Edel-Tesa für den Riesen-Airbus aus Stade

Führungskräfte bei Web Industries Stade: Manager und Prokurist Dietbert Spicher (li.) und Jan Warias, Personalleiter
2Bilder
  • Führungskräfte bei Web Industries Stade: Manager und Prokurist Dietbert Spicher (li.) und Jan Warias, Personalleiter
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Bei Web Industries dreht sich alles um Leichtbaustoff von der Spule / Mitarbeiter als Eigentümer

tp. Stade. Unermüdlich rotieren die Spulen - keine Zeit für eine Pause in der Werkhalle von Web Industries ("Gewebe-Industrie") in Stade. Denn die High-Tech-Erzeugnisse des hochspezialisierten Unternehmens auf dem ehemaligen Kasernengelände in Ottenbeck sind heiß begehrt. Web Industries stellt extrem strapazierfähige Bänder aus dem Leichtbauwerkstoff Carbonfaser, imprägniert mit Epoxidharz, für den Flugzeugbau, Fahrzeugbau und die Windindustrie her.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, nahm Web Industries mit Stammsitz in den USA die Produktion der Faser-Harz-Bänder auf. Räumlich und technisch gut eingebettet, liegt die Produktionsstätte unter dem Dach des Branchenpartners "Hexcel Composites" am Sophie-Scholl-Weg. Web Industries ist Mitglied im Stader Leichtbau-Kompetenznetzwerk CFK-Valley.

Von Hexcel stammt das Rohmaterial: ca. 300 Kilo schwere, rund einen halben Meter breite Rollen mit hauchfeinen Kohlefaserfäden, die Web Industries für seinen Abnehmer konfektioniert. Dazu stehen in der Firmenhalle drei Spezialmaschinen mit je 100 Wickelköpfen bereit, in die das Pionier-Unternehmen zu Betriebsbeginn im Jahr 2012 einen zweistelligen Millionenbetrag investierte.

Die weltweit weitgehend einzigartige Kunst von Web Industries liegt in dem präzisen, computergesteuerten, maschinellen Feinschnitt. Vor der Verarbeitung durch Spezialisten, die Webindustrie im eigenen Unternehmen laufend einarbeitet und fortbildet, müssen die kunstharzgetränkten Kohlefaser-Rollen 36 Stunden auftauen. Denn das empfindliche Material wird tiefgekühlt gelagert und lässt sich am besten bei 20 Grad Raumtemperatur auf den hundertstel Zentimeter genau in etwa Klebeband-breite Streifen schneiden und aufwickeln.

Als etwa Bierfässchen-großen Rollen geht das nahezu klinisch reine Edel-Tesaband zurück an den Auftraggeber Hexcel und von dort mit dem Kühl-Laster in Richtung Abnehmer: Das extrem zugfeste Material "made in Stade", das nach Auskunft des örtlichen Werksleiters, Prokurist und General Manager Dietbert Spicher, "leichter als Alu und härter als Stahl" ist, findet Verwendung beim Flugzeugbauer Airbus. Rumpf- und  Tragflächenbauteile von "Jumbo"-Fliegern wie der A380 werden daraus hergestellt, außerdem Autoteile und Windradflügel.

In den fünf Anfangsjahren hat Web Industries in Stade laut Personalleiter Jan Warias 10.000 Einzelaufträge bearbeitet und dabei gut zehn Millionen Quadratmeter Material geschnitten.
Das Unternehmen sucht weitere Produktionsmitarbeiter. Diese werden - ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal - ähnlich wie Aktionäre an der Firma beteiligt. Insgesamt hat das vom amerikanischen Selfmademan Bob Fulton (†) gegründete Unternehmen rund 500 Angestellte in sieben Werken. Am einzigen europäischen und zugleich größten Web-Industries-Standort in Stade stehen 120 Mitarbeiter in Lohn und Brot.

