Polizei warnt vor schweren Folgen
Polizei stoppt E-Roller mit Tempo 85 in Stade
- Getunter Roller erreicht laut Tacho 85 km/h – verstärkte Kontrollen angekündigt
- Foto: Valerii Apetroaiei/Adobe Stock
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Mit einem offenbar stark getunten E-Roller war am Donnerstagabend eine 23-Jährige in Stade unterwegs. Polizeibeamte kontrollierten die Fahrerin gegen 18.30 Uhr in der Straße „Am Bahnhof“.
Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Roller laut eigenem Tacho eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern erreichen konnte. Im gedrosselten Normalmodus zeigte das Fahrzeug dagegen 22 Stundenkilometer an.
Polizei stellt E-Roller sicher
Die Polizei stellte den E-Roller sicher. Gegen die 23-Jährige läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Gegen den Halter wurde ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz eingeleitet.
Polizeisprecher Rainer Bohmbach weist darauf hin, dass der Polizei immer wieder E-Scooter auffallen, die schneller als die erlaubten 20 Stundenkilometer fahren. Solche getunten Fahrzeuge würden aus dem Verkehr gezogen, Fahrer und Halter müssten mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.
Betriebserlaubnis erlischt durch Tuning
Wer durch Tuning die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit seines E-Scooters umgeht, verliert die Allgemeine Betriebserlaubnis. Das Elektrokleinstfahrzeug darf dann nicht mehr auf öffentlichen Straßen genutzt werden. Erlaubt ist der Betrieb nur noch auf einem abgegrenzten Privatgelände.
Das Fahren mit einem getunten E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Der Bußgeldkatalog sieht dafür ein Bußgeld von 70 Euro vor.
Deutlich schwerer kann jedoch der fehlende Versicherungsschutz wiegen. Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung ist an eine gültige Betriebserlaubnis gebunden. Erlischt die Betriebserlaubnis, entfällt auch der Versicherungsschutz. Wer ohne die vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Straftat. Dafür können eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.
Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an
Unerlaubtes E-Scooter-Tuning kann somit weitreichende Folgen haben. Auch rücksichtsloses Verhalten auf Gehwegen und in Fußgängerbereichen sowie Fahrten mit mehreren Personen auf einem Roller seien weiterhin ein Ärgernis. Sie erhöhten das Sicherheitsrisiko und die Unfallgefahr. Die Polizei kündigt deshalb verstärkte Kontrollen an und will Verstöße konsequent ahnden.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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