein System zu ändern, das nicht das Problem ist. Die Herausforderungen im Rettungsdienst entstehen unter anderen auch durch Überlastung anderer Bereiche der Gesundheitsversorgung, nicht durch Mängel im Rettungswesen.“

Michael Roesberg unterstreicht: „Es ist unerlässlich, dass der Bund erkennt, wie gut das Rettungssystem in seiner aktuellen Form funktioniert. Unausgereifte Reformen dürfen nicht Menschenleben gefährden. Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, die Pläne zur Zentralisierung des Rettungsdienstes zu stoppen und stattdessen die bestehenden Strukturen vor Ort zu stärken.“

Im Rahmen des Bündnisses „Rettet den Rettungsdienst 2.0“ haben bereits zahlreiche Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Organisationen ihre Unterstützung zugesagt. Das Bündnis bleibt weiterhin offen für alle Träger und Leistungserbringer im Rettungsdienst auf Landes- und kommunaler Ebene, die sich ebenfalls gegen die geplanten Bundesreformen stellen wollen. Gemeinsam soll sichergestellt werden, dass der Rettungsdienst auch in Zukunft zuverlässig, schnell und vor allem regional verankert bleibt. 

Daniela Behrens: "Gefährdung der Versorgung im ländlichen Raum"

Zum Start des Bündnisses erklärt die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens: „Die Pläne der Bundesregierung, die Zuständigkeiten des Rettungsdienstes auf die Bundesebene zu verlagern und zentrale Vorgaben durch den Bund einzuführen, hätten tiefgreifende Auswirkungen auf die Struktur der Notfallversorgung zur Folge und stellen gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Länder infrage. Der Rettungsdienst hat sich als elementare Landes- beziehungsweise Kommunalaufgabe bewährt! Die wesentlichen Merkmale und Stärken liegen insbesondere in der regionalen Verankerung, verbunden mit einer spezifischen Planung und individuellen Lösungen vor Ort. Dadurch wird besonders in ländlichen oder strukturschwachen Regionen die passgenaue Versorgung der Menschen gewährleistet. Diese Sicherheit darf jetzt nicht durch einen Alleingang des Bundes, unausgereifte oder überhastete Reformen gefährdet werden. Vielmehr muss es darum gehen, die bestehende Struktur durch tragfähige praxisnahe Lösungen zu stärken – in Kooperation zwischen Bund und Ländern! Aus dem Grund unterstützen wir als Land das Bündnis ‚Rettet den Rettungsdienst 2.0‘.“

Rainer Rempe: "Keine weitere Schnellschuss-Reform"

Rainer Rempe, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Niedersächsischen Landkreistag und Landrat des Landkreises Harburg, fügt hinzu: „Neben einer unausgegorenen Krankenhausreform, die neben vielen weiteren Punkten daran krankt, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seiner Pflicht zur Finanzierung der laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser nicht nachkommt, brauchen wir nicht noch eine weitere Schnellschuss-Reform. Im Rettungsdienst als Teil der Gefahrenabwehr der Länder und kommunaler Aufgabe der Daseinsvorsorge arbeiten viele Menschen und Organisationen seit Jahrzehnten erfolgreich zum Schutz der Bevölkerung zusammen. Dieses gut funktionierende und ortsnahe System darf nicht durch Zuständigkeitsverlagerungen, zentrale Vorgaben aus Berlin und den Entzug von Finanzmitteln gefährdet werden.“

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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