DRK will Einrichtung Ende 2028 eröffnen
Weg frei für ein Hospiz in Stade: Stadt überlässt Grundstück in Erbbaurecht
- Auf diesem bisherigen Parkplatz an der Stader Salztorscontrescarpe soll das Hospiz entstehen
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Der Weg für das erste stationäre Hospiz im Landkreis Stade ist frei: Die Hansestadt Stade überlässt der DRK-Hospiz Stade-Stiftung ein städtisches Grundstück an der Salztorscontrescarpe - im Zuge des Erbbaurechts. Damit kann das Deutsche Rote Kreuz die Planungen für den Neubau weiter vorantreiben. Entstehen soll ein Hospiz mit acht Plätzen, das eine seit Jahren bestehende Versorgungslücke im Landkreis schließen soll.
Grundstück an der Salztorscontrescarpe
Damit bestätigt sich, worüber das WOCHENBLATT bereits Ende April berichtet hatte: Das Hospiz soll auf der derzeit als Parkplatz genutzten Fläche an der Salztorscontrescarpe direkt neben dem Bürgerpark entstehen – nur wenige Gehminuten vom Bahnhof und der Innenstadt entfernt.
Das rund 4.400 Quadratmeter große Grundstück bleibt im Eigentum der Hansestadt Stade. Die DRK-Hospiz Stade-Stiftung erhält dafür ein Erbbaurecht. Die Laufzeit soll zunächst 30 Jahre betragen, verbunden mit einer Verlängerungsoption. Als Erbbauzins sind jährlich drei Prozent des Bodenrichtwertes von 175 Euro pro Quadratmeter vorgesehen – derzeit bis zu 23.100 Euro.
Hospiz soll Ende 2028 eröffnen
Der DRK-Kreisverband hatte seine Pläne für das Hospiz bereits im Frühjahr öffentlich vorgestellt. Geplant ist ein Gebäude mit acht Plätzen, das nach derzeitiger Planung spätestens Ende 2028 eröffnet werden soll. Die Investitionskosten werden auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.
Mit dem Projekt soll eine wichtige Lücke in der Gesundheitsversorgung geschlossen werden. Bislang gibt es im Landkreis Stade kein stationäres Hospiz. Schwerstkranke Menschen müssen deshalb häufig auf Einrichtungen in den Nachbarlandkreisen ausweichen.
Begleitung in den letzten Tagen und Wochen
Für das Deutsche Rote Kreuz steht dabei nicht die medizinische Behandlung im klassischen Sinn im Mittelpunkt. Ein Hospiz begleitet Menschen, deren Lebenszeit begrenzt ist. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beschwerden zu behandeln und den Betroffenen ein möglichst würdevolles Umfeld für ihre letzte Lebensphase zu bieten.
„Es geht darum, den Menschen in den letzten Tagen oder Wochen ihres Lebens ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich gut aufgehoben fühlen“, hatte DRK-Präsident Michael Roesberg gegenüber dem WOCHENBLATT erklärt. Dabei werde ausschließlich palliativ gearbeitet – lebensverlängernde Maßnahmen stünden nicht mehr im Vordergrund.
Offenes Haus für Patienten und Angehörige
Das Hospiz soll bewusst kein abgeschlossener Ort sein. Vielmehr setzt das DRK auf eine offene Atmosphäre, in der neben den Gästen auch deren Angehörige einen festen Platz haben. Geplant sind unter anderem Gästezimmer, damit Familien möglichst viel Zeit gemeinsam verbringen können.
Der Betrieb soll ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal mit Zusatzqualifikationen in der palliativen Pflege erfolgen. Ergänzt wird das Angebot durch die Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten, Palliativmedizinern, Seelsorgern und weiteren Partnern. Für die Betroffenen selbst entstehen keine Kosten. Die Unterbringung in einem stationären Hospiz ist für die Gäste kostenlos.
Musik von Bürgerpark-Festivals muss geduldet werden.
Auch die Nähe des künftigen Hospizes zum Bürgerpark mit seinen Veranstaltungen wird im Vertrag berücksichtigt: So muss das DRK es dulden, wenn laute Musik aus dem Bürgerpark herüberschallt. Außerdem sollen bei der endgültigen Grundstücksabgrenzung Flächen erhalten bleiben, die bei Musikfestivals für die Infrastruktur und den Backstagebereich genutzt werden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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