Beschluss aus dem Jahr 2017 wird umgesetzt
Endlich: Landkreis Stade baut neue Rettungswachen

Die Standorte für die Rettungswachen sollen so liegen, dass die Fahrzeuge ihren Einsatzort binnen 15 Minuten erreichen
  • Die Standorte für die Rettungswachen sollen so liegen, dass die Fahrzeuge ihren Einsatzort binnen 15 Minuten erreichen
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jd. Stade. Im Notfall ist bei Rettungssanitätern höchste Eile geboten. Sie dürfen keine Zeit verlieren. Reichlich Zeit hat sich aber der Landkreis Stade bei einem Thema gelassen, das die Belange der Rettungskräfte elementar berührt. Reichlich spät kommt aus dem Kreishaus die frohe Kunde: Es werden bis 2022 vier neue Rettungswachen gebaut, die alte, viel zu kleine Gebäude ersetzen sollen. Eine gute Nachricht - aber: Bereits 2017 gab es einen Kreistagsbeschluss zur Errichtung der neuen Wachen. Dass es so lange gedauert hat, lag laut Landkreis an der Grundstücksuche, die sich als schwierig herausstellte.

10 Mio. Euro für vier Neubauten

Rund zehn Millionen Euro investiert der Landkreis - in die Neubauten, aber auch in Grundstücke. Denn zwei Rettungswachen werden definitiv verlegt. Bargstedt und Horneburg werden als Standorte aufgegeben. Die Rettungswagen und ihre Besatzungen ziehen nach Harsefeld bzw. ins Alte Land nach Guderhandviertel um.
Kreisweit gibt es neun Rettungswachen. Vier dieser Wachen befinden sich laut einem 2017 erstellten Gutachten des Fachbüros Forplan in einem schlechten Zustand. Laut Expertise sind die Gebäude beengt, in den Ruhe- und Sozialräumen fehlt Platz.

Außer in Harsefeld und Guderhandviertel wird es Neubauten in Drochtersen und in Stade-Wiepenkathen geben. Den bisherigen Standort an der Gauensieker Straße in Drochtersen hätte der Landkreis gern beibehalten, doch das Mietverhältnis wurde gekündigt. Dass die Rettungswache gegenüber der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Wiepenkathen durch einen Neubau ersetzt werden muss, wurde nie angezweifelt.

Protest gegen die Verlegung von Wachen

Zweifel gab es aber hinsichtlich der Verlegung der Wachen in Horneburg und Bargstedt. So setzte sich in Horneburg die örtliche Politik - allen voran Bürgermeister Hajo Detje (CDU) - dafür ein, die Rettungswache im Ort beizubehalten. Angesichts steigender Bevölkerungszahlen in der Samtgemeinde Horneburg stelle eine Verlegung der Wache ins Alte Land eine erhebliche Verschlechterung dar. Doch der Landkreis hält sich an die Empfehlung des Gutachters. Demnach können auch bisher schlecht abgedeckte Orte wie Hollern oder Hove schneller erreicht werden.

Noch stärkeren Protest gab es auf der Stader Geest. Die Wache soll in Bargstedt bleiben - dafür kämpfte auch dort die Politik, nicht nur in der eigenen Kommune, sondern auch in der benachbarten Samtgemeinde Fredenbeck. Die Gemeindevertreter fürchten, dass die Anfahrtszeiten der Rettungswagen zu einigen Dörfern deutlich länger werden. Der Landkreis sieht das anders und nennt Kutenholz als Beispiel, das auch von der Rettungswache in Wiepenkathen innerhalb der vorgegebenen Frist von 15 Minuten erreicht werden kann.

Was in Bargstedt zu Unmut führt, wird in anderen Gemeinden des Südkreises positiv aufgenommen: Wiegersen und Sauensiek sind bisher von keiner Rettungswache innerhalb einer Viertelstunde zu erreichen. Das ändert sich, wenn 2022 die neue Wache in Harsefeld in der Straße Im Sande fertiggestellt ist.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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