Tier-Martyrium im brennenden Stall in Essel

Das landwirtschaftiche Gebäude brannte vollständig nieder. Das Vieh wurde unter den Trümmern begraben
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150 Retter löschen Großfeuer auf Bauernhof / 150.000 Euro Schaden / Brandexperten ermitteln

tp. Essel. "Es treibt einem die Tränen in die Augen", sagt Landwirts-Ehefrau Urte Burfeind (52) und blickt traurig und geschockt auf die noch von Löschwasser dampfenden Trümmer des Stall- und Scheunengebäudes in Essel, in dem bei einem Großfeuer zwölf Rinder qualvoll verendeten. Sechs der Jungrinder waren hochtragend.

Die Landwirts-Eheleute Urte und Helmut Burfeind (58) und ihre Tochter Ann-Christin (24) wollten den zweiten Adventssonntag nach dem Abendbrot gemütlich bei Kerzenschein vor dem Fernseher ausklingen lassen, doch dann erlebten sie den schrecklichsten Vorweihnachtstag ihres Lebens. Gegen 21 Uhr klingelte eine aufgeregte Passantin an der Haustür: "Ihr Stall brennt!" Die Frau hatte die Flammen, die aus dem landwirtschaftlichen Gebäude an der Ortsdurchfahrt in Kutenholz-Essel, Landesstraße 123, drangen, zufällig aus dem fahrenden Auto bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert.

Noch ehe die rund 150 Retter anrückten, waren die zwölf in dem Stall untergebrachten, teils hoch-tragenden Jungrinder vermutlich an Rauch und Hitze des Großfeuers verendet. "Am liebsten hätte ich die Stalltür geöffnet und die Tiere in die Freiheit entlassen", sagt Urte Burfeind. Doch dadurch hätte sich die Bäuerin vermutlich selbst in Lebensgefahr begeben. Helmut Burfeind, selbst erfahrener Feuerwehrmann, gelang es in letzter Minute, die beiden Trecker in Sicherheit zu bringen. Der Familie musste mit ansehen, wie die Trümmer nach den Löscharbeiten über der kleinen Herde toter Rinder zusammenbrachen.

Helmut Burfeind hat den von seinem Vater und Großvater errichteten Stall mit angebautem modernem Strohlager nach eigenem Bekunden gegen 18.30 Uhr nach dem Füttern des Viehs abgeschlossen. "Da war die Welt noch in Ordnung", sagt seine Frau, die nach einer schlaflosen Nacht am Montagvormittag das Geschehene noch nicht fassen konnte und angesichts des Verlustes ihrer geliebten Tiere den Tränen nahe war. "Die Rinder sind nicht nur unsere Existenzgrundlage, wir leben und arbeiten täglich mit ihnen und haben sie ins Herz geschlossen." Eines der tragenden Jungrinder hätte im Januar sein erstes Kälbchen zur Welt gebracht.

Dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf die übrigen, eng beieinander stehenden Wirtschaftsgebäude und das Wohnhaus verhindert werden. Die Freiwilligen kämpften mehrere Stunden um den Milchhof mit rund 200 Stück Vieh, den Helmut Burfeind in dritter Generation bewirtschaftet. Einige hielten noch am Tag nach dem Unglück Brandwache an der von der Polizei abgesperrten Unglücksstelle.
Ein hilfsbereiter Feuerwehrmann, von Beruf Elektriker, behob nach dem Löscharbeiten einen Kurzschluss in der Stromversorgung. Denn schon am Montagmorgen, 5.30 Uhr, musste der Betrieb mit seinen elektrisch betriebenen Melkstand und Kühltanks weitergehen.

Ein ca. 1.000 Liter fassender Dieseltank wurde durch das Feuer komplett zerstört. Der Gesamtschaden beträgt nach ersten Schätzungen von Polizei und Feuerwehr ca. 150.000 Euro. Genaue Erkenntnisse zur Brandursache, die bislang unklar ist, werden erst nach den Recherchen der Brandexperten der Polizei Stade erwartet.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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