Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Tote
Nach Suizid: Strafverfahren gegen mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird eingestellt

Ein Zellengang in der JVA Bremervörde. In der Haftanstalt beging der mutmaßliche Täter Suizid  | Foto: tp
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Himmelpforten
Unbekannter droht Jugendlichen mit mutmaßlicher Schusswaffe

Ein maskierter Unbekannter hat am Donnerstagabend zwei Jugendliche in Himmelpforten überfallen und ausgeraubt. Der Täter bedrohte eine 15-jährige und einen 17-Jährigen mit einer mutmaßlichen Schusswaffe. Anschließend nahm er zwei Handys und eine Geldbörse an sich und flüchtete. Täter verfolgt Jugendliche Nach Angaben der Polizei hatte der Unbekannte die Jugendlichen gegen 19.15 Uhr im Heckenweg zunächst zu Fuß verfolgt. Anschließend hielt er die 15-Jährige an der Kleidung fest und forderte sie...

Blaulicht

Hollenstedt
Mann pöbelt und beleidigt die Retter

Am Freitagnachmittag, 17. Juli, wurde eine Rettungswagenbesatzung zu einem am Straßenrand liegenden Mann in der Straße Am Stinnberg gerufen. Als sie ankamen und ihn weckten, wurde der 30-jährige Mann sofort aggressiv, baute sich drohend vor den Rettungssanitätern auf und beleidigte sie unter anderem mit "Motherfucker" und "Fuck you!". Als der Mann mitbekam, dass die Polizei verständigt wurde, lief er weg. Er konnte wenig später durch die hinzugerufenen Beamten angetroffen und kontrolliert...

Blaulicht

Buchholz / Handeloh
Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Am Samstagnachmittag, 18. Juli,  wurde im Hasenkamp in Buchholz ein 31-jähriger Fahrzeugführer mit seinem Transporter angehalten. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass dieser unter dem Einfluss von Kokain und Amphetamine stand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und mehrere Verfahren eingeleitet. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Hamburger Straße in Buchholz wurde am Samstagabend, 18. Juli,  ein 41-Jähriger mit seinem PKW angehalten und kontrolliert. Der Fahrzeugführer war nicht...

Blaulicht
Mittels einer Hydraulik konnte der Mann aus Seine  unglücklichen Lage befreit werden | Foto: A. Feldtmann
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Emmelndorf / Seevetal
Person unter Trecker eingeklemmt - selbst Notruf getätigt

Am Freitagmittag, 17. Juli, wollte ein 50-Jähriger seinen Trecker reparieren als dieser sich plötzlich nach vorne bewegte und den Fuß des Mannes so einklemmte, dass er sich mit eigenen Mitteln nicht mehr aus dieser Situation befreien konnte. Er hat dann aber selber den Notruf abgesetzt und seine Lage erklärt. Die Rettungsleitstelle alarmierte daraufhin die Seevetaler Feuerwehren Hittfeld und Maschen in den Hittfelder Ortsteil Emmelndorf. Zusätzlich wurde noch ein Rettungswagen sowie ein...

Blaulicht

Bereitschaftspolizei rückt an
Streit zwischen zwei Familien in Stade-Bützfleth eskaliert: Mann droht mit Schusswaffe

Ein Streit zwischen zwei Familien ist am späten Sonntagabend in der Stader Ortschaft Bützfleth eskaliert. Nach Angaben der Polizei flogen Blumenkübel, mehrere Menschen wurden verletzt und ein Mann bedrohte die Gegenseite mit einer Schusswaffe. Die Polizei rückte mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei an und durchsuchte anschließend eine Wohnung. Die Bereitschaftspolizisten aus Oldenburg sind in Stade seit rund zwei Wochen zusätzlich im Einsatz. Sie fahren hauptsächlich im Altländer Viertel...

