Industriegelände in Stade
Schöner wohnen: Wettbewerb der Architekten

Das Gelände von Gummi-Schmidt aus der Luft. Das betreffende Areal ist gelb markiert. 
Links würde sich Kaufland anschließen
  • Das Gelände von Gummi-Schmidt aus der Luft. Das betreffende Areal ist gelb markiert.
    Links würde sich Kaufland anschließen
  • Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
  • hochgeladen von Svenja Adamski

Aus einer unansehnlichen Industriefläche ein attraktives Wohnquartier schaffen: Das hat sich das Stader Bauunternehmen Lindemann zum Ziel gesetzt. Mit einer unkonventionellen Vorgehensweise. Lindemann richtet in Abstimmung mit der Stadt eine Art Ideenwettbewerb für das ehemalige Firmengelände von Gummi-Schmidt aus. Wo jetzt noch triste Fabrikhallen stehen, sollen moderne Wohnhäuser errichtet werden, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Baubeginn könnte 2024 sein, die Fertigstellung ist für 2026 angepeilt. Der Stadtentwicklungs-Ausschuss hat einem Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden B-Plan bereits zugestimmt.

Das alte Firmenareal dürfte ein Sahnestück für jeden Bauträger sein: Es sind keine fünf Minuten zu Fuß in die Stader Altstadt oder zum Hafen und gleich nebenan erstreckt sich mit dem Wetternviertel ein ruhig gelegenes Wohngebiet. Das sind Wohnlagen, bei denen sich die Objekte fast von selbst verkaufen. Doch bevor es an die Vermarktung geht, hat sich die Firma Lindemann selbst Spielregeln auferlegt - was ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Das Stader Bauunternehmen will eine Jury entscheiden lassen, was für Gebäude auf dem rund 1,5 Hektar großen Gelände entstehen sollen.

Wettbewerb der Ideen

Dafür wird ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, für den acht Architekturbüros ihre Beteiligung zugesagt haben. Neben namhaften überregionalen Akteuren befinden sich mit "Frenzel und Frenzel" aus Buxtehude sowie "Kordt + Wichers" und "Schüch & Cassau" aus Stade gleich drei Büros aus der Region unter den Teilnehmern. Die Architekten sollen nach einer Zwischenpräsentation Mitte Juli ihre fertigen Entwürfe spätestens Ende September abgeben. Die Jury wird dann im November über den Sieger-Entwurf entscheiden. In dem Gremium ist neben der Firma Lindemann die Stadtverwaltung und die Politik vertreten. Zusätzliche Expertise bringen zwei unabhängige Architekten ein.

Dieses sogenannte "konkurrierende Verfahren" sei zweigeteilt, erläutert Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt, der mit seinem Vater Peter Witt und Planer Klaus Detje das Projekt vorstellte. Es gebe einmal den städtebaulichen Aspekt und dann die Komponente Hochbau. Außerdem müsse jedes Architekturbüro einen Freiraumplaner hinzuziehen, so Witt. Ziel sei es, ein lebendiges urbanes Quartier zu schaffen, das sich in die Umgebung einfügt. Die Herausforderung dabei: Dieses Umfeld ist mit dem Gebäude von Kaufland, den benachbarten großen Villen, den kleinen Wohnhäusern ein Stück weiter und dem Grünzug an der Wettern höchst unterschiedlich ausgeprägt.

"Tradition trifft Moderne"

Witt schwebt vor, dass eine Tangente geschaffen wird, die sich vom Stadeum über den Burggraben und das zu bebauende Areal bis zur Altstadt und den Hafen erstreckt. Die Architekten haben bei dieser städtebaulichen Herausforderung einige Vorgaben zu berücksichtigen, die in einer Art Wettbewerbs-Broschüre aufgelistet sind. Zu diesen vordefinierten Bausteinen zählen u.a. der maritime Charakter, nachhaltiges Bauen, Klimaschutz, E-Mobilität und Fahrradfreundlichkeit. Aber auch die industrielle Geschichte des Areals soll aufgegriffen werden. Ob im Geiste des "Industry Style" Gebäudeteile der Gummifabrik integriert werden, bleibt der Kreativität der Architekten überlassen. Witt findet den Aspekt "Tradition trifft Moderne" jedenfalls spannend.

Sogar ein Hotel ist angedacht: Das könnte an der Spitze des dreieckigen Areals entstehen, die Richtung Kaufland ragt. Dort soll auf jeden Fall das höchste Gebäude errichtet werden, als Gegenpart zum Einkaufszentrum. Nach hinten hin sollen die Gebäude dann niedriger werden. Wie viele Wohnungen letztlich entstehen, hänge aber von den Entwürfen ab, so Witt. Jetzt Zahlen zu nennen, wäre reine Spekulation. So viel steht aber fest: Zehn Prozent des Wohnraums sollen im Sinne des sozialen Wohnungsbaus besonders günstig angeboten werden.

Friedrich Witt ist nun gespannt auf die Ergebnisse des Wettbewerbs: "Mit diesem Verfahren gehen wir auch ein gewisses Risiko ein. Schließlich geben wir die Steuerung des Projektes bis zu einem gewissen Grad aus der Hand."

(jd).

Noch ein Neubau im künftigen Stader "Behördenviertel"

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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