Vorfälle auch in den Kreisen Harburg und Stade
Umfrage: Gewalt gegen Feuerwehrleute weiter ein Problem

Feuerwehrleute setzen sich dafür ein, Menschenleben zu retten - wie hier bei einem Unfall. Umso unverständlicher ist es, wenn sie dann von Unfallbeteiligten oder Schaulustigen bepöbelt oder attackiert werden | Foto: Adobe Stock/Werner
  • Feuerwehrleute setzen sich dafür ein, Menschenleben zu retten - wie hier bei einem Unfall. Umso unverständlicher ist es, wenn sie dann von Unfallbeteiligten oder Schaulustigen bepöbelt oder attackiert werden
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Autobahn A7
Wohnanhänger macht sich selbstständig und verursachte Unfälle

Am frühen Samstagmorgen, kam es auf der BAB 7, Richtung Hamburg, kurz hinter der Anschlussstelle Egestorf gegen 4 Uhr zu einem Verkehrsunfall. Hier löste sich aus bislang ungeklärter Ursache ein Wohnanhänger von einem Pkw, sodass dieser über die Fahrbahn schleuderte. Der Anhänger "überholte" das eigene Zugfahrzeug, bis er auf dem linken Fahrstreifen an der Mittelschutzplanke zum Stehen kam. Der Pkw konnte auf dem Seitenstreifen abgestellt werden. Trotz Absicherungsversuche des Wohnanhängers...

Blaulicht
Die Feuerwehr sicherte die Wohnung, in dem der Brandmelder aktiv war | Foto: A. Feldtmann, Pressesprecher der FF Hittfel
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Hittfeld
Feuer im Mehrfamilienhaus - vier Feuerwehren im Einsatz

Am Samstagvormittag, 8. August,  um 10.47 Uhr wurden die Feuerwehren Hittfeld, Fleestedt, Lindhorst und Helmstorf zu einem Feuer in der Hittfelder Goethestrasse alarmiert. Ein Rauchwarnmelder in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses hatte ausgelöst. Nachbarn alarmierten umgehen die Feuerwehr über 112 und klingelten bei der betroffenen Wohnung. Da dort aber keiner öffnete und nicht sicher fest stand, ob der Bewohner zu Hause war, wurde das Einsatzstichwort auf „Menschenleben in Gefahr“ erhöht...

Blaulicht

Autobahn A7
Gefährdung des Straßenverkehrs und Mittelfinger gezeigt

Am Samstagabend, 8. August,  meldete ein Verkehrsteilnehmer einen Pkw, aufgrund seiner gefährdenden Fahrweise auf der A7, in Fahrtrichtung Hamburg. Die Fahrzeugführerin habe dem meldenden Verkehrsteilnehmer zudem auch den Mittelfinger gezeigt. Als die Polizeibeamten aus Bad Fallingbostel den Pkw der 39-jährigern Fahrerin kontrollierten, stellten sie bei der Hannoveranerin eine Atemalkoholkonzentration in Höhe von 1,24 Promille sowie eine Beeinflussung durch Amphetamine fest. Eine...

Blaulicht

Buchholz
Kommentar: Ampelanlage Hamburger Straße / Schützenstraße außer Betrieb

Die Leuchtzeichenanlage an der Kreuzung Hamburger Straße / Schützenstraße / Bendestorfer Straße in Buchholz ist seit längerer Zeit am Dienstag außer Betrieb. Der Straßenverkehr wird nicht durch die Polizei geregelt.  Dabei zeigt sich: Viele Verkehrsteilnehmer - das Alter spielt keine Rolle - scheinen ihr vermitteltes Wissen aus der Fahrschule nicht mehr zu kennen. Statt zu überlegen wird stark beschleunigt oder die Hupe mehrfach genutzt - das klappt reibungslos! Augen zu und durch! Fußgänger...

Blaulicht
Der Radlader stand innerhalb von kürzester Zeit vollständig in Flammen | Foto: Torben Schröter/ Feuerwehr Himmelpforten
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Brand breitet sich sekundenschnell aus
Radlader in Flammen in Himmelpforten

Mitten auf der Straße schlugen plötzlich Flammen aus einem Radlader. Am heutigen Montagmorgen geriet das Baufahrzeug auf der Straße Ochsenpohl in Himmelpforten während der Fahrt in Brand. Dem 47-jährigen Fahrer blieben nur wenige Sekunden, um das Fahrzeug zu stoppen und sich ins Freie zu retten. Fahrer kann sich rechtzeitig retten Gegen 7.15 Uhr war ein Bauunternehmer aus der Samtgemeinde Fredenbeck mit dem Radlader in Richtung Hauptstraße unterwegs. Kurz vor der Einmündung Hüperskamp begann...