Blaulicht
Dierk Beneke (FLH), Bürgermeister von Heidenau, lud die Einwohner auf den Sportplatz ein, um sie auf den neuesten Stand zu bringen | Foto: sh
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Nach dem großen Unwetter
Heidenau - ein ganzes Dorf steht zusammen

"Der Montagabend hat Heidenau erschüttert", erklärt Bürgermeister Dierk Beneke von der Freien Liste Heidenau (FLH). Er lud kurzentschlossen für Sonntagabend die Heidenauer Bürger zu einer Bratwurst und einem Kaltgetränk auf den Heidenauer Sportplatz ein. Diese Gelegenheit wollte er zum einen nutzen, alle auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem hatte er Fachleute der örtlichen Versicherungen vor Ort, die erste Fragen beantworten konnten. Und die Heidenauer kamen zu Hunderten, die Heidenauer...

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Unfall auf der A1 bei Heidenau
Verletzte und erheblicher Sachschaden nach Kollision in Richtung Bremen

Bei einem Verkehrsunfall auf der A1 in Fahrtrichtung Bremen sind am Sonntagmittag, 19. Juli, gegen 13 Uhr drei Menschen leicht verletzt worden. Der Unfall ereignete sich kurz vor der Anschlussstelle Heidenau. Insgesamt waren drei Fahrzeuge beteiligt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wechselte ein 31-jähriger Fahrer eines Audi A6 vom mittleren auf den rechten Fahrstreifen. Dort kollidierte er mit dem Renault einer 44-jährigen Frau. Beide Fahrzeuge gerieten ins Schleudern, der Renault...

Blaulicht

Überreste an Feuerstelle entdeckt
Schaf von Weide gestohlen und über Feuer gegrillt

Ein besonders verstörender Fall beschäftigt derzeit die Polizei in Salzhausen: Unbekannte haben ein Schaf von einer Weide in Oelstorf gestohlen und offenbar über einer Feuerstelle gegrillt. Gegen einen 23-jährigen Mann besteht inzwischen Tatverdacht. Das Schaf verschwand nach Angaben der Geschädigten in der Nacht zu Freitag, 17. Juli, von einer Weide an der Straße Am Osterbach in der südlichen Feldmark von Oelstorf. Nachdem das Tier zunächst vermisst worden war, machten sich die Halter auf die...

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Tatverdächtiger Fatih G. hat sich erhängt
Mutmaßlicher Stader Sechsfachmörder begeht Suizid

Der mutmaßliche Täter, der die tödlichen Schüsse in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung abgegeben haben soll, ist tot. Fatih G. hat nach bisherigen Informationen während seiner Untersuchungshaft in der  Justizvollzugsanstalt Bremervörde Suizid durch Erhängen begangen. Der Inhaftierte wurde in der JVA in seiner Einzelhaft-Zelle im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle am Dienstagmorgen um 6.05 Uhr leblos aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt wies er bereits keine...

Das strafrechtliche Verfahren gegen den mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird nach dessen Suizid eingestellt. Nach deutschem Recht ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen Tote. Der 45-Jährige hat sich während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen – offenbar durch Erhängen. 

Der Fall ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen: Die Mordkommission arbeitet weiter, um den Ablauf der Tat vom 29. Juni aufzuklären und eine mögliche Beteiligung weiterer Personen zu prüfen.
Weiter ermittelt wird gegen zwei Frauen. Im Fokus stehen die 34 Jahre alte Mutter der Tochter, die diese gemeinsam mit dem Beschuldigten hatte, sowie eine 65-Jährige, die den Fluchtwagen gefahren hat.
Die Frauen waren nach der Tat zunächst in Polizeigewahrsam genommen, später aber wieder entlassen worden. Ein dringender Tatverdacht, der eine Untersuchungshaft rechtfertigen würde, bestand nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht. Sollte den beiden Frauen eine Tatbeteiligung nicht nachzuweisen sein, werden allerdings auch diese Ermittlungen eingestellt.