• www.webindustries.com

Führungskräfte bei Web Industries Stade: Manager und Prokurist Dietbert Spicher (li.) und Jan Warias, Personalleiter
Werkhalle von Web Industries in Stade
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Politik
Sönke Hartlef

WOCHENBLATT-Serie "Stade - plus und minus": Jetzt kommt Sönke Hartlef zu Wort
Stades Bürgermeister: Die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig steigern

jd. Stade. "Stade - plus und minus": So lautete der Name der kleinen politischen WOCHENBLATT-Sommerserie, in deren Rahmen die sechs Fraktionsvorsitzenden im Rat der Hansestadt Statements zu Themen abgeben konnten, die ihnen für Stade wichtig erscheinen. Für positive Aspekte wurde ein Plus-Zeichen vergeben, bewerteten die Fraktionschefs etwas negativ, gab es ein Minus. Lag die Einschätzung dazwischen, war auch ein Plusminus möglich. Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU) hat sich die...

Politik
Auf diesem Areal wollte das Unternehmen den Supermarkt ansiedeln   Foto: thl

Winsen lehnt weiteren Supermarkt ab

Fachausschuss der Stadt stellt Baugesuch eines Unternehmens im Gewerbegebiet für ein Jahr zurück thl. Winsen. Der Planungsausschuss der Stadt hat dem Verwaltungsausschuss die Zurückstellung eines Baugesuchs für einen Supermarkt im Gewerbegebiet Boschstraße für die Dauer eines Jahres empfohlen. Zudem soll für den Bereich der Bebauungsplan "Nr. 30 - Gewerbegebiet Osttangente" von 1990 geändert werden. Dieser setzt nämlich fest, dass in diesem Bereich Einzelhandelsbetriebe bis zu einer Größe...

Blaulicht
In der Staatsanwaltschaft Stade rücken kriminelle Clans jetzt verstärkt in den Fokus

Stade ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
Null Toleranz bei Clankriminalität

tk. Stade. "Das Gefühl, dass es in Niedersachsen Kriminelle gibt, die bei rechtschaffenen Bürgern den Eindruck erwecken, dass sie tun und treiben könnten, was sie wollen, darf es nicht geben." Mit diesen Worten gab Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) den Startschuss für die vier neuen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften Clankriminalität. Eine davon ist in Stade angesiedelt.  Zwei Staatsanwälte werden sich in den jeweils vier Ermittlungseinheiten, neben Stade sind das...

Panorama
In seinem Stall: Landwirt Stefan Isermann aus Toppenstedt
3 Bilder

"Aufeinandertreffen mit Corona wäre Super-GAU"
Landwirte sind bedroht von Auswirkungen von Afrikanischer Schweinepest

ce. Toppenstedt. "Die Pest ist in hiesigen Regionen noch nicht angekommen. Ihre Auswirkungen könnten aber nicht nur für unseren Betrieb mittelfristig existenzbedrohend werden." Das sagt Stefan Isermann (41), der in dritter Generation in Toppenstedt (Landkreis Harburg) Landwirtschaft mit einigen tausend Schweinen betreibt, mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat bislang 35 dieser Vierbeiner in...

Politik
Rainer Schlichtmann hat sich 25 Jahre zum Wohle der Samtgemeinde Harsefeld eingesetzt
4 Bilder

Er übergibt ein gut bestelltes Haus
Nach 25 Jahren als Verwaltungschef in Harsefeld: Rainer Schlichtmann geht in den Ruhestand

jd. Harsefeld. Eine Ära geht heute zu Ende: Dieser Mittwoch ist der letzte Arbeitstag für Rainer Schlichtmann. Am Abend wird der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeister bei einem Festakt in der Eissporthalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dass seine Amtszeit später einmal als "Ära Schlichtmann" bezeichnet wird, dürfte ziemlich sicher sein. Schließlich hat der 67-Jährige die Geschicke der Samtgemeinde und auch ihrer vier Mitgliedsgemeinden entscheidend geprägt - und das über einen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen