"Von der Wissenschaft der Toten" in der Festung Grauerort begeistert Besucher
Der Tod gehört dazu

Karsten "Don Camillo" Mertens (li.) und Alexander Benn genossen den Festivaltag mit Leichenwagen und menschlichen Schädeln
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sc. Stade. Ein ungewöhnliches Festival lockte am vergangenen Wochenende nach Bützfleth: "Scientia Mortuorum - Von der Wissenschaft der Toten" von Dr. Anja Kretschmer gastierte zum ersten Mal in der Festung Grauerort und gewährte einen Einblick in etwas, das zum Leben dazugehört: den Tod.

Etwa 230 interessierte Besucher kamen auf das Gelände der Festung. Von dem Ambiente des historischen Ortes ist nicht nur die Veranstalterin begeistert. Gäste, Referenten, Künstler - alle seien von der Festung als Location angetan, so Dr. Kretschmer. Für die bereits dritte Auflage des besonderen Festivals holte sie eine spannende Mischung aus wissenschaftlichen Vorträgen, Kurzfilmen, Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und eine Leichenwagenschau nach Bützfleth. "Wichtig ist, über das Thema Tod zu sprechen", sagt Dr. Kretschmer. Mit ihrem Festival hoffe sie, die Menschen dazu zu motivieren, sich mit dem Thema auf eine ungezwungene Art beschäftigen. Als Fazit der Veranstaltung zog Dr. Kretschmer, dass es sich lohne, auch in schwierigen Zeiten mutig zu sein und den Menschen Begegnung, Kultur, Wissenschaft und Kunst zu bieten. "Die Dankbarkeit von den Besuchern war überwältigend", so die Veranstalterin.

Ganz aus Sachsen-Anhalt reiste Karsten "Don Camillo" Mertens mit seinem Jaguar XJ40 Leichenwagen an. "Von dieser Art Leichenwagen gibt es nicht mehr viele", erklärte der Kenner, der selber ein großes Leichenwagentreffen in Leipzig organisiert. Viel Liebe hat er in die Aufbereitung des Wagen gesteckt und den Innenraum selber restauriert. Auf seiner Reise in den Landkreis Stade war er allerdings nicht alleine unterwegs: Das Skelett Steffi begleitete ihn auf dem Beifahrersitz. Und auch einen lokalen Bezug hat Mertens zum Landkreis, denn seinen Leichenwagen kaufte er in Jork.

Zum ersten Mal auf dem Festival war Alexander Benn vom Museum "Pangea". "Die Veranstaltung spiegelt genau das wider, was ich darstellen möchte", erzählt Benn. Mit seinen mitgebrachten Ausstellungsobjekten zeigte er den Festivalbesuchern Fossilien und archäologische Funde aus mehr als 540 Millionen Jahren - da gehöre der Tod durchaus mit dazu. Auch echte menschliche Schädel, unter anderem aus Oederquart, stellte Benn in Zusammenarbeit mit der Kreisdenkmalpflege Stade auf dem Festival aus.

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