Ein Heim für kranke Mini-Meckis in Stade

Igel-Papa Hans-Hermann Bredehorn mit drei seiner stacheligen Schützlinge
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"Aus Liebe zum Leben": Tierfreund Hans-Hermann Bredehorn (63) ist Igel-Papa

tp. Stade. Sie heißen Pauli, Django, Stuart Little oder Felix und sind oft nicht mehr als eine Handvoll Leben: Igel-Junge, die wegen Krankheit oder zu niedrigen Körpergewichts in der kalten Jahreszeit im Freien verenden würden. Gut, dass es Hermann Bredehorn (63) gibt: Der Tierfreund aus Stade nimmt Mini-Meckis im Winter bei sich auf und hat so schon Dutzenden hilflosen "Stacheltierchen" das Leben gerettet.

An einem klirrend kalten Winterabend im Jahr 2013 fing es an: Bredehorns Ehefrau Kathrin Maheinke (56) brachte einen kranken Igel mit nach Hause. Ratschläge holte sich das tierliebe Paar, das zwei Hunde, zwei Kanarienvögel und ein Pferd besitzt, beim "Komitee für Igelschutz" in Hamburg und bei der "Igel-Station" in Hollern-Twielenfleth.

Zwischenzeitlich ließ sich der Maschinenbau-Techniker in Altersteilzeit zum ehrenamtlichen Igelpfleger ausbilden. Seine Fachkenntnis ist in der ganzen Region gefragt: Tierschutz-Einrichtungen, Privatleute und die Tierklinik Harsefeld geben kranke und schwache Igel in seine Obhut. Die einen sind lebensbedrohlich unterernährt, andere leiden unter den Folgen einer Vergiftung durch Rattenköder oder sind mit Parasiten wie Lungenwürmer oder Zecken befallen.

Bredehorn hält diverse Medikamente und Futter für die Tiere bereit. Kleinere Igel schlürfen aus Spritzen eine selbst gemachte Spezialmilch aus Fencheltee, Quark, Eiern und Vitaminen, größere fressen Katzenfutter und Igel-Trockennahrung. Bredehorn notiert alle Erfolge minutiös in einem Pflegeprotokoll.
Im Idealfall setzen die "pieksigen Patienten" eine Speckschicht an und können - ab 600 Gramm Gewicht - nach draußen.

Derzeit halten 20 Igel in Bredehorns Garten Winterschlaf. Weitere acht Sorgenkinder genießen Intensiv-Pflege in Kartons im warmen Heizungskeller.

Notfalls ist Igel-Retter Bredehorn Tag und Nacht für seine Zöglinge da. "Aus Liebe zum Leben", sagt der Vater von drei erwachsenen Kindern und Großvater von drei Enkeln. Vor Jahren war er schwer an Krebs erkrankt. Damals habe er sich geschworen: "Wenn du das überlebst, gibst du etwas von dem Glück zurück."

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