Landkreis Stade legt Ergebnisse der Bodenproben vor
Entwarnung für Bützfleth: Keine Schwermetallbelastung

Mit einem sogenannten "Edelman-Bohrer" wurden die Bodenproben entnommen  Foto: Markus Wehrer
  • Mit einem sogenannten "Edelman-Bohrer" wurden die Bodenproben entnommen Foto: Markus Wehrer
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade-Bützfleth. Für die Bürger in Bützfleth gibt es nach Angaben des Landkreises keine gesundheitlichen Risiken durch Schwermetalle im Boden. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das die Kreisbehörde bei der Ingenieurgesellschaft Dr. Schmidt in Auftrag gegeben hat. Das Fachbüro aus Stade entnahm insgesamt 44 Bodenproben und ließ diese in einem Labor untersuchen. Die ermittelten Werte geben laut Kreisverwaltung keinen Anlass zur Sorge. Kreisbaurätin Madeleine Pönitz zeigte sich erleichtert: „Danach bestehen bei der derzeitigen Nutzung keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit.“ Der Landkreis stellt das Gutachten auf einer öffentlichen Sondersitzung des Ortsrates Bützfleth am Donnerstag, 4. April, um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus vor.

Grund für die Bodenuntersuchungen waren Nachfragen von besorgten Bewohnern aus Bützfleth. Diese befürchteten, dass die Böden in ihrem Ort aufgrund der nahen Industrie zu stark mit Schwermetallen belastet sind. Stichproben, die einzelne Privatleute im Herbst 2018 auf ihren Grundstücken vorgenommen hatten, ergaben erhöhte Werte von Eisen, Zink, Blei, Kupfer und Mangan. Seitdem herrschte Unruhe in dem Stader Ortsteil.

Für die jetzige Untersuchung hat der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Stade in Bützfleth neun „Prüfflächen“ in Bützfleth ausgewählt. Diese Flächen befinden sich abgesehen von einem Privatgrundstück in öffentlicher Hand. Die Proben stammen u.a. vom Außenbereich des Kindergartens, von einem Spielplatz sowie Schulhof und Freibad. Zum Vergleich wählten die Gutachter fünf „Hintergrundflächen“ in mehreren Kilometern Entfernung in der Nachbargemeinde Drochtersen aus.

"Die Schwermetalle standen im Fokus, die Bodenproben wurden aber auf insgesamt 60 Schadstoffe gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung untersucht", erläutert die Kreisbaurätin. Einige wenige Ergebnisse würde das Labor in der kommenden Woche nachreichen. Sobald auch diese Werte vorliegen, werde das Gutachten auf der Homepage des Landkreises (www.landkreis-stade.de) veröffentlicht, so Pönitz.

"Wir haben die Bodenproben in drei unterschiedlichen Tiefen bis zu 60 Zentimeter unter der Oberfläche entnommen", erläutert Gutachter Dr. Markus Wehrer die Vorgehensweise. Dabei seien vor allem zwei sogenannte "Wirkungspfade" in die Betrachtung einbezogen worden. Einmal geht es um den „Wirkungspfad Boden-Mensch“, also der direkten Berührung mit belastetem Sand oder Erdreich, wie etwa beim Spielen oder der Gartenarbeit. Zweitens wurde der „Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze“ untersucht. Dabei geht es um mögliche Schadstoffe auf Wiesen, Ackerböden und in Nutzgärten, die vom Menschen indirekt über Getreide oder Gemüse bzw. über den Umweg Tier mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Analysewerte selbst seien nach der Bodenschutz-Verordnung in drei Kategorien eingeordnet worden, so Dr. Udo Schmidt, Geschäftsführer des Gutachterbüros. Das ist vergleichbar mit den Farben einer Ampel: Sind die Werte niedrig, gelten sie als unbedenklich in Bezug auf die menschliche Gesundheit (grün). Wird der „Vorsorgewert" überschritten, hat die Dosis zwar noch keine schädliche Wirkung, es besteht aber ein "unerwünschtes Risiko" (gelb). Bei Überschreiten des "Prüfwertes" liegt eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast vor, die Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Gefahrenabwehr erforderlich macht (rot).

In Bützfleth liegt offenbar das meiste "im grünen Bereich": "Für die derzeitige Nutzung wurden bei keiner der untersuchten Flächen Prüfwerte überschritten. Anhaltspunkte für eine Gefährdung bestehen nicht", erklärt Pönitz unter Bezugnahme auf das Gutachten. Nur bei einer Umnutzung bestimmter Flächen – etwa der Umwandlung von Grünland in Ackerflächen – werden detaillierte Untersuchungen und gegebenenfalls Maßnahmen empfohlen.

Lediglich die Vorsorgewerte ("gelbe Ampel") wurden auf einigen Flächen vor allem bei Nickel und Zink überschritten. Das gilt allerdings sowohl für die Bützflether Prüfflächen als auch für Vergleichsflächen in Drochtersen. Demnach kann die Bützflether Industrie dafür nicht verantwortlich sein. Die Gutachter verweisen in diesem Zusammenhang auf die Fachliteratur, wonach höhere Schwermetallwerte typisch für die Region an der Niederelbe seien. Die Experten verweisen auf mögliche geologische Ursachen, wonach Schwermetalle aus magmatischen Gesteinen der Mittelgebirge elbabwärts gespült wurden und sich hier in den Sedimenten abgelagert hätten.

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