Warum dauert das so lange?
Warten auf den Steuerbescheid: So lange brauchen Finanzämter
- In wenigen Wochen steht wieder die
Einkommenssteuererklärung an - Foto: AdobeStock/Wolfilser
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Warten Sie gefühlt auch eine kleine Ewigkeit auf die Antwort des Finanzamts auf Ihre Einkommensteuererklärung? Damit sind Sie nicht allein. Denn auch im digitalen Zeitalter braucht es Zeit, bis alle Unterlagen geprüft und der Bescheid verschickt ist. Was man selbst tun kann, damit es schneller geht, und warum es manchmal trotzdem länger dauert – hier die wichtigsten Fakten und Tipps, wie man seine Steuerangelegenheiten stressfrei erledigt.
Die wichtigsten Fristen auf einen Blick
Abgabefrist: Bis zum 31. Juli des Folgejahres (für 2025: 31. Juli 2026)
Mit Steuerberater: Fristverlängerung bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres (für 2025: 28. Februar 2027)
Freiwillige Abgabe: Bis zu vier Jahre nach dem jeweiligen Steuerjahr (für 2025: 31. Dezember 2029)
Einspruchsfrist: Einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids
Was passiert nach der Abgabe?
Sobald die Steuererklärung beim Finanzamt eingegangen ist, wird sie erfasst und für die Bearbeitung vorgemerkt. Am schnellsten geht das digital – über das Portal ELSTER oder andere Steuersoftware. „Durch die in ELSTER enthaltene Plausibilitätsprüfung werden Eingabefehler und damit Rückfragen vermieden. Außerdem ist der Eingang der Steuererklärung damit eindeutig dokumentiert“, erklärt Dr. Sabine Hirsch, Pressesprecherin des Landesamts für Steuern Niedersachsen.
Ein wichtiger Hinweis: Die Bearbeitung startet nicht unbedingt sofort nach Eingang. Besonders in Stoßzeiten, etwa kurz vor dem Ablauf der Fristen, kann es zu Verzögerungen kommen, da viele Erklärungen zeitgleich eingehen. Die Finanzämter bitten nach Möglichkeit von Rückfragen bezüglich des Eingangs der Steuererklärung abzusehen.
Wie lange dauert es – und warum?
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Einkommensteuererklärung liegt beim Finanzamt Stade derzeit bei 51 Tagen. Derzeit sind dort rund 9.400 Fälle noch nicht abschließend bearbeitet. Einsprüche benötigen im Schnitt 134 Tage bis zur Entscheidung – mit mehr als 21.000 offenen Einsprüchen am Stichtag 1. November 2025.
Beim Finanzamt Buchholz liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Einkommenssteuererklärung derzeit bei 57 Tagen. Derzeit sind dort rund 6.205 Fälle noch nicht abschließend bearbeitet. Einsprüche benötigen im Schnitt 162 Tage bis zur Entscheidung – mit mehr als 16.931 offenen Einsprüchen am Stichtag 1. November 2025.
Warum dauert es manchmal länger? Dr. Hirsch erläutert: „Die Bearbeitungsdauer wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, zum Beispiel personelle Ausfälle, den demografischen Wandel oder auch Rückfragen bei den Steuerpflichtigen.“ Auch die Rückführung der Corona-bedingten Fristverlängerungen habe zuletzt zu einer Häufung der Erklärungen geführt, was sich spürbar auf die Wartezeiten ausgewirkt habe.
Ruhende Einspruchsverfahren verzögern sich zusätzlich, etwa wenn eine rechtliche Klärung in Musterverfahren abgewartet werden muss.
Was tut das Finanzamt für mehr Tempo?
Die Digitalisierung schreitet voran – mittlerweile wird ein Großteil der Steuererklärungen bereits vollautomatisch bearbeitet, was die Durchlaufzeiten positiv beeinflusst. „Die Steuerverwaltung optimiert ihre gut digitalisierten Prozesse weiter und setzt auf stetige Verbesserungen, um die Arbeitsvorräte abzubauen“, so Dr. Hirsch. Allerdings bleibt die Personalgewinnung herausfordernd, insbesondere angesichts vieler altersbedingter Abgänge.
Feste Service-Zeiten gibt es übrigens nicht: „Die Finanzämter sind bestrebt, die Bearbeitungszeiten zu verbessern, konkrete Wertvorgaben bestehen aktuell jedoch nicht“, sagt Dr. Hirsch.
Geduld ist bei der Steuererklärung gefragt – doch wer gut vorbereitet ist und moderne digitale Wege nutzt, kann das Verfahren beschleunigen und Fehler vermeiden. Das Finanzamt arbeitet stetig daran, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und Prozesse zu optimieren. Mit ein paar einfachen Schritten kann man zudem selbst dazu beitragen, schneller zum Steuerbescheid zu kommen :
- Die Steuererklärung möglichst elektronisch über ELSTER einreichen
- Auf vollständige und korrekte Angaben achten, z.B. Steuernummer, Adresse, Bankverbindung und Angaben zu Kindern
- Bei elektronischer Abgabe die Möglichkeit nutzen, Belege digital zu übermitteln oder zu referenzieren
- Alle Einnahmen und Ausgaben getrennt und genau bezeichnet in den richtigen Feldern angeben
- Vor dem Absenden prüfen, ob alle erforderlichen Angaben und Anlagen gemacht wurden
- Bei Unsicherheiten helfen die Hinweise im Steuerformular oder die ELSTER-Hilfe
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