Blaulicht

Tatverdächtiger gefasst
29-Jähriger bei Messerangriff in Stade schwer verletzt

++++++++++Update: Mutmaßlicher Täter in U-Haft++++++++++++ Durch intensive Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen einen 32-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz. Einsatzkräfte der Polizei nahmen den Verdächtigen am vergangenen Samstagabend gegen 19 Uhr in Stade fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er noch am selben Abend einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Der 32-Jährige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen gebracht. Die...

Blaulicht
Immer wieder kommt es an der Abbiegung nach Tangendorf zu kritischen Situationen | Foto: Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
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Thieshope (L215) / Tangendorf
Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge / Fahrzeugführer im Krankenhaus

Zu einem erneuten schweren Verkehrsunfall ist es am Sonntagmittag, 9. August, auf der Landesstraße 215 im Bereich der Abzweigung nach Tangendorf gekommen. Erst am Freitag war es auf der L215 an der Anschlussstelle Thieshope zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem eine Frau tödlich und vier weitere Personen verletzt wurden. Um 13.18 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Thieshope und Brackel sowie der Rüstwagen der Feuerwehr Maschen mit dem Stichwort „Verkehrsunfall – Person klemmt im...

Blaulicht
Die L215 musste komplett während der Rettungsmaßnahmen gesperrt werden | Foto: Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
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Thieshope / Autobahnauffahrt L215
Fahrerin verstarb an der Unfallstelle

Am Freitagabend, 7. August, gegen 21.12 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Brackel mit dem Stichwort „TH1 – Hilfeleistung nach Verkehrsunfall“ alarmiert. Einsatzort war die L 215 im Bereich der Autobahnauffahrt Thieshope. Aufgrund zahlreicher Notrufe in der Leitstelle und einer zunächst unklaren Lage vor Ort wurde umgehend die Freiwillige Feuerwehr Thieshope nachalarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bot sich den Feuerwehrleuten ein trümmerreiches Bild. Ein VW und ein...

Blaulicht

Buchholz / Sprötze
Unfall: E-Scooter-Fahrer übersieht Fahrzeug

Am späten Samstagnachmittag, 8. August, kam es gegen 17 Uhr in Sprötze, an der Kreuzung Seppenser Weg und Suerhoper Koppelweg, zu einem Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem E-Scooter. Hierbei missachtete der 16-jährige E-Scooter-Fahrer den bevorrechtigte PKW-Fahrerin (82), so dass es in der Folge zu einem Zusammenstoß kam, wobei der Jugendliche von der Front des PKW erfasst wurde, stürzte und sich leicht verletzte. Der Jugendliche wurde durch einen Rettungswagen in ein Krankenhaus...

Blaulicht
Gegenüber des Hauptgebäude brannte die Heide | Foto: Waldklinik
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Jesteburg
Feuer an der Waldklinik - Feuerwehren haben Brand im Griff

Qualm wurde auf dem Gelände der Waldklinik in Jesteburg (Kleckerwaldweg) am Sonntagnachmittag, 9. August, entdeckt. Gegenüber dem Hauptgebäude brannte eine größere Fläche der trockenen Heidevegetation. Die Jesteburger Feuerwehr und  die Ortsfeuerwehren waren schnell vor Ort, um den Brand zu löschen. Nachdem der Brandherd gelöscht war, suchten die Feuerwehrleute nach Brandnestern, um die gesamte Heidefläche "im Griff zu haben". Samtgemeinde- und Kreisbrandmeister waren vor Ort. Gebäude der...

Die Gewalt gegen Einsatzkräfte - egal, ob Polizisten, Rettungssanitäter oder Feuerwehrleute - nimmt zu. Letztere wurden im Frühjahr von der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen zum Thema Gewalterfahrung befragt. Das erschreckende Ergebnis: Fast drei Viertel der befragten Feuerwehrleute bejahten die Frage nach entsprechenden Erfahrungen, bei einem Großteil davon liegen diese Erlebnisse nicht länger als zwei Jahre zurück. Mehr als 1.300 Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren in Niedersachsen nahmen an der Online-Umfrage teil. Auch in der Region waren Feuerwehrleute in der Vergangenheit wiederholt physischer oder auch verbaler Gewalt ausgesetzt.

Beamte beleidigt und mit Böllern beworfen

Die aktuelle Umfrage der Feuerwehr-Unfallkasse ist das Update einer Befragung aus dem Jahr 2020 und bestätigt überwiegend die damaligen Ergebnisse. Demnach erlebten die Feuerwehrleute am häufigsten Beschimpfungen und Beleidigungen mit Worten und Gesten (88 Prozent der Befragten; Mehrfachnennungen möglich). Als weitere Formen von Gewalt gegenüber den Ehrenamtlichen der Feuerwehr wurden u.a. angegeben: Widersetzen gegenüber Anordnungen - etwa wenn Gaffer eine Unfallstelle verlassen sollen (56 Prozent), Androhung, jemanden mit dem Auto anzufahren - beispielsweise bei Straßensperren (31 Prozent), Einschüchterung und Bedrohung (29 Prozent), Beschimpfungen und Beleidigungen in den sozialen Medien (17 Prozent) sowie Bewerfen mit Böllern (zehn Prozent).

