Direktmandat geht erneut an die CDU / SPD bei den Zweitstimmen vorn
Bundestagswahl im Landkreis Stade: Das war knapp für Oliver Grundmann

Kai Koeser (SPD, li.) gratuliert Oliver Grundmann (CDU) zu seinem Sieg
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(jab/jd). Das war knapp: Oliver Grundmann (CDU) hat bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag sein Direktmandat für den Wahlkreis Stade I/Rotenburg II verteidigt - mit einem Vorsprung von nicht einmal drei Prozentpunkten gegenüber seinem Hauptkonkurrenten Kai Koeser (SPD). Bei dem Votum, das für die Bundes-CDU in einer historischen Wahlniederlage endete, kam Grundmann auf 34,6 Prozent, Koeser holte 31,7 Prozent. Das sah vor vier Jahren noch ganz anders aus: Da stimmten 44,4 Prozent der Wähler für Grundmann. Mit einem Plus von 16 Prozentpunkten gegenüber dem damaligen SPD-Kandidaten hatte er 2017 die Nase ganz klar vorn. Angesichts eines Absturzes von fast zehn Prozent hielt sich die Freude bei dem Christdemokraten am Wahlabend in Grenzen.

Banges Warten bis zur Bekanntgabe

Bevor das Ergebnis der Direktwahl am Sonntagabend feststand, musste Grundmann rund drei Stunden lang abwarten. Zwar lag der CDU-Bundestagsabgeordnete, der seit 2013 den Wahlkreis direkt vertritt, von Anfang an in Führung. Doch als später auch die Auszählungsergebnisse aus den beiden Städten eintrudelten, schmolz der Vorsprung auf Koeser immer mehr dahin. Da stand auch schon fest: Grundmann musste das Direktmandat holen, um im Bundestag zu bleiben. Denn der Platz 18 auf der Landesliste der Niedersachsen-CDU hätte für ihn nicht gereicht. Über diese Liste haben nur zehn CDU-Politiker das Ticket nach Berlin gelöst - darunter Enak Ferlemann und Michael Grosse-Brömer, die in ihren Wahlkreisen Cuxhaven/Stade II bzw. Harburg das Direktmandat an die SPD verloren haben.

Im Gegensatz zu seinen zwei Parteikollegen aus den beiden Nachbarwahlkreisen kann sich Grundmann also noch glücklich schätzen. Ihm ist es gelungen, trotz des Negativ-Trends für die Union, sein Mandat zu halten. Dass sein Stimmenanteil acht Prozentpunkte über dem Zweitstimmenergebnis der CDU im Wahlkreis Stade I/Rotenburg II (26,5 Prozent) liegt, kann Grundmann durchaus als persönlichen Erfolg verbuchen. Ihm es ist offenbar gelungen, den Amtsinhaberbonus für sich auszuspielen.

Er sei erleichtert, sagte Grundmann kurz nach der Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses. Vor allem aber sei er auch dankbar für das Vertrauen der Wähler in seine Person. Denn auch sein Parteikollege Enak Ferlemann, der als starke Unionspersönlichkeit gelte, habe dramatisch an Stimmen eingebüßt. Als Grund für die CDU-Schlappe nennt Grundmann Kanzlerkandidat Armin Laschet, den er selbst nicht als Kandidaten favorisiert habe. "Das darf nicht nochmal passieren, dass wir jemanden aufstellen, der wenig Rückhalt in der Bevölkerung besitzt." Ein Kanzlerkandidat stehe auch in den kommenden drei Monaten noch nicht fest, prognostiziert Grundmann. Als Präferenz gibt er eine Jamaika-Koalition an.

Dass Koeser sowie die SPD ein solch gutes Ergebnis erzielen konnten, sei ein ernstzunehmender Achtungserfolg. Sowohl das Erst- als auch Zweitstimmenergebnis sei sehr stark gewesen. Damit habe er in seinem Wahlkreis nicht gerechnet.

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Mandat nur knapp verpasst

Polit-Neuling Koeser (SPD), der bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen sein erstes politisches Mandat errang und künftig im Stader Rat sitzt, verpasste die Chance, den 2009 an die CDU verloren gegangenen Wahlkreis für die Genossen zurückzuerobern. Er blieb mit seinen Direktstimmen sogar unter dem Zweitstimmenergebnis seiner Partei (32,0 Prozent), was bei den Direktkandidaten von CDU und SPD sonst eher ungewöhnlich ist. Zu Koesers Misserfolg beigetragen hat sicherlich das gute Abschneiden des Grünen-Kandidaten Claas Goldenstein, der mit 13,2 Prozent den Erststimmenanteil für seine Partei im Vergleich zu 2017 fast verdoppelt. Die fünf weiteren Bewerber um ein Direktmandat blieben unter zehn Prozent - und das zum Teil sehr deutlich.

Betrachtet man beim Wahlkreis Stade I/Rotenburg II nur den Bereich des Landkreises Stade (alle Kommunen im Kreis außer Nordkehdingen, Drochtersen und Oldendorf-Himmelpforten), so hatte Koeser gegenüber Grundmann sogar einen Vorsprung von rund 1.000 Stimmen. Das heißt im Umkehrschluss: Grundmann hat die Wahl nur durch die Stimmen aus dem Landkreis Rotenburg gewonnen. Im Altkreis Bremervörde, der ebenfalls zum Wahlkreis gehört, lag der CDU-Politiker deutlich vorn.

Die Grafik zeigt den Anteil der Zweitstimmen im Wahlkreis Stade / / Rotenburg II. Die grauen Balken stellen das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 dar
  • Die Grafik zeigt den Anteil der Zweitstimmen im Wahlkreis Stade / / Rotenburg II. Die grauen Balken stellen das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 dar
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Koesers Hochburgen sind die beiden Städte Stade und Buxtehude. Das beste Ergebnis erzielte der SPD-Kandidat in Stade, wo er auf 35,2 Prozent kam (Grundmann: 28,5 Prozent). Auch in den anderen Kommunen im Landkreis Stade lag der Genosse über der 30-Prozent-Marke (Ausnahme Lühe mit 29,8 Prozent), während Grundmann diesmal nirgendwo mehr als 40 Prozent holte.

Ganz anders im Altkreis Bremervörde: In Bremervörde, Gnarrenburg, Selsingen und in der Samtgemeinde Geestequelle (Oerel) lagen Grundmanns Stimmenanteile jeweils über 40 Prozent. Hochburg des Christdemokraten ist Selsingen. Er kam auf 46,8 Prozent, während Koeser dort mit 25,2 Prozent sein schlechtestes Ergebnis einfuhr.

Auch wenn Grundmann beim Kampf um das Direktmandat am Ende knapp vorne lag: Blickt man nur auf die Zweitstimmen, die ja ausschlaggebend für die Zusammensetzung des Bundestages sind, so hat der Wahlkreis Stade I / Rotenburg II erstmals seit 16 Jahren wieder Rot gewählt. Beim Zweitstimmen-Anteil platzierte sich die SPD mit 32,0 Prozent klar vor der CDU (26,5 Prozent). Hier lagen die Genossen in allen Kommunen an der Spitze - mit Ausnahme der Samtgemeinden Selsingen und Sittensen im Altkreis Bremervörde, wo die CDU die meisten Zweitstimmen holte.

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Krachende Niederlage: Enak Ferlemann (CDU) verliert Direktmandat

Im Wahlkreis Cuxhaven/Stade II, zu dem aus dem Landkreis Stade Nordkehdingen, Drochtersen und Oldendorf-Himmelpforten gehören, musste der bisherige direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Enak Ferlemann (CDU) eine herbe Niederlage einstecken. Der Verkehrs-Staatssekretär und Bahnbeauftragte der Bundesregierung verlor sein 2009 erstmals errungenes Direktmandat an den SPD-Newcomer Daniel Schneider. Der Geschäftsführer des Deichbrand-Festivals holte 36,8 Prozent der Erststimmen, Ferlemann kam lediglich auf 30,1 Prozent. Wie bereits 2002 und 2005 zieht Ferlemann nun über die CDU-Landesliste in den Bundestag ein.

Ganz dicht dran an der Demokratie
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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