Spender gesucht: Stader DLRG-Ortsverein ist bei Boots-Neuanschaffung auf finanzielle Unterstützung angewiesen
Retter benötigen jetzt auch mal Hilfe

Die "Good Will" war am Dienstag im Einsatz, als Öl aus dem gesunkenen Schoner entwich Fotos: jd
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jd. Stade. Sie sind Ehrenamtliche, erledigen ihren Job aber wie Profis: Die Männer und Frauen vom DLRG Stade haben im Zusammenspiel mit den anderen Einsatzkräften hochprofessionelle Arbeit geleistet, als es darum ging, Besatzung und Passagiere vom havarierten Lotsenschoner in Sicherheit zu bringen. Dank des schnellen Eingreifens der Wasserretter konnten alle Menschen zügig von Bord geholt werden, bevor der Schoner sank. Bei solchen Einsätzen kommt es aber nicht nur auf eine gute Ausbildung der freiwilligen Helfer an - auch die Ausrüstung muss professionell sein. Und genau bei diesem Thema sehen die Lebensretter Handlungsbedarf. Eines ihrer wichtigsten Rettungsboote ist in die Jahre gekommen und muss dringend ersetzt werden. Allerdings fehlt dem Verein das Geld für die Anschaffung eines neuen Bootes. Händeringend sucht der Stader DLRG-Ortsverein nun Spender.

Mit der "Good Will" wurden schon zahlreiche Menschenleben gerettet. Das rund 30 Knoten (ca. 55 km/h) schnelle Boot eilt mit seiner dreiköpfigen Besatzung zu Hilfe, wenn Segeljollen kentern, Jachten in Seenot geraten oder leichtsinnige Schwimmer sich überschätzen. Auch als der Schoner nach seiner Kollision mit einem Containerschiff in der Schwingemündung geschleppt wurde, war die "Good Will" vor Ort, um das kurz darauf gesunkene Segelschiff auf seine Position zu bringen. "Mit seinen 210 PS ist das Boot ein unermüdliches Arbeitstier und kann vielfältig eingesetzt werden", sagt DLRG-Pressesprecher Markus Scheliga.

Doch der Zahn der Zeit nagt an der 1988 gebauten "Good Will" und die Ausstattung ist nicht mehr zeitgemäß. Sie entspricht längst nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Fehlende Gerätschaften wie Sonar, Radar, Wärmebildkamera und Kartenplotter wären immens wichtig für die Sicherheit, doch eine Nachrüstung würde sich nicht mehr lohnen, denn die unzähligen Einsätze haben ihre Spuren am Rumpf hinterlassen." Jetzt noch weiter in die Modernisierung des Bootes zu investieren, wäre völlig unwirtschaftlich", erklärt der Vize-Ortsvereinsvorsitzende Christian Hellwege.

Hellwege selbst hat beim jüngsten Einsatz unliebsame Erfahrungen mit den Tücken dieses "Drei-Kiel-Bootes" gemacht. Auf dem Weg zum Lotsenschoner schlug die "Good Will" aufgrund des Wellengangs mehrmals hart auf dem Wasser auf. Ein "Klatscher" war so heftig, dass Hellwege strauchelte und sich die Nase brach. Bei einem neuen Boot wäre das Verletzungsrisiko geringer: Bei dem von der DLRG ins Auge gefassten Typ handelt es sich um ein so genanntes "Offshore-RIB", ein Schlauchboot mit festem Rumpf, das sich wesentlich besser seinen Weg durch die Wellen bahnt. Es könnte noch bei Windstärke 8 und vier Meter hohen Wellen eingesetzt werden.
"Dank eines V-Rumpfes ist solch ein Boot seegängiger und für die kabbelige Elbe besser geeignet", meint Scheliga. Ein wesentlicher Pluspunkt sei zudem die Geschwindigkeit. Mit mehr als 40 Knoten (ca. 75 km/h) wäre das Schlauchboot erheblich schneller als die "Good Will". "Schnelligkeit ist bei der Rettung auf See das wichtigste Kriterium", so Hellwege. Gerade bei dem aktuellen Schiffsunglück habe das sofortige Eingreifen das Schlimmste verhindert.

Ihr Wunschboot haben die DLRG-Einsatzkräfte um den technischen Leiter Maik Hippauf quasi immer vor Augen. Direkt vor dem Liegeplatz der "Good Will" ist das Schlauchboot der Wasserschutzpolizei vertäut. "Ein Bootstyp von dieser Art wäre schon toll", sagt Hippauf. Das gibt es aber nicht zum Schnäppchenpreis: Rund 130.000 Euro müssten für die Neuanschaffung hingeblättert werden. Der Landkreis habe bereits zusagt, die Hälfte davon zu übernehmen, so Scheliga.

Für die andere Hälfte ist mehr als guter Wille vonnöten: Um sich einen Nachfolger für die "Good Will" leisten zu können, ist die Stader DLRG auf jede Menge Spenden angewiesen (siehe Kasten). "Mit den Mitgliedsbeiträgen können wir das nicht finanzieren und die Gebühren, die wir mit den Schwimmkursen einnehmen, decken wir auch nur die dort entstehenden Kosten", so Scheliga. Er hofft, dass sich zahlreiche Unterstützer finden: "Uns dabei zu helfen, Menschenleben auf der Elbe zu retten, ist doch ein äußerst sinnvoller Spendenzweck."

Jede Spende istwillkommen

Sämtliche Spenden verbleiben beim Stader DLRG-Ortsverein und werden für die Anschaffung des neuen Bootes verwendet. Da die DLRG gemeinnützig ist, sind die Spendenbeträge steuerlich abzugsfähig. "Außerdem muss niemand befürchten, dass er hinterher weitere 'Bettelbriefe' von uns erhält", so Scheliga.

Wer sich vorab über den geplanten Bootskauf oder die Arbeit der Stader DLRG-Gruppe informieren möchte, findet auf der Internetseite die E-Mail-Adressen der Ansprechpartner: stade.dlrg.de.

Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden:
DLRG STADE
IBAN: DE93 2415 1005 0000 0696 66
Sparkasse Stade - Altes Land 

Die "Good Will" war am Dienstag im Einsatz, als Öl aus dem gesunkenen Schoner entwich Fotos: jd
Maik Hippauf und Julia Ahrens auf der "Good Will". Ihr "Wunschboot" liegt im Hintergrund

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