Mutmaßlicher Stader Sechsfachmörder begeht Suizid

Überwachung erst am Vortag beendet
Fragen werfen zudem die Vorgänge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremervörde auf. Nach NDR-Informationen stand Fatih G. während seiner Untersuchungshaft zunächst unter einer durchgehenden 24-Stunden-Videoüberwachung. Diese besonders engmaschige Beobachtung soll erst am Tag vor seinem Tod beendet worden sein. In der darauffolgenden Nacht nahm sich der Gefangene nach bisherigem Ermittlungsstand in seiner Einzelzelle das Leben. Der NDR beruft sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen, wonach beim 45-Jährigen zuvor keine konkreten Suizidabsichten erkennbar waren. Vielmehr habe er den Eindruck vermittelt, an der Aufklärung mitwirken zu wollen. Er soll außerdem über Zukunftspläne gesprochen haben.

Das niedersächsische Justizministerium hat die Medienberichte über den genauen Verlauf und die Beendigung der Überwachung bislang weder bestätigt noch dementiert. Weitere Erkenntnisse soll ein Bericht der JVA liefern. Fest steht: Für die Angehörigen der sechs Getöteten bedeutet der Tod des Hauptbeschuldigten, dass viele Fragen zur Tat, zum Motiv, zur Vorgeschichte und zu möglichen Mitwissern wohl unbeantwortet bleiben und eine juristische Aufarbeitung womöglich ganz unterbleibt.

Bluttat in Stade: Gericht erlässt Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes
Sechs Tote in Stade: Täter neigte schon vorher zu Gewaltausbrüchen

CDU fordert lückenlose Aufklärung

Der Tod des mutmaßlichen Täters beendet das Strafverfahren gegen Fatih G. – die politische Aufarbeitung der Bluttat von Stade ist damit jedoch nicht abgeschlossen. Aus Sicht der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion sind nun zusätzliche Fragen zu beantworten: Warum konnte sich ein Untersuchungshäftling, der sich in staatlicher Obhut befand, das Leben nehmen? Welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung lagen vor? Und waren die angeordneten Schutzmaßnahmen ausreichend?

„Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben“, sagt die parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion, Carina Hermann.

Wie waren die Abläufe in der JVA Bremervörde?
Besonders kritisch bewertet die CDU-Opposition Berichte, wonach Fatih G. nach der Tat von einem möglichen Suizid gesprochen haben soll. Laut Medienberichten habe er erklärt, sich bereits unmittelbar nach den tödlichen Schüssen selbst töten zu wollen. Davon habe er lediglich wegen fehlender Munition abgesehen. Hermann fordert deshalb eine genaue Untersuchung der Abläufe: „Wenn diese Äußerung den zuständigen Stellen bekannt war, ist nicht erklärbar, wie es dennoch zu einem Suizid kommen konnte.“

Scharfe Kritik an der Justizministerin
Die Opposition richtet ihre Kritik unmittelbar an Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD).
Die Justizministerin müsse offenlegen, welche Informationen der JVA und anderen zuständigen Stellen vorgelegen hätten. „Die Justizministerin muss jetzt lückenlos darlegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden“, so Hermann.

Hermann spricht von einer „Serie schwerwiegender Pannen, Versäumnisse und kaum nachvollziehbarer Vorgänge im Verantwortungsbereich von Justizministerin Wahlmann“. Zusätzlich verweist die CDU auf unbesetzte Führungspositionen im Justizministerium. Nach Angaben der Fraktion seien sowohl die Leitung der Abteilung Justizvollzug als auch die Leitung des für Sicherheit zuständigen Referats nicht besetzt. Die CDU sieht darin ein organisatorisches und politisches Führungsproblem.

„Frau Wahlmann muss die Aufklärung zur Chefsache machen, die Führungslücken in ihrem Haus unverzüglich schließen und endlich dafür sorgen, dass der niedersächsische Justizvollzug verlässlich geführt wird“, fordert Hermann.

Politische Aufarbeitung
Die politische Aufarbeitung auf Landesebene hatte bereits vor dem Tod des Tatverdächtigen begonnen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Birgit Butter aus Buxtehude, Melanie Reinecke aus Stade und André Bock aus Winsen haben eine Kleine Anfrage mit insgesamt 32 Fragen an die rot-grüne Landesregierung gerichtet. Mehr dazu hier:

CDU-Landtagsabgeordnete fordern Aufklärung nach Bluttat von Stade
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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