DRK-Kreisverband Stade
Mit Blaulicht ins Abenteuer: Die Rotkreuz-Entdecker starten durch
- Für Rettungsübungen werden beim DRK Verletzungen geschminkt
- Foto: Willing-Holtz / DRK
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Draußen ist es dunkel, nass und kalt. Doch in der Feldküche des DRK-Kreisverbands Stade duftet es nach frisch gebackenen Plätzchen. Jugendliche stehen in kleinen Gruppen zusammen, rollen Teig aus, lachen, hören Weihnachtsmusik. Was nach einer ganz normalen Backaktion klingt, ist in Wahrheit der Anfang einer ganz besonderen Reise: Hier treffen sich die „Rotkreuz-Entdecker“ – eine neue Gruppe für junge Leute zwischen zwölf und 18 Jahren, die mehr über das Deutsche Rote Kreuz, Erste Hilfe und den Katastrophenschutz erfahren möchten. Es geht um weit mehr als Kekse.
„Die Idee zu den Rotkreuz-Entdeckern ist entstanden, weil wir dringend Nachwuchs brauchen – vor allem im Bereich Technik und Sicherheit“, erklärt Ines Tiedemann, die das Projekt gemeinsam mit Kollegin Kerstin Krüger betreut. Die DRK-Mitarbeiterin kennt die Herausforderungen des Katastrophenschutzes nur zu gut. „Viele Jugendliche im Jugendrotkreuz wissen gar nicht, wie vielfältig unsere Aufgaben sind. Da wollten wir mit einem neuen Format ansetzen – informativ, mit viel Praxis und Spaß.“
Und das Konzept geht auf. Seit Oktober treffen sich interessierte Jugendliche einmal im Monat am DRK-Standort in Stade, um spannende Einblicke zu gewinnen. Jede Sitzung steht unter einem neuen Motto. Ein Highlight steht schon im Februar an: Am Montag, 9. Februar, dreht sich alles um die realistische Notfalldarstellung – also das Schminken von Wunden für Übungen und Simulationen. „Das wird bestimmt spannend“, sagt Ines Tiedemann. „Viele wissen gar nicht, wie professionell solche Szenarien vorbereitet werden, um den Ernstfall möglichst realistisch zu trainieren.“
Katastrophenschutz – aber verständlich und zum Anfassen
Besonders wichtig sei es, so Tiedemann, die oft abstrakt wirkenden Aufgaben des Katastrophenschutzes greifbar zu machen: „Was macht eine Technik- und Sicherheitsbereitschaft eigentlich genau? Wer weiß schon, dass wir bei Stromausfällen Notunterkünfte betreuen oder in der Feldküche bis zu 500 Menschen versorgen können?“ Genau dieses Wissen will der DRK-Kreisverband Stade künftig frühzeitig vermitteln – niedrigschwellig und mit echtem Erlebniswert.
Die Teilnahme an der Gruppe ist kostenfrei, die Jugendlichen sind über das Jugendrotkreuz versichert. Vorkenntnisse sind nicht nötig – Neugier genügt. „Die jungen Leute können ganz entspannt reinschnuppern und später selbst entscheiden, ob und in welcher Abteilung sie sich weiter engagieren möchten“, betont Tiedemann.
Was das Projekt so besonders macht: Es ist einzigartig in der Region. Kein anderer Kreisverband bietet derzeit ein vergleichbares Format an. Die Mischung aus Aufklärung, Praxisnähe und Gemeinschaft trifft offenbar einen Nerv. „Wir wollen zeigen, dass Ehrenamt auch cool, abwechslungsreich und sinnvoll sein kann“, sagt Tiedemann. „Denn ohne engagierten Nachwuchs wird es in Zukunft schwierig, auf Notlagen gut vorbereitet zu sein.“
Übrigens: Die Treffen sind nicht nur informativ, sondern auch ein Ort, um neue Freundschaften zu schließen, gemeinsam zu lernen und vielleicht sogar eine Berufung zu finden. Denn wer einmal erlebt hat, wie erfüllend es sein kann, in einer echten Notlage zu helfen, wird so schnell nicht wieder loslassen.
Rotkreuz-Entdecker
des DRK-Kreisverbands Stade
Treffen jeden zweiten Montag im Monat, 18 bis 19.30 Uhr
Am Hofacker 4, Tor 5, in Stade
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