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte in Hinblick auf die Umfrage, dass solche Angriffe auf Feuerwehrleute sowie Rettungs- und Einsatzkräfte "völlig inakzeptabel" seien. Diese Gewalt dürfe nicht hingenommen werden. "Wer Einsatzkräfte daran hindert, ihre Pflicht zu tun, der greift uns alle an. Wir werden alles dafür tun, um die Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für unsere Sicherheit engagieren, zu schützen", sagt Behrens. Das Strafmaß bei solchen Attacken auf Einsatzkräfte müsse voll ausgeschöpft werden. Insbesondere die ehrenamtlichen Einsatzkräfte würden solche Vorkommnisse stark belasten, so die Ministerin. Es sei daher wichtig, gerade den Ehrenamtlichen in der Feuerwehr, die ihre kostbare Freizeit für den Schutz der Gesellschaft opfern, den Rücken zu stärken.

Null Toleranz bei Übergriffen auf Helfer

Vorfälle aus dem Landkreis Stade

Auch etliche Feuerwehrleute im Landkreis Stade hatten bei ihren Einsätzen bereits unangenehme Erlebnisse mit gewalttätigen Personen. Manchmal handelte es sich dabei sogar um Menschen, zu deren Hilfe die Feuerwehr herbeigeeilt war, oder um deren Angehörige. Hier einige Beispiele von besonders schlimmen Vorfällen aus den vergangenen Jahren:

• In einer Silvesternacht mussten sich die Einsatzkräfte der Stader Feuerwehr aus dem Altländer Viertel zurückziehen und auf die Polizei warten, nachdem feiernde Anwohner die Einsatzfahrzeuge mit Böllern und Raketen beschossen hatten. Die Ehrenamtlichen wollten brennende Mülltonnen löschen.

• Ein Absperrposten bei einem Verkehrsunfall auf der B73 in Stade wurde beinahe über den Haufen gefahren. Ein Sportwagen-Fahrer raste auf die Einsatzkräfte zu, die sich mit waghalsigen Sprüngen zur Seite in Sicherheit bringen konnten.

• Am Rande eines Feuerwehreinsatzes in Buxtehude griff ein polizeibekannter Anwohner einen Buxtehuder Feuerwehrmann an. Der Brandschützer forderte den Mann aus Sicherheitsgründen auf, sich von dem Feuerwehrauto zu entfernen. Der Angreifer packte den Feuerwehrmann unvermittelt am Kragen und schubste ihn wiederholt. Dabei stieß er mehrfach Beleidigungen aus.

• Nach einem Verkehrsunfall in Asselermoor griff der schwer verletzte und alkoholisierte Beifahrer die Polizisten an. Der Mann wollte sich trotz blutender Platzwunde am Kopf nicht behandeln lassen. Stattdessen behinderte er den Rettungseinsatz. Die Polizisten setzten Pfefferspray und Kabelbinder ein, um den Mann auf der Trage zu fixieren. Er kam im Rettungswagen mit Polizeibegleitung ins Krankenhaus.

• Die Angehörigen einer Großfamilie störten am Rande einer Hochzeitsfeier in einem Stader Club einen Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsatz. Sie belagerten die Einsatzkräfte und schlugen einer Retterin ins Gesicht. Sechs Insassen waren bei dem nächtlichen Verkehrsunfall im Gewerbegebiet Stade-Süd verletzt worden.

Gewaltbereitschaft gegen Rettungskräfte steigt

Vorfälle aus dem Landkreis Harburg

Auch bei den Feuerwehren in Buchholz sei es in der Vergangenheit schon häufiger zu Vorfällen gekommen "Übergriffe haben in den vergangenen Jahren immer wieder stattgefunden, in jüngster Zeit sind mir allerdings keine größeren Vorfälle bekannt", erklärt Stadtbrandmeister André Emme. Trotzdem habe die Feuerwehr Buchholz sich mit Drohungen, Beleidigungen und Angriffen auseinandersetzen müssen.

An Silvester vor einigen Jahren seien Kameraden mit Böllern und Raketen beworfen worden. Bei den Cyclassics seien Feuerwehrkräfte beim Durchführen von Absperrmaßnahmen beschimpft und bedroht worden. Auch auf Schützenfestumzügen seien die Feuerwehrleute häufig mit Beschimpfungen oder Pöbeleien konfrontiert. In einem Jahr, so Emme, sei ein Kamerad einer der Ortswehren sogar von einem Auto angefahren worden sein. Das Fahrzeug sei plötzlich losgefahren, wodurch der Feuerwehrmann, der vor dem Pkw stand, auf die Motorhaube geriet. Es folgte eine Anzeige.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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