Aber: Mehr als 350 Kinder warten auf Kita-Platz
Kindergärten im Landkreis Stade: Versorgungsquote ist gestiegen
- Der Landkreis Stade hat seinen Kita-Bericht aktualisiert. Auf dem Papier stellt sich die Situation gar nicht so schlecht dar. Doch in einigen Kommunen fehlen Betreuungsplätze
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Die schlechte Unterrichtsversorgung im Landkreis Stade war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema. Aber auch im Kita-Bereich läuft vieles nicht rund. Vor allem Personalmangel sorgte in der Vergangenheit für Probleme. Wenn Betreuungskräfte ausfallen - etwa aus Krankheitsgründen -, kommt es regelmäßig zu Gruppenschließungen. Und noch immer gibt es in einigen Kommunen im Landkreis Stade Wartelisten. Besonders schlecht sieht es in dieser Hinsicht im Nordkreis aus. Das geht aus der aktuellen Datenfortschreibung des Kindertagesstättenberichts hervor, den die Kreisverwaltung jetzt der Politik vorgestellt hat. Hier sind alle Kommunen erfasst - bis auf Buxtehude, das eigene Erhebungen vornimmt.
Stade hat die längste Warteliste
Die längste Warteliste hat die Hansestadt Stade. Hier warten die Eltern von 145 Kindern auf einen Kita-Platz im Elementarbereich. Das sind fast zwei Drittel aller Kinder, die kreisweit auf Wartelisten geführt werden. Im Krippenbereich (unter Dreijährige) stehen in Stade 64 Kinder auf der Warteliste. Längere Listen im Elementarbereich führen auch Nordkehdingen (21 Kinder) und Drochtersen (15 Kinder). Im Krippenbereich gehören neben Stade die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten (27 Kinder) und Drochtersen (25 Kinder) zu den Negativ-Spitzenreitern. Die meisten anderen Kommunen müssen entweder gar keine Warteliste führen oder die Zahl der Kinder, die auf einen Kita-Platz warten, bewegt sich im einstelligen Bereich.
Rückgang im Krippenbereich erwartet
Wenn nicht zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, dürften die Wartelisten zumindest im Elementarbereich nicht kürzer werden. Nach den Prognosen des Landkreises wird der Bedarf an Kita-Plätzen für Drei- bis unter Sechsjährige bis 2030 weiter ansteigen - wenn auch nur geringfügig von aktuell 5.941 auf 6.152 Plätze (plus vier Prozent). Im Krippenbereich hingegen schlägt sich in den kommenden Jahren der Geburtenrückgang nieder. Hier geht der Landkreis von einem Abwärtstrend aus. Aktuell besteht ein Bedarf von 1.991 Plätzen, im Jahr sollen nur noch 1.710 Plätze erforderlich sein (minus 14 Prozent). Ausgegangen wird dabei von einer Bedarfsquote von 100 Prozent im Elementarbereich von kreisweit durchschnittlich 43,7 Prozent im Elementarbereich. Hier variieren aber die zugrunde gelegten Quoten in den einzelnen Kommunen - von 37 Prozent in Nordkehdingen bis 47 Prozent in den Samtgemeinden Harsefeld und Horneburg.
Thema Zuverlässigkeit
Auch das Thema Zuverlässigkeit wurde im Bericht unter die Lupe genommen. Berufstätige Eltern sind darauf angewiesen, dass ihr Nachwuchs zuverlässig betreut wird und Gruppen nicht wegen fehlender Betreuungskräfte und hoher Krankenstände womöglich kurzfristig geschlossen werden. Anders als in Schleswig-Holstein, wo laut Gesetz nicht mehr als 20 Schließtage zulässig sind, gibt es in Niedersachsen keine entsprechenden Vorgaben. Der Landkreis differenziert in seiner Betrachtung zwischen geplanten Schließtagen und ungeplanten Schließtagen. Die meisten geplanten Schließtage pro Kita-Jahr hat die Samtgemeinde Harsefeld (28), die wenigsten Jork (18). Stade hat dazu keine Zahlen geliefert. Ungeplante Schließungen gab es am häufigsten in den Samtgemeinden Horneburg und Fredenbeck.
Anstieg der Versorgungsquote
Zu den Kennzahlen gehören auch die Versorgungsquote und die Auslastungsquote. Dabei ist die Versorgungsquote definiert als prozentualer Anteil der zur Verfügung stehenden Kita-Plätze für diejenigen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Platz haben. Die Auslastungsquote wiederum bezieht sich auf den Anteil der belegten Plätze an der Gesamtzahl der Kita-Plätze, die laut Betriebserlaubnis genehmigt sind.
Die Platzversorgung im Krippenbereich hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die kreisweite Versorgungsquote lag zum Stichtag 1. Oktober 2024 bei 36,8 Prozent, 2023 waren es nur 29 Prozent. Gründe für den Anstieg sind auf der einen Seite rückläufige Kinderzahlen und auf der anderen Seite ein verbessertes Platzangebot. Die Kitas sind im Krippenbereich zu 86 Prozent ausgelastet.
Überversorgung im Elementarbereich
Die höchste Versorgungsquote bei den unter Dreijährigen weist die Samtgemeinde Apensen (55,6 Prozent) auf, gefolgt von Drochtersen (45,5 Prozent) und der Samtgemeinde Horneburg (45,1 Prozent). Die niedrigsten Quoten haben Nordkehdingen (19,9 Prozent), Stade (26,9 Prozent) und Jork (30,1 Prozent). Im Elementarbereich zeigt sich in der Gesamtbetrachtung des Landkreises eine leichte Überversorgung mit einer Versorgungsquote von 107,1 Prozent. Dies bedeutet, dass insgesamt mehr Plätze vorhanden sind, als rechnerisch benötigt werden. Der Anteil der betreuten Kinder im Elementaralter (Drei- bis unter Sechsjährige) liegt immerhin bei 98,5 Prozent. Damit werden nahezu alle Kinder in dieser Altersgruppe in die Betreuung gegeben. Kreisweit weisen die Kitas im Elementarbereich eine Auslastungsquote 91,4 Prozent auf.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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