Stärkung der Jugendhilfe im Landkreis Stade
Stader Jugendhaus am Vorwerk ist jetzt eigenes Amt

Der Leiter des Jugendhauses am Vorwerk, Sasch Weiß, ist nun offiziell Amtsleiter | Foto: Landkreis Stade/jd
  • Der Leiter des Jugendhauses am Vorwerk, Sasch Weiß, ist nun offiziell Amtsleiter
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Der Landkreis Stade hat das Jugendhaus am Vorwerk organisatorisch aufgewertet. Aus der bisherigen Einrichtung innerhalb des Amtes Jugend und Familie ist Anfang des Jahres ein eigenständiges Amt entstanden. Die Leitung übernimmt Sascha Weiß, der das Jugendhaus bereits seit 2021 führt. Mit der neuen Struktur soll die besondere Rolle der Einrichtung innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe stärker sichtbar werden.

Eigenständiges Amt unterstreicht besondere Rolle des Jugendhauses
Die Ausgliederung des Jugendhauses am Vorwerk aus dem Amt Jugend und Familie ist mehr als eine organisatorische Veränderung. Bereits in den Haushaltsplanungen des Landkreises war vorgesehen, die Einrichtung aufgrund ihres besonderen Charakters als eigener Dienstleister organisatorisch zu verselbstständigen. Ziel ist es, dem Jugendhaus mehr Eigenverantwortung und Handlungsspielraum einzuräumen und seine besondere Stellung innerhalb der Jugendhilfe zu stärken.

Sascha Weiß bewertet die neue Struktur als Anerkennung durch die Politik und Verwaltungsspitze im Kreishaus. Das eigenständige Amt schaffe mehr Transparenz und Verantwortung. Gleichzeitig stärke es die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen, da das Jugendhaus als kreiseigener Träger der Kinder- und Jugendhilfe künftig auf Augenhöhe mit dem Amt Jugend und Familie agieren könne.

Seit 70 Jahren Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen
Das Jugendhaus am Vorwerk gehört seit rund 70 Jahren zur sozialen Infrastruktur des Landkreises Stade. Heute bietet die Einrichtung 22 Kindern und Jugendlichen ein Zuhause. Hinzu kommen rund 30 Kinder bis 13 Jahre, die in Bereitschaftsfamilien betreut werden. Ergänzt wird das Angebot durch eine Jugendschutzstelle für Jugendliche ab zwölf Jahren, die dort kurzfristig aufgenommen werden, bevor eine passende Anschlussunterbringung gefunden wird.

Jährlich nehmen rund 150 junge Menschen die unterschiedlichen Angebote des Jugendhauses in Anspruch. Viele von ihnen stammen aus schwierigen familiären Verhältnissen oder benötigen nach Krisensituationen intensive Unterstützung. Ziel der pädagogischen Arbeit ist es, individuelle Perspektiven zu entwickeln und – wenn möglich – eine Rückkehr in die Familie oder ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Millioneninvestition schuf moderne Bedingungen
Die Bedeutung des Jugendhauses zeigt sich auch in den Investitionen der vergangenen Jahre. Zwischen 2015 und 2017 wurde der Gebäudekomplex umfassend saniert und durch einen Neubau erweitert. Rund drei Millionen Euro investierte der Landkreis in moderne Wohn- und Betreuungsräume. Seitdem verfügt die Einrichtung über Wohngruppen, Apartmentwohnungen für Jugendliche auf dem Weg in die Selbstständigkeit, eine Jugendschutzstelle sowie Räume für Familienkontakte und pädagogische Angebote.

Sascha Weiß übernimmt Verantwortung für das neue Amt
Sascha Weiß ist seit 2020 im Jugendhaus am Vorwerk tätig. Zunächst arbeitete er als stellvertretender Einrichtungsleiter, seit 2021 leitete er die Einrichtung. Der Offizier der Luftwaffe, Diplom-Pädagoge und Absolvent eines Masterstudiengangs in Business Administration und International Management führt nun das neu geschaffene Amt mit 26 Mitarbeitenden sowie zahlreichen Bereitschaftsfamilien und Honorarkräften.

Als größte Herausforderung sieht Weiß die gesellschaftlichen Veränderungen und den steigenden Unterstützungsbedarf vieler Kinder und Jugendlicher. Entscheidend sei, auch künftig ausreichend passgenaue Hilfsangebote bereitzustellen und junge